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Offizielles Kursbuch

Kursbuch der Schweiz
(Weitergeleitet von Kursbuch (Schweiz))
Gestaltung bis zum Winterfahrplan 1957/58
Gestaltung vom Sommerfahrplan 1958 bis zum Winterfahrplan 1981/82

Das Offizielle Kursbuch (bis 1981 Amtliches Kursbuch) ist gestützt auf Art. 10 der Fahrplanverordnung das im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr bei Stämpfli AG herausgegebene Kursbuch der Schweiz. Publiziert wird das Kursbuch seit 2005/06 online auf einer dafür zur Verfügung gestellten Website (fahrplanfelder.ch), bis 2016/17 erschien es ebenfalls als gedruckte Ausgabe. Ab 2018, seit der Einstellung des gedruckten Offiziellen Kursbuchs, geben die Fahrgastvereine VCS, Pro Bahn Schweiz und IGöV den bisherigen ersten Band (Bahnen, Seilbahnen, Schiffe) in gedruckter Form heraus, während das Buskursbuch nicht mehr als gedruckte Gesamtausgabe erhältlich ist.

Gesetzliche Grundlage für die Publikation des Offiziellen Kursbuches ist Art. 9 und 10 Fahrplanverordnung. Das Offizielle Kursbuch ist folglich das offizielle Verzeichnis von Fahrplänen für die Schweiz und einen bestimmten Zeitraum. Die Fahrpläne der im Kursbuch enthaltenen Bahnstrecken, Schifffahrtslinien, Seilbahnen und Buslinien sind jeweils als PDF einzeln in tabellarischer Form dargestellt. Dabei erhält jede Strecke eine Nummer, mit welcher jede Bahnstrecke bzw. Buslinie leicht zu finden ist, zum Beispiel Fahrplanfeld 600 für die Gotthardbahn in der Schweiz.

GeschichteBearbeiten

KursbücherBearbeiten

Das erste Schweizer Kursbuch erschien 1905 durch eine Zusammenarbeit der Druckerei Stämpfli aus Bern, der Oberpostdirektion und der SBB.[1]

Neben den Bahnstrecken sind in den Schweizer Kursbüchern auch die Bus-, Seilbahn- und Schiffslinien enthalten. Bis zum Winterfahrplan 1981/82 wurde es als Amtliches Kursbuch bezeichnet und erschien zweimal jährlich in je einem Band als Sommer- und Winterfahrplan. Es war mit farbigem Papier aufgeteilt in fünf Bereiche:

  • grün: Informationen, Tarife, Ortsverzeichnis
  • rot: internationale Bahnfahrpläne (Felder B bis Z2)
  • weiss: Eisenbahnlinien (Felder 1 bis 130c), Seilbahnen (Felder 131 bis 324) sowie Tram- und Trolleybuslinien, soweit sie nicht deutlich dem innerstädtischen Verkehr zuzuordnen waren
  • blau: Schiffslinien (Felder 351 bis 379)
  • gelb: Autobuslinien, inklusive innerstädtischem Verkehr, und Pferdekutschen, geordnet nach Postkreisen (Felder 401 bis 848d)

Seit der Einführung des Taktfahrplans im Sommer 1982 trägt es die Bezeichnung Offizielles Kursbuch. Seit der Einführung des Jahresfahrplans zum 31. Mai 1987 wurde es zweiteilig herausgegeben: Der blaue, ca. 1300 Seiten dicke Band beinhaltete die Eisenbahn-, Bergbahn- und Schiffslinien. Der zweite, gelbe Band umfasste rund 2500 Seiten und enthielt die Busfahrpläne. Mit dem Angebotsausbau, aber auch mit der Differenzierung der Angebote zwischen Arbeitstagen und Wochenenden, nahm der Umfang zu und kam an die Grenze dessen, was die Buchbinderei noch verarbeiten konnte. 1996 betrug die Auflage 260'000 Exemplare.[2] Im Dezember 2005 erschien der gelbe Band deshalb im Format DIN A4, womit zwei Seiten pro Blatt gedruckt werden konnten. Das grössere Format wurde teilweise kritisiert und verursachte neue logistische Probleme. Deshalb wurde das Buskursbuch auf das Fahrplanjahr 2008 hin in zwei Bände im DIN-A5-Format aufgeteilt, womit das Kursbuch seit dem 9. Dezember 2007 dreiteilig ist. Seit Dezember 2005 ist der gesamte Inhalt des Kursbuches auch in PDF-Form im Internet verfügbar. Die Liste der aktuellen Fahrplanfelder[3] kann auf der offiziellen Homepage[4] abgefragt und heruntergeladen werden.

Als Alternative und Konkurrenz zum Kursbuch konnte ab 1989 die elektronische Fahrplanauskunft Finajour gekauft werden, welche alle Bahnverbindungen enthielt. Später verkauften die SBB Fahrplandisketten und dann bis und mit Fahrplan 2010 zum gleichen Preis wie das Kursbuch CDs auf Basis der Software HAFAS. Diese Datenträger enthielten aber nicht das gesamte Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel der Schweiz. Insbesondere fehlten spezielle Angebotsformen (Rufbusse, Umlaufseilbahnen) sowie der gesamte Ortsverkehr. Dieser ist hingegen bei der Online-Version von SBB, TPG und ZVV enthalten. Der ZVV bot bis 2013/14 auch weiterhin die Offline-Lösung zum Download an. Sie enthält ausser dem Inhalt des gedruckten Kursbuchs auch die Fahrzeiten verschiedener Linien, die im Kursbuch nur summarisch aufgeführt sind.

Seit 2005/2006 steht das Offizielle Kursbuch im Internet zur Verfügung. Dabei erhält jedes Fahrplanfeld eine eigene PDF. Die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs haben beschlossen, ab 2018 die vollständige gedruckte Ausgabe des Kursbuchs nicht mehr herauszugeben. Dies weil der Erlös aus dem Verkauf der gedruckten Auflage von zuletzt noch 25'000 Exemplaren die Druckkosten nicht mehr deckte. Binnen 12 Jahren war die Auflage somit um fast 100'000 Exemplaren zurückgegangen.[1]

Nachdem schon diverse Kantone oder Regionen eigene, teils umfangreiche, Fahrplanbücher für ihre eigenen Regionen publizierten, beschlossen die Fahrgastvereine Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), Pro Bahn Schweiz und IGöV auf der Grund der Einstellung des gedruckten Offiziellen Kursbuchs eine Ausgabe zu drucken, die das gesamte Offizielle Kursbuch mit Ausnahme der Buslinien abdeckt. Es wird an ausgewählten SBB-Bahnhöfen verkauft.[1]

Nummerierung seit 1982Bearbeiten

Die Linien der Verkehrsmittel sind in nummerierten Fahrplanfeldern aufgeführt. So besitzt die Bahnlinie Basel–Frick–Zürich (Bözberglinie) das Fahrplanfeld 700. Die Seilbahnen und Schiffe haben 2000er- und 3000er-Nummern, wobei die Hunderterstellen in etwa den Bahnlinien folgen, z. B. findet sich die Polybahn in Zürich unter der Nummer 2700 und die Zürichseeschifffahrt unter 3730. Die Kursbuchfeldnummern der Busse basieren auf Regionen, deren Nummerierung ebenfalls grob den Bahnlinien folgt, so haben die Buslinien im ZVV das Präfix 70, gefolgt von einem dreistelligen Suffix, beispielsweise 70.530 für die Linie 530.

PiktogrammeBearbeiten

Im Kursbuch werden folgende Piktogramme eingesetzt (Stand 2016/2017 sowie 2017/2018):

VerkehrsmittelBearbeiten

Piktogramm Bedeutung
  Zug
  Dampfbetrieb
  Autobus
  Doppeldecker
  Schiff
  Dampfschiff
Piktogramm Bedeutung
  Sesselbahn
  Standseilbahn
  Gondelbahn
  Luftseilbahn

VerkehrsmittelcharakteristikBearbeiten

Piktogramm Bedeutung
  Nur 1. Klasse
  Nur 2. Klasse
  Barwagen / Schiff-Buffett
  Bistrowagen / Schiffsbistro
  Catering 3.0
  Direkte Wagen
  Familienwagen mit Spielplatz
  Kein Veloselbstverlad
  Liegewagen
  Minibar
  Keine Gruppenbeförderung
  Panoramawagen
Piktogramm Bedeutung
  Nicht rollstuhlgängig
  Eingeschränkt rollstuhlgängig
  Rollstuhlgängig, Voranmeldung erforderlich
  Rollstuhlgängig
  Reservierung möglich
  Reservierung obligatorisch
  Ruhesessel
  Restaurant
  Selbstkontrolle
  Schlafwagen
  Velos: Reservierung obligatorisch
  Zug mit Zuschlag

Bahnhöfe und HaltestellenBearbeiten

Piktogramm Bedeutung
  Halt nur zum Aussteigen
  Halt nur zum Einsteigen
  Halt auf Verlangen
  Grenzbahnhof
  Flughafen
Piktogramm Bedeutung
  Minimal benötigte Umsteigezeit: 5 Minuten
  Minimal benötigte Umsteigezeit: 8 Minuten

VerkehrstageBearbeiten

Piktogramm Bedeutung
  Montag
  Dienstag
  Mittwoch
  Donnerstag
  Freitag
  Samstag
  Sonntag
  Nacht Freitag/Samstag
  Nacht Samstag/Sonntag
Piktogramm Bedeutung
  Montag–Freitag ohne allg. Feiertage
  Täglich ohne Samstage
  Samstage, Sonn- und allg. Feiertage
  Montag–Samstag ohne allg. Feiertage
  Sonntage und allg. Feiertage
  Verkehrt nicht täglich

FahrplanlesenBearbeiten

Piktogramm Bedeutung
  Ankunftszeit
  Bergfahrt
  Talfahrt
  weiterblättern, weiter rechts
  zurückblättern
  Anschluss mit Umsteigen

GliederungBearbeiten

Gliederung nach dem Stand des Kursbuchs 2010/2011.

Band 1 Bahnen, Seilbahnen, Schiffe:

  • Bahnen: 100 bis 960
  • Autoverlad durch Alpentunnels: 1975 bis 1986
  • Seilbahnen: 2003 bis 2995
  • Schiffe: 3150 bis 3940
  • Nachtbusse: 9201 bis 9609

Band 2 Autobusse West:

  • Autobusse und Tram: 10.000 bis 50.961

Band 3 Autobusse Ost (einschliesslich Fürstentum Liechtenstein):

  • Autobusse und Tram: 60.000 bis 90.951

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. a b c Das Kursbuch lebt weiter, Paul Schneeberger auf nzz.ch, 1. September 2017, abgerufen am 3. September 2017
  2. Loki-Aktuell. In: LOKi. Nr. 7-8. Fachpresse Goldach, Goldach Juli 1996, ISSN 1421-2772, S. 94.
  3. Nummern der Fahrplanfelder
  4. Homepage Fahrplanfelder.