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Lauterkeit (mhd. lūterkeit: Reinheit, Anständigkeit[1]) ist ein Begriff, mit dem faires und ehrliches Verhalten bezeichnet wird. Der Ausdruck findet auch Verwendung in nationalem und internationalem Recht,[2] Wettbewerb, Handel,[3] Marketing, Werbung, Journalismus.[4]

Inhaltsverzeichnis

BedeutungenBearbeiten

Das zugehörige Adjektiv lauter (mhd. lūter, ahd. (h)lūttar = rein; hell, klar, eigtl. = gereinigt, gespült[5]) hat zwei Bedeutungen:[6]

  • rein, unvermischt (z. B.: „lauteres Gold“, „lauteres Quellwasser“, „Er sagt die lautere Wahrheit.“),
  • anständig, edel (z. B.: „ein lauterer Charakter“, „Sie hat lautere Absichten.“, „ein lauteres Gemüt“, „ein Mensch von lauterer Gesinnung“).

Das Substantiv „Lauterkeit“ bezieht sich dabei auf die zweite Bedeutung. Das zugehörige Verb läutern bezeichnet verschiedene Formen der Reinigung.

LauterkeitsrechtBearbeiten

In einer Studie zur Realisierbarkeit eines allgemeinen Rechtsrahmens zur Lauterkeit im Handelsverkehr wird zwischen fünf Rechtsbegriffen unterschieden, „nämlich de[m] der guten Sitten (Österreich, Deutschland, Griechenland, Portugal), der Lauterkeit des Geschäftsverkehrs (Belgien, Italien, Luxemburg und Spanien), der guten Marketingpraxis (Dänemark, Finnland und Schweden), der Rechtswidrigkeit (Niederlande) und des Verschuldens (Frankreich). Die Wortwahl wird nach wie vor stark davon beeinflusst, welchem Rechtskreis das betreffende Land von jeher angehört (Rechtskreislehre)“.[7] Ein Konsens über Lauterkeit ist eine Bedingung für ein gemeinschaftliches Handels- und Wettbewerbsrecht.

PhilosophieBearbeiten

  • Zentraler Begriff der Spätphilosophie von Friedrich Wilhelm Josef Schelling, z. B. in der "Philosophie der Offenbarung" (1841/42, Berliner Vorlesungen).

LiteraturBearbeiten

  • Ralf Höhne: Rechtsprobleme bei der Kontrolle der Lauterkeit in der Forschung, Möglichkeiten und Grenzen der Wissenschaftskontrolle, 2001. ISBN 978-3-7890-7313-7

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Lauterkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lauterkeit in duden.de, abgerufen am 28. März 2010.
  2. Walter Frenz: Handbuch Europarecht: Europäisches Kartellrecht Springer, (books.google.com).
  3. Hans Caspar von der Crone: Übernahmerechtliche Grundsätze: Transparenz, Gleichbehandlung und Lauterkeit; rwi.uzh.ch (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rwi.uzh.ch (PDF), abgefragt 28. März 2010.
  4. Presserat (Memento des Originals vom 26. März 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.presserat.ch (abgefragt am 28. März 2010)
  5. lauter in Duden online, abgerufen am 28. März 2010.
  6. Lauterkeit. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 12: L, M – (VI). S. Hirzel, Leipzig 1885, Sp. 385–386 (woerterbuchnetz.de).
  7. ec.europa.eu@1@2Vorlage:Toter Link/ec.europa.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF), abgefragt am 28. März 2010.
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