Kostüm (Darstellende Kunst)

Schauspieler in elisabethanischen Kostümen

Unter einem Kostüm versteht man in der darstellenden Kunst eine besondere Form der Kleidung und des Schmucks der Darsteller. Zusätzlich kann Frisur oder Körperbemalung Teil des Kostüms sein.

Für die Gestaltung der Kostüme sind gegebenenfalls Kostümbildner zuständig. Besonders extensiv finden Kostüme Verwendung in Kostümfilmen und als Theaterkostüme.

Geschichte und FunktionBearbeiten

Theaterkostüme werden seit der griechischen Antike von den Darstellern getragen. Ein einteiliges Ganzkörperkostüm erlaubte in der griechischen Tragödie schnelle Rollenwechsel. Schmuck, Farben und weitere Accessoires erlaubten die Verwandlung in verschiedene Figuren.

Bis zur Renaissance wurde das Kostüm als rein dienende Kleidung genutzt: Kostümierung ist ein Mittel, den visuellen Eindruck einer bestimmten Kultur in Zusammenhang mit einer bestimmten zeitlichen Epoche zu erzeugen bzw. zusammen mit der Bühnengestaltung zu verstärken. Außerdem ermöglichen Kostüme, Aussagen über das Alter, die Persönlichkeit, die soziale Klasse, den Beruf und Geschlechterrolle der Figuren sowie über Tages- und Jahreszeit und die Wetterverhältnisse der Szene zu treffen. In der Renaissance kommt die Aufgabe hinzu, verschiedene Nationalitäten und auch Charaktereigenschaften zu verdeutlichen.[1] Im Gegensatz zum Kostüm, das im Karneval getragen wird, ist das Kostüm in der darstellenden Kunst dennoch kein reiner Selbstzweck, sondern dient zur Unterstützung der Figur. Moderne bekannte Beispiele sind die Kostüme der Star Trek Charaktere Seven of Nine und Diana Troi. Vorgenannte im Stringbody mit integriertem Korsett unter einem Catsuit und letztere mit Korsett und Push-up-BH unter einem blauen Kleid mit hohem Beinschlitz, das wie ein Ballettkostüm aus Leotard und Rock bestand. So wurde auch die bis zur Taille unverstärkte Strumpfhose von Herunterrutschen abgehalten. Daneben werden Kostüme auch benutzt, um bestimmte Ausdrucksformen, Haltungen, Proteste auszudrücken.

LiteraturBearbeiten

  • Ulrike Dembski (Hrsg.): Verkleiden – Verwandeln – Verführen. Bühnenkostüme aus der Sammlung des Österreichischen Theatermuseums. Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum. Wien 2011, ISBN 978-3-85033-468-6.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 11, Leipzig 1907, S. 537–539 (zeno.org)
  • Annemarie Bönsch: Kostüm. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kostüme – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Kostüm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die dienende Haut (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today)