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Geschichte
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Fremde Freiheitsbrüder in Zunftkleidung

Die Kluft (rotwelsch für Kleid, Anzug; vielleicht von hebräisch ḥalīfā – Kleider oder qelīfā – Schale)[1] ist die traditionelle Zunftkleidung oder Tracht eines Bauhandwerkers, insbesondere der Wandernden Gesellen während der Wanderjahre. Sie besteht aus:

  • dem Hut: Schlapphut mit breiter Krempe, Zylinder oder Koks, welcher immer schwarz ist
Zimmerleute haben in der Regel einen Schlapphut, den Obermann. Das Tragen des Hutes unterliegt Regeln, er wird nur zu besonderen Gelegenheiten abgenommen.
  • der Staude: einem weißen Hemd, unter Umständen mit Biesen
  • der Hose (mit unterschiedlichem Schlag) mit Zollstocktasche, sie besitzt eine Hosenklappe mit zwei Reißverschlüsse
  • der Weste mit sechs bis acht weißen Knöpfen. Die Weste wird auch als Kreuzspinne bezeichnet
  • dem Jackett mit sechs Knöpfen und Knöpfen an den Ärmeln
  • Schuhen oder Stiefeln
  • der Ehrbarkeit (ähnlich einer Krawatte oder einem Binder). An der Farbe der Ehrbarkeit kann die Zugehörigkeit des Gesellen zu einem Schacht erkannt werden. Freireisende tragen keine Ehrbarkeit.
  • einem Ohrring, (evtl. mit Zunftzeichen) der gegebenenfalls mit Hammer und Nagel mit einem gezielten Schlag gestochen wird
  • dem Stenz (bei Wandergesellen), einem zumeist selbstgemachtem Wanderstock
  • der Koppel mit Koppelschloss (mit jeweiligem zugehörigem Zunftzeichen)
  • Taschenuhr mit Uhrkette an der Weste. An der Kette werden die Wappen der besuchten Städte befestigt (ähnlich einem Charivari).[2]

Die Farbe der Kluft ist je nach Beruf unterschiedlich (schwarz bei Holzberufen; hell bei Steinberufen, d. h. (früher weiß) jetzt grau für Maurer oder beige/braun für Steinmetz und Steinbildhauer; blau bei Metallberufen[3]). Sie ist aus verschiedenen Stoffenbindungen wie: Manchester-, Trenker- oder Genuacord, Pilot, Samt eventuell mit Biesen (nur bei Schachtszugehörigkeit in der jeweiligen Farbe), Englischleder oder Zwirn-Doppel-Pilot.

Farben der Ehrbarkeit bzw. Erkennungsmerkmale bzw. Farben der Paspeln

Nicht direkt zur Kluft, aber eindeutig der Kleidung und der jeweiligen Vereinigung zugeordnet ist der Charlottenburger.

LiteraturBearbeiten

  • Konrad Vanja: Ohrringträger in „Zivil“. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hrsg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Waxmann Verlag, Münster 1997, ISBN 3-89325-550-8, S. 353–366.
  • Dieter Sinn, Renate Sinn: Der Alltag in Preußen. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7973-0499-4, S. 69ff.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Kluft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Kluft#2, abgerufen am 20. Mai 2019.
  2. Mareike Schaal: Die Kluft der Zimmerer. Abgerufen am 1. März 2016.
  3. Jochen Wurft: Die Wanderschaft - Stoimetz.de. Abgerufen am 9. August 2017.