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Die Lex Voconia war ein römisches Gesetz aus dem Jahre 169 v. Chr., das während der Zeit der Republik durch ein Plebiszit zustande gekommen war.

Das Gesetz wandte sich gegen die Erbeinsetzung von Frauen[1] der ersten Zensusklasse und sollte zu verhindern helfen, dass große Vermögen vergeudet oder zersplittert würden. Es galt im übergeordneten Sinne als Reaktion auf die gemeinhin zu beobachtenden Auflösungserscheinungen des mos maiorum. Dieser gewohnheitsrechtliche Verhaltenskodex sollte nachhaltiger gestärkt werden.[2] Weiterhin verbot das Gesetz dem Bedachten, aus dem Vermächtnis eines Erblassers der ersten Zensusklasse mehr anzunehmen als der Erbe oder die Erben erhielten.[3] Verbotswidrige Erbeneinsetzungen waren unwirksam.[4] Die für dem Vermächtnisnehmer (Legaten) drohenden Sanktionen sind nicht überliefert.[3]

Der gewünschte Gesetzeserfolg soll ausgeblieben sein, da in Reaktion auf das Gesetz zwar nicht die gesamte Erbschaft vermacht, aber so belastet werden konnte, dass der Erbe regelmäßig nicht bereit gewesen sei, die Erbschaft anzutreten.[2] Hiergegen richtete sich ab 41 v. Chr.[5] die lex Falcidia, die Quotengrenzen zum Belastungsverbot von Erbschaften einzog.[3]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gaius 2, 226, 274.
  2. a b Ernst Baltrusch: Regimen morum: Die Reglementierung des Privatlebens der Senatoren und Ritter in der römischen Republik und frühen Kaiserzeit, Vestigia, Beiträge zur Alten Geschichte, Bd. 41, C.H.Beck, München, ISBN 3-406-33384-2, S. 69 ff.
  3. a b c Heinrich Honsell: Römisches Recht. 5. Auflage, Springer, Zürich 2001, ISBN 3-540-42455-5, S. 197 f.
  4. Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 21–22.
  5. Ulrich Manthe: Das senatus consultum Pegasianum (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge, Band 12). Duncker und Humblot, Berlin 1989 (Habilitationsschrift). S. 16 (dort FN 11).
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