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Liste von Papyrussammlungen

Wikimedia-Liste
P. Oxy. LII 3679: Ein Papyrus aus Oxyrhynchus, enthält ein Werk von Platon

Es gibt verschiedene Institute und Bibliotheken, die Papyrussammlungen unterhalten. Einige Papyrussammlungen beinhalten zusätzlich beschriebene Objekte aus anderen Materialien wie Pergament oder Ostraka. Die Konservierung, Katalogisierung, Aufbewahrung und Auswertung von alten Papyrusfragmenten erfordert besondere Sachkenntnisse und klimatisierte Aufbewahrungsräume, so dass längst nicht jede größere Bibliothek in der Lage ist, Papyri zu verwahren.

Inhaltsverzeichnis

EuropaBearbeiten

Name der Sammlung Ort Land Anz. Objekte Beschreibung Quelle
Papyrussammlung Berlin Ägyptisches Museum Berlin Deutschland ca. 35.000 Die Berliner Papyrussammlung ist die bedeutendste Sammlung ihrer Art in Deutschland. [1][2]
Papyrus- und Ostrakasammlung der Universitätsbibliothek Leipzig Universitätsbibliothek Leipzig Deutschland ca. 5000 Papyri Eine der bedeutendsten und größten Sammlungen von antiken Papyri und Ostraka im deutschsprachigen Raum. Die Grundlagen zur Sammlung wurden im 19. Jahrhundert gelegt, als auch einer der bekanntesten Papyri, der Papyrus Ebers in die Sammlung kam. Ein großer Teil der Sammlung wurde wie von vielen anderen deutschen Institutionen 1902 als Teil des Deutschen Papyruskartells erworben. Die Papyri stammen zu einem großen Teil aus Hermopolis und wurden im 4. Jahrhundert in griechischer Sprache verfasst. [3]
Papyrussammlung des Seminars für alte Geschichte Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland 277 Papyri, 13 Ostraka und 10 mittelalterliche Papierseiten Sie wurden als Teil des Deutschen Papyruskartells erworben. Das Papyruskartell bündelte die Etats der Deutschen Universitäten und verhinderte, dass sich die deutschen Universitäten unwissentlich gegenseitig beim Kauf überboten. Die erworbenen Stücke wurden prozentual zum bereitgestellten Etat aufgeteilt. Ungefähr 90 % der Sammlung sind griechisch, einige demotisch, koptisch und arabisch. [4]
Gießener Papyrussammlungen Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland über 2500 Papyri Die Gießener Papyrussammlungen ist in drei Sammlungen unterteilt:
  • Die Papyri Gissenses ist eine Sammlung des Gießener Althistorikers Ernst Kornemann (1868–1946) und des Gießener Industriellen Wilhelm Gail (1854–1925). Ursprünglich wurde diese Papyrussammlung im Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins in Gießen verwahrt, bevor sie 1930 zur Universität überführt wurde. Sie enthält unter anderem eine Abschrift der Constitutio Antoniniana des Kaisers Caracalla.
  • Die Papyri bibliothecae universitatis Gissensis ist eine eigene Sammlung der Justus-Liebig-Universität, begründet 1908 durch die Philologen Otto Immisch und Alfred Körte.
  • Die Papyri Iandanae war eine Privatsammlung des Gießener Philologen Karl Kalbfleisch (1868–1946), welcher der Universität diese testamentarisch vermachte. Sie enthält unter anderem ein Fragment aus Ciceros „Reden gegen Verres“.
[5]
Papyrussammlung des Institut für Papyrologie Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland ca. 11.000 Papyri, Pergamente, Hadernpapiere, Ostraka Eine der größten Sammlungen in Deutschland. Etwa 5000 griechische, 3200 arabische, 1370 koptische, 815 demotische, wenige hieratische, mittelpersische, hebräische, aramäische und syrische Papyri, Pergamente und Hadernpapiere; 760 Ostraka. [6][7]
Papyrussammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland 250 Papyri, Wachs- und Bleitafeln Enthält ägyptische, ptolemäische, kaiserzeitliche, koptische und arabische Papyrustexte und -urkunden. [8][9]
Papyrussammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland 2000 Papyri und Ostraka Enthält Werke von Irenäus von Lyon, u. a. der sogenannte „Irenäus-Papyrus“. Papyri vom 3. Jh. v. Chr. bis 7. Jh. n. Chr. in griechischer, demotischer, koptischer, arabischer und lateinischer Schrift. Die meisten sind Griechisch und Demotisch geschrieben. Begründet wurde die Sammlung durch Ankäufe über das Papyruskartell in den Jahren 1904–1913. Später kamen kleinere Schenkungen hinzu, wie die Privatsammlung des Papyrologen Friedrich Zucker. [10][11]
Papyrussammlung an der Universität zu Köln Universität zu Köln Deutschland ca. 6000 Papyri und andere beschriftete Objekte Enthält unter anderem den Mani-Kodex, eine Lebensgeschichte Manis, welcher den Manichäismus gegründet hat. Außerdem enthält sie ein Gedicht des Dichters Archilochos. [12][13]
Papyrussammlung der Philipps-Universität Marburg Philipps-Universität Marburg Deutschland ca. 50.000 Texte Enthält griechischer Papyri (überwiegend Urkunden) aus Ägypten aus der Zeit von 331 v. Chr. bis 641 n. Chr. [14][15]
Trierer Papyrussammlung Universität Trier Deutschland 508 Enthält Texte in ägyptischer, griechischer und lateinischer Sprache. [16][17]
Papyrussammlung der Universität Würzburg Universität Würzburg Deutschland 226 Enthält griechische, koptische und arabische Papyri. [18][19]
Papyrussammlung Institut de Papyrologie an der Sorbonne in Paris Frankreich 2703 Sie wurde gegründet 1920 von Pierre Jouguet [20]
Chester-Beatty-Papyri und Medizinische Papyri Chester Beatty Chester Beatty Library Dublin Irland 11 Kodices Erworben von Alfred Chester Beatty in der Zeit zwischen 1930 und 1935. Die Sammlung wurde herausgegeben von Frederic G. Kenyon.
Papyrussammlung Biblioteca Medicea Laurenziana Florenz Italien ungefähr 2500
Papyrussammlung Istituto Papirologico "G. Vitelli" Florenz Italien 988 Handschriften, davon 953 Papyri Überwiegend griechische Handschriften [21]
Herculanensische Papyri Nationalbibliothek Neapel Italien Stammen aus Herculaneum und wurden im 18. Jahrhundert in der Villa dei Papiri ausgegraben. Sie sind verkohlt durch den Ausbruch des Vesuvs. Es wurden Methoden ausgearbeitet, um sie abrollen und lesen zu können.
Papyrussammlung in der Museo Egizio Museo Egizio in Turin Italien 170 [22]


Papyrussammlung Papyrologisches Institut der Universität Leiden Niederlande 660 Schriftstücke, 235 Münzen (Stand: 2012) Einzige Papyrussammlung in den Niederlanden (gegründet 1935), enthält griechische und demotische Papyri, Ostraka und Wachstafeln (literarische Texte, Rechnungen, Privatbriefe, magische Texte usw.) [23]
Papyrussammlung (Oslo Collection) Universitätsbibliothek Oslo Norwegen 1662 Handschriften [24][25]
Martin Schøyen Collection Oslo und London Norwegen und Vereinigtes Königreich 1100 Papyri gegründet von M. O. Schøyen und weitergeführt von Martin Schøyen. Es ist die größte private Sammlung des 20. Jahrhunderts. [26]
Papyrussammlung und Papyrusmuseum Wien Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Wien Österreich ca. 180.000 Die Papyrussammlung und Papyrusmuseum Wien gehen zurück auf Rainer von Österreich (1827–1913). Sie ist eine der weltweit größten Papyrussammlungen.[27] [28]
Ehemalige Sammlung Fackelmann Wien Österreich etwa 50? Handschriftenfragmente Ehemalige Privatsammlung, jetzt verkauft
Papyrussammlung des Instituts für Papyrologie Universität Warschau Polen 74 Papyri seit 1932, Ein Teil wurde im Krieg zerstört, ab 1960er Jahre 61 Papyri aus Berlin [29]
Papyrussammlung Universitätsbibliothek Lund Schweden 800 Papyri in Griechisch
Bodmer-Papyri Bibliotheca Bodmeriana Cologny Schweiz Enthält griechische und koptische Dokumente, klassische Texte, Bibelhandschriften und Werke der alten Kirche.
Collección Palau-Ribes Archivo Histórico SJ de Cataluña Barcelona Spanien über 2000, 336 Handschriften, davon 285 Papyri vor allem biblische Papyri in Griechisch und Sahidisch, 1961 begrúndet durch José O'Callaghan Martínez SJ. [30]
Rylands-Papyri John Rylands University Library, Manchester Vereinigtes Königreich 700 Papyri, mit 31 Ostraka und 54 Kodices
Oxyrhynchus-Papyri verstreut 400.000 Papyrusfragmente Wurden in Oxyrhynchus um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jh. entdeckt und ausgegraben. Seit ungefähr 1900 werden sie schrittweise veröffentlicht. Bis Anfang 2012 waren 5.100 von rund 400.000 Fragmenten veröffentlicht. Ein großer Teil der Fragmente befand sich im Ashmolean Museum in Oxford, sie wurden inzwischen der Sackler Library zugeordnet. Andere sind im British Museum in London, im Ägyptischen Museum in Kairo und an vielen anderen Orten.

USABearbeiten

Name der Sammlung Ort Anz. Objekte Beschreibung Quelle
Amherst-Papyri Morgan Library & Museum in New York Sammlung von William Tyssen-Amherst, 1. Baron Amherst of Hackney. Sie enthält biblische Manuskripte, Fragmente der alten Kirche und klassische Dokumente aus der ptolemäischen, römischen und byzantinischen Zeit. [31]
Center-for-the-Tebtunis-Papyri Bancroft Library, University of California at Berkeley über 30.000 Papyri [32]
Papyrussammlung (Collection Feinberg) Columbia University in New York etwa 1000 Papyri 1966 in Ägypten erworben, von Lawrence Feinberg erschlossen, jetzt z. T. zur Versteigerung [33]
Colt-Papyri Morgan Library & Museum (New York) Wurden gefunden im nabatäischen Nessana (auch Nitzana genannt)
Papyrussammlung der Duke University Duke University in Durham, USA ungefähr 1.200 Wird digitalisiert. [34]
Houghton’s papyri Houghton Library an der Harvard University Wurden zwischen 1901 und 1909 übergeben vom Egypt Exploration Fund [35]
Michigan Papyrus Collection Universität Michigan 10.000 Papyrusfragmente
Princeton-Papyri Princeton University [36]
Washington University Papyri Collection Washington University in St. Louis 445 Manuskriptfragmente Umfasst 445 Manuskriptfragmente aus der Zeit vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 8. Jh. n. Chr. [37]
Yale Papyrus Collection Beinecke Library an der Yale University über 6.000 Umfasst ein Inventar von über 6.000 Objekten und ist katalogisiert, digitalisiert und online zugänglich für Detailforschung. [38]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Papyrusportal zur Sammlung in Berlin
  2. Berliner Papyrusdatenbank | Ägyptisches Museum und Papyrussammlung. Abgerufen am 14. Juli 2017 (deutsch).
  3. Papyrusportal zur Sammlung der Uni Leipzig
  4. Papyrussammlung des Seminars für alte Geschichte
  5. Giessener Papyrussammlungen
  6. Seite der Universität Heidelberg
  7. Papyrussammlung der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  8. Papyrussammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  9. Papyrusportal zur Sammlung in Halle.
  10. Papyrussammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.uni-jena.de
  11. Papyrusportal zur Sammlung Jena.
  12. Papyrussammlung an der Universität zu Köln
  13. Papyrusportal zur Kölner Sammlung.
  14. Papyrus-Sammlung am Institut für Rechtsgeschichte und Papyrusforschung
  15. Papyrussammlung am Institut für Rechtsgeschichte und Papyrusforschung der Philipps-Universität Marburg
  16. Willkommen in der Trierer Papyrussammlung. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  17. Papyrussammlung Trier. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  18. Trismegistos zur Sammlung in Würzburg
  19. Seite zur Sammlung in Würzburg (Memento des Originals vom 28. August 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bibliothek.uni-wuerzburg.de
  20. Trismegistos, Seite zur Sorbonne
  21. Trismegiostos: Istituto Papirologico "G. Vitelli" in Florenz. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  22. Seite des Ägyptischen Museums Turin (Memento vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive), Abgerufen am 7. Feb. 2016. Die Webseite ist laut Webseite in Bearbeitung, so dass gelegentlich nach einem Update gesucht werden sollte.
  23. Homepage des Papyrologischen Instituts Leiden (niederländisch)
  24. Oslo Collection
  25. Oslo Papyri Electronic System
  26. Martin Schøyen Collection
  27. Papyrussammlung Wien
  28. Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  29. Papyri in der Abteilung für Papyrologie der Universität Warschau
  30. Trismegistos: Barcelona, Palau-Ribes. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  31. Seite der Morgan Library & Museum
  32. Center for the Tebtunis Papyri
  33. Papyri bei christies.com
  34. Seite der Duke University
  35. Digitalisierte Papyri der Houghton Library, Harvard University (Memento des Originals vom 3. April 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hcl.harvard.edu
  36. Digitale Abbildungen ausgewählter Princeton Papyri
  37. Seite der Washington University Library
  38. Papyrus Collection Database der Beinecke Library