Kinopolis

deutsches Kinounternehmen

Die Kinopolis-Gruppe (Eigenschreibweise KINOPOLIS-Gruppe) gehört mit einer mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte zu den traditionsreichsten deutschen Kinounternehmen. Das in Darmstadt ansässige Familienunternehmen betreibt überwiegend Multiplex-Kinos an bundesweit 16 Standorten mit 142 Leinwänden und ca. 25.457 Sitzplätzen und zählt damit zu den größten Kinobetreibern Deutschlands.

KINOPOLIS-Gruppe

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Rechtsform GmbH
Gründung 1905
Sitz Darmstadt
Leitung Gregory Theile
Website www.kinopolis.de

UnternehmenBearbeiten

Die Unternehmensgruppe blickt auf eine mehr als 110-jährige Geschichte zurück: Unternehmensgründer August Daub eröffnete sein erstes Kino 1905 in Baden-Baden. Zehn Jahre später entstand der erste Filmpalast, die Kammer-Lichtspiele in Stuttgart. 1923 erfolgte mit der Gründung der Palast-Lichtspiele AG die Errichtung eines der größten deutschen Filmtheater mit mehr als 1.300 Sitzplätzen. Unter dem Namen Palastbetrieb Schmid & Theile GmbH expandierte das Unternehmen besonders in den 1960ern und 1970ern. 1970 übernahm Wolfgang Theile von seinem Vater Rolf Theile die Leitung des Unternehmens und baute es zu einer der erfolgreichsten deutschen Kinoketten aus. Nach einem zwischenzeitlichen Joint-Venture mit der australischen Kinokette Hoyts sowie einem Verkauf wesentlicher Unternehmensbestandteile an die Kinowelt-Gruppe befindet sich die Kinopolis-Gruppe seit 2002 wieder ausschließlich im Familienbesitz. Seit 2004 wird das Unternehmen in vierter Generation von Dr. Gregory Theile geleitet.

StandorteBearbeiten

 
Das Kinopolis in Viernheim

Das Unternehmen ist in erster Linie im mittleren und südlichen Teil Deutschlands vertreten. Zu den größten Standorten zählen der Mathäser Filmpalast in München und die Niederlassungen im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, Landshut und Viernheim. Der überwiegende Teil der zur Gruppe gehörenden Kinos befindet sich in innerstädtischer Lage, die übrigen in unmittelbarer Nähe zu Einkaufszentren. Die einzelnen Standorte variieren sowohl hinsichtlich der Anzahl und Größe der Säle als auch in Bezug auf die Programmstruktur. Das Spektrum reicht dabei vom mehrfach ausgezeichneten Programmkino Rex in Darmstadt bis hin zum besucherstärksten Kino Deutschlands, dem Mathäser Filmpalast in München.

Nachdem seit 2009 die Digitalisierung der Kinos in Deutschland an Fahrt gewann, konnte Kinopolis im Jahre 2011, als erste deutsche Kinokette, alle Kinosäle auf die neue digitale Projektionstechnik umstellen, um auch 3D-Filmproduktion vorführen zu können. 2011 eröffnete das Unternehmen in Hanau ein neues Multiplex mit 1.131 Plätzen in acht Sälen. Dieses Kino war das erste des Unternehmens, welches bereits seit Eröffnung ausschließlich digital projiziert.

2013 eröffnete das Unternehmen in Gießen das jüngste Kino der Gruppe. Der Komplex umfasst neun Säle mit insgesamt 1.461 Plätzen, wovon ein Saal, als erster der Gruppe, mit dem neuen Dolby-Atmos-Tonsystem ausgestattet ist. Mittlerweile wurden zwei weitere Säle mit diesem Tonsystem umgebaut. Weiterhin bemerkenswert ist die Kooperation zwischen Kino und Hochschule: Die TH-Mittelhessen nutzt vormittags drei Säle als Hörsäle. Außerdem ist im Gebäude die neue Studiobühne des Stadttheater Gießen untergebracht, welche das Theater im Löbershof ersetzen soll. In Gießen betreiben die Rolf Theile Filmtheaterbetriebe (ebenfalls der Kinopolis-Gruppe angehörig) auch das Kinocenter, welches am Ort bereits seit 1912 existiert, und in vier Sälen insgesamt 438 Besuchern Platz bietet. Die Theile-Filmtheater Heli und Roxy stellten, kurz vor der Eröffnung des Kinopolis, den Betrieb ein.

Alle Standorte im Überblick[1]
Ort Name Säle Sitzplätze
Aschaffenburg Kinopolis 11 1.602
Bad Godesberg Kinopolis 11 2.105
Darmstadt Citydome (Helia, Festival, Programmkino Rex) 11 1.281
Kinopolis (seit Dezember 2013)[2] 8 1.840
Freiberg Kinopolis 5 905
Gießen Kinopolis 9 1.355
Kinocenter 4 470
Hanau Kinopolis 8 998
Karlsruhe Universum City Kinos 5 713
Koblenz Kinopolis 14[3] 1761[3]
Landshut Kinopolis 11 1.640
München Gloria Palast 1 242
Mathäser Filmpalast 14 3.832
Rosenheim Kinopolis (ehemals Citydome) 8 1.190
Sulzbach Kinopolis Main-Taunus 12 3.266
Viernheim Kinopolis Rhein-Neckar 10 2.257

Geiselnahme im Kinopolis Viernheim 2016Bearbeiten

Am 23. Juni 2016 ereignete sich um 14:45 Uhr eine Geiselnahme im Foyer des Kinopolis Rhein-Neckar in Viernheim.[4][5] Der Täter kam bei der Erstürmung durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) ums Leben,[6] niemand sonst wurde verletzt.[7] Die Geiselnahme soll laut Polizei um 18:00 Uhr beendet worden sein. Aufgrund des heißen Wetters waren an dem Tag nur sehr wenige Besucher im Kino. Es soll sich laut Polizei um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt haben.[7] Wie sich später herausstellte, war der Täter nicht mit scharfen Waffen ausgerüstet. Stattdessen verfügte er über eine Schreckschusspistole, ein Schreckschussgewehr und eine Handgranatenattrappe.[8]

Events im KinoBearbeiten

Neben regulären Filmvorführungen bietet die KINOPOLIS-Gruppe regelmäßig Sonderveranstaltungen an, die zumeist live per Satellit in die Kinos übertragen werden: z. B. Opern- und Konzertübertragungen wie die Metropolitan Opera New York oder das Royal Opera House aus London. Auch Sportevents wie Super Bowl oder Fußball-Weltmeister- oder Europameisterschaften werden live auf der großen Kinoleinwand gezeigt. Unternehmen wird darüber hinaus die Möglichkeit geboten über die firmeneigene Marketingagentur CineArt Kinosäle samt Foyer für Veranstaltungen wie Betriebsversammlungen, Schulungen, Tagungen, Produktpräsentationen oder Weihnachts- und Betriebsfeiern zu buchen.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Standorte KINOPOLIS. Abgerufen am 17. März 2021.
  2. Kinopolis kommt (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive), Darmstädter Echo, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  3. a b Kinopolis Koblenz: Saalinformationen. Abgerufen am 26. Juli 2019.
  4. SWR.de: Kinopolis Viernheim: Bewaffneter verschanzt sich in Kino - tot vom 23. Juni 2016
  5. Rhein-Neckar-Zeitung: Amoklauf im Viernheimer Kinopolis vom 23. Juni 2016
  6. bz-berlin.de
  7. a b Viernheim: Bewaffneter in Kino getötet. (Memento vom 23. Juni 2016 im Internet Archive) auf zdf.de, vom 23. Juni 2016. Abgerufen am 23. Juni 2016.
  8. spiegel.de - Keine schwarfen Waffen