Lenindenkmal (Kiew)

Denkmal in Kiew

Koordinaten: 50° 26′ 32,8″ N, 30° 31′ 10″ O

Lenindenkmal in Kiew, Mai 2009

Das Lenindenkmal in Kiew war ein Denkmal für Wladimir Iljitsch Lenin in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Es wurde 1946 aufgestellt und am 8. Dezember 2013 im Rahmen der Dekommunisierung in der Ukraine zerstört.

Das LenindenkmalBearbeiten

Das 3,45 Meter hohe Denkmal aus dunkelrotem Granit wurde von dem sowjetischen Bildhauer Sergei Merkurow geschaffen und zunächst 1939 im Rahmen der Weltausstellung in New York gezeigt. Am 5. Dezember 1946 wurde es in Kiew auf dem Taras-Schewtschenko-Boulevard nahe dem Bessarabska-Platz, aufgestellt. In den etwa sechs Meter hohen Sockel aus schwarzem Labradorit waren einige Lenin-Zitate eingraviert.

Im Juni 2009 wurde die Statue von ukrainischen Nationalisten beschädigt, die sich bei dieser Aktion auf eine Anordnung des damaligen Präsidenten Wiktor Juschtschenko über die „Demontage von Denkmälern der totalitären Vergangenheit“ beriefen. Das Denkmal wurde anschließend restauriert und wiederaufgestellt. In der Folge wurde es zeitweise von Mitgliedern der Kommunistischen Partei der Ukraine (KPU) bewacht, um weitere Zerstörungsversuche zu verhindern.[1]

 
Demonstranten auf dem Sockel der gestürzten Lenin-Statue, den 8. Dezember 2013

Zerstörung am 8. Dezember 2013Bearbeiten

Im Rahmen der Proteste des Euromaidan wurde das Denkmal am Abend des 8. Dezember 2013 von Demonstranten gestürzt, die ein Stahlseil am Monument befestigt hatten, um das Denkmal zu Fall bringen. Die umgestürzte und bereits erheblich beschädigte Statue wurde anschließend von den Demonstranten weiter demoliert. Auf dem Sockel des Denkmals wurde die Flagge der Ukraine angebracht. Die Polizei hatte sich zuvor zurückgezogen und unternahm keine Versuche, die Demonstranten aufzuhalten.[2] Die Verantwortung für die Zerstörung des Denkmals übernahm die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“.[3] Der ukrainische Ministerpräsident Mykola Asarow nannte die Zerstörung hingegen barbarisch.[4]

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski veröffentlichte am 21. Februar 2014 auf seinem Twitter-Account ein Foto, welches ihn mit geballter rechter Faust vor dem Sockel des gestürzten Denkmals zeigt.[5] Sikorski hatte bereits im Dezember 2013 die Zerstörung des Denkmals ausdrücklich begrüßt.[6]

 
9. Dezember: Demonstranten zerstören die gestürzte Leninstatue

WeblinksBearbeiten

Commons: Lenindenkmal (Kiew) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lenins Nase, Tagesspiegel vom 20. März 2011
  2. Webseite der Nachrichtenagentur UNIAN vom 8. Dezember 2013
  3. Webseite der Nachrichtenagentur Zik vom 8. Dezember 2013
  4. Protesters in Kiev Topple Lenin Statue as Rallies Grow, The New York Times vom 8. Dezember 2013
  5. Twitter-Account von Radoslaw Sikorski, abgerufen am 21. Februar 2014
  6. Toppling of Lenin monument in Kyiv evokes mixed feelings, Kyiv Post vom 10. Dezember 2013