Cinestar

deutsche Kinokette
CineStar
CMS Cinema Management Services GmbH & Co. KG[1]

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1948
Sitz Lübeck, Deutschland
Leitung Mathew Duff, Gregory Dean, Oliver Fock (Geschäftsführer)
Branche Kinobetreiber
Website www.cinestar.de
Stand: 23. Juli 2020

CineStar in der Stadthalle Lübeck
Stammsitz war das Kino Lichtspiele Hoffnung in Lübeck
CineStar Metropolis in Frankfurt am Main

CineStar ist ein Betreiber von 52 Kinos, und mit 406 Leinwänden und 91.454 Plätzen Marktführer in Deutschland.

UnternehmensgeschichteBearbeiten

Die Gruppe wurde als Privatunternehmen von Hilma und Albert Kieft nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und unter dem Namen Kieft & Kieft Filmtheater geführt. Stammhaus war das 1948 eröffnete Kino Lichtspiele Hoffnung in Lübeck, das 2004 nach einem Brand geschlossen wurde.

Der Aufstieg der Unternehmensgruppe begann nach der deutschen Wiedervereinigung mit der Übernahme zahlreicher Kinos in der früheren DDR. Nach ersten Erfolgen des modernen Konzepts wurde 1993 in Lübeck die Stadthalle zum ersten „CineStar“-Multiplexkino der Kiefts aufgebaut. Die Stadthalle ist traditioneller Hauptaustragungsort der Nordischen Filmtage Lübeck. Der erste CineStar-Filmpalast wurde 1995 in Wismar eröffnet. 1998 übernahm der größte australische Kinobetreiber Greater Union durch seine Tochtergesellschaft Amalgamated Holdings Limited (AHL) im Rahmen eines Joint Venture 50 Prozent der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH. 2000 wurde das „CineStar Original“ im Sony Center Berlin eröffnet. Es spezialisierte sich auf Filme in englischer Originalsprache und beheimatete auch ein IMAX-3D-Kino. In Leipzig wurde 2001 ein weiteres CineStar-Kino eröffnet, das sich schnell als Veranstaltungsort diverser Festivals wie dem Wave-Gotik-Treffen oder der DOK Leipzig etablierte.

Nach der Übernahme von 30 Kinos der Ufa-Gruppe 2003 war das Unternehmen mit 3.700 Mitarbeitern und 132.735 Sitzplätzen in seinen Kinos Marktführer unter den deutschen Kinobetreibern.[2] Auch einige Partnerkinos unter dem Markennamen Village Cinema oder mit individuellen Traditionsnamen gehören zur CineStar-Gruppe. Die Kieft & Kieft Filmtheater GmbH und die Onex Kino GmbH gründeten zu diesem Zweck die „Neue Filmpalast GmbH“.[3]

Die Übernahme der maroden Ufa-Theatergruppe erwies sich jedoch als Fehlentscheidung, die schwere finanzielle Krise der Ufa sprang auch auf die CineStar-Gruppe über. In der Folge übernahm 2004 der bisherige Joint-Venture-Partner Amalgamated Holdings Limited (AHL), der seit 1998 mit 50 Prozent an der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH beteiligt war, die Geschäftsanteile der Geschwister Kieft. Damit hielt AHL 100 Prozent an der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH sowie 50 Prozent an der Neuen Filmpalast GmbH & Co. KG, letztere ist für die Ufa-Kinos zuständig. Marlis und Heiner Kieft blieben vorerst als Geschäftsführer neben David Seargeant (AHL) im Management tätig.[4] Ein Teil der Ufa-Theater wurde an den Ufa-Insolvenzverwalter zurückgegeben.

Es folgte eine Umfirmierung der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH in Greater Union Filmpalast GmbH, welche somit Teil der Kinosparte des australischen Entertainmentkonzerns AHL wurde. Diese betreibt unter den Markennamen Greater Union, Birch Carroll & Coyle sowie CineStar Kinos in Australien, Europa und im Nahen Osten. In Deutschland wurde ein Online-Kinomagazin gegründet, das zuerst für zwei Jahre von Nova Meierhenrich moderiert wurde. 2011 übernahm dies Nina Eichinger.

Für die Beschäftigten in den CineStar-Kinos in Deutschland trat zum 1. Januar 2013 ein einheitlicher Tarifvertrag in Kraft.[5] Um die Verhandlungen voranzubringen, wurde seit Dezember 2011 in mehreren Filmtheatern immer wieder die Arbeit niedergelegt.[6][7][8] Die Beschäftigten wurden dabei durch die Gewerkschaft ver.di unterstützt.

Im Dezember 2015 erfolgte die Umfirmierung von der Besitzerin AHL in Event Hospitality & Entertainment Limited. 2017 ging David Seargeant als Geschäftsführer in den Ruhestand, seine Nachfolge trat Jane Hastings an.

Im Oktober 2018 wurde der Verkauf der Kinokette an die britische Vue Entertainment bekanntgegeben, die schon Eigentümer der Cinemaxx-Kinos ist.[9] Das Bundeskartellamt stimmte dem Verkauf am 2. März 2020 unter der Bedingung zu, dass innerhalb von sechs Monaten fünf Cinestar-Kinos und ein Cinemaxx-Kino an Wettbewerber verkauft werden, um ein Monopol in den sechs Städten zu verhindern. Betroffen sind die Städte Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg, Remscheid und Mülheim an der Ruhr.[10]

Zum 1. Januar 2020 schloss das Cinestar Original im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin und damit auch das Cinestar IMAX. Als Grund wurde Unrentabilität wegen Mietsteigerungen und Besuchermangel genannt.[11]

Kino-StandorteBearbeiten

Stadt Kino Säle Sitzplätze davon Rollstuhlplätze
Augsburg CineStar Augsburg 9 1.595
Bamberg CineStar – Der Filmpalast 8 1.539 8
Berlin – Alexanderplatz/Mitte CineStar – CUBIX Filmpalast 9 2.451 14
Berlin – Hellersdorf CineStar – Der Filmpalast 7 1.462 8
Berlin – Prenzlauer Berg Kino in der KulturBrauerei 8 1.583 8
Berlin – Tegel CineStar – Der Filmpalast 9 2.318 11
Berlin – Treptow CineStar – Der Filmpalast 9 2.409 18
Bonn Stern Lichtspiele 3 520
Bremen CineStar Kristall-Palast 11 3.339
Chemnitz CineStar – Der Filmpalast am Roten Turm 11 2.302 22
Crimmitschau CineStar – Der Filmpalast 3 441
Dortmund CineStar – Der Filmpalast 14 3.691 16
Düsseldorf CineStar – Der Filmpalast 9 2.534
Emden CineStar – Der Filmpalast 6 923 7
Erfurt CineStar – Der Filmpalast 8 2.158 8
Erlangen CineStar – Der Filmpalast 10 1.976 10
Frankfurt (Oder) CineStar – Der Filmpalast 6 1.392 11
Frankfurt am Main CineStar – Der Filmpalast 8 1.918 24
Frankfurt am Main CineStar Metropolis 12 3.498 19
Fulda CineStar – Der Filmpalast 8 1.683 18
Garbsen CineStar – Der Filmpalast 9 2.284 10
Greifswald CineStar – Der Filmpalast 6 944 8
Gütersloh CineStar – Der Filmpalast 8 1.315 8
Hagen CineStar – Der Filmpalast 8 2.107 18
Ingolstadt CineStar – Der Filmpalast 10 1.749 11
Jena CineStar – Der Filmpalast 8 1.434 9
Karlsruhe Partnerkino Filmpalast am ZKM 12 3.532 24
Konstanz Partnerkino CineStar – Der Filmpalast 9 1.439 10
Leipzig CineStar – Der Filmpalast 8 2.420 20
Lübeck CineStar – Filmpalast Stadthalle 7 1.426
Lübeck Filmhaus 3 375
Ludwigshafen CineStar – Der Filmpalast 11 2.027 20
Magdeburg CineStar – Der Filmpalast 9 2.221 22
Mainz CineStar – Der Filmpalast 10 2.720 25
Neubrandenburg CineStar – Der Filmpalast 8 1.734
Neumünster CineStar Neumünster 7 1.191
Oberhausen CineStar – Der Filmpalast 9 2.529
Remscheid CineStar Remscheid 6 1.094
Rostock CineStar – Der Filmpalast 7 1.864
Rostock CineStar Capitol Filmpalast 4 1.089 21
Saarbrücken CineStar – Der Filmpalast 11 2.516 12
Siegen CineStar – Der Filmpalast 9 1836 6
Stade CineStar – Der Filmpalast 5 956 4
Stralsund CineStar – Der Filmpalast 6 1.173 6
Villingen-Schwenningen CineStar – Der Filmpalast 7 1.658 7
Waren (Müritz) CineStar – Der Filmpalast 3 466 2
Weimar CineStar im Atrium 2 386
Weimar CineStar – Der Filmpalast 6 984 6
Wildau CineStar – Der Filmpalast 10 2.182 9
Wismar CineStar – Der Filmpalast 4 652
Wolfenbüttel CineStar – Der Filmpalast 6 1.104 4
Insgesamt: 52 Standorte 406 Säle 91.454 Sitzplätze 480 Rollstuhlplätze

Stand: 23. Juli 2020

 
CineStar

CineStar im AuslandBearbeiten

Bis 2002 gab es auch in Österreich CineStar-Kinos, danach zog sich das Unternehmen vom österreichischen Markt zurück. Die Gebäude wurden von Cineplexx übernommen.[12] Im Jahre 2001 eröffnete das CineStar in Österreich das zweite Kino in Wien.[13] In der Schweiz existiert ein CineStar-Kino in Lugano. Dazu kommen 13 Kinos in Tschechien, darunter das größte Kino des Landes im Prager Stadtteil Smíchov.[14] Zudem führt CineStar Kinos in Kroatien sowie in Bosnien und Herzegowina.

WeblinksBearbeiten

Commons: CineStar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.cinestar.de/impressum
  2. Kieft & Kieft kauft die Ufa-Kette. In: Spiegel Online. 17. Februar 2003, abgerufen am 23. Juli 2020.
  3. Der deutsche Marktführer: – WELT. In: DIE WELT. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  4. Eine Kinoqueen tritt ab. In: www.mediabiz.de. 17. Dezember 2010, abgerufen am 23. Juli 2020.
  5. kinonetzwerk.verdi.de: Tarifverträge in der Kinobranche
  6. Mike Fiebig: Cinestar-Mitarbeiter in Hagen streiken weiter. In: DerWesten.de. 14. November 2012, abgerufen am 23. Juli 2020.
  7. Anja Schröder: Vier Tage Streik an der Kinokasse im Cinestar Dortmund – Vorstellungen ausgefallen. In: DerWesten.de. 9. Januar 2012, abgerufen am 23. Juli 2020.
  8. Anja Schröder: Erste "Quittungen" für langen Streik im Cinestar Dortmund. In: DerWesten.de. 29. Mai 2012, abgerufen am 23. Juli 2020.
  9. Kinoketten: Cinemaxx-Eigner kauft Cinestar In: tagesschau.de, 22. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  10. Marc Mensch: Bundeskartellamt gibt grünes Licht für CineStar-Übernahme – unter Auflagen. In: Blickpunkt:Film. 2. März 2020, abgerufen am 2. März 2020.
  11. CineStar im Sony-Center macht dicht. In: rbb24.de. 15. November 2019, abgerufen am 8. Januar 2020.
  12. Kino am Wienerberg eröffnet am 12. Dezember wieder. In: Der Standard. 12. November 2002, abgerufen am 23. Juli 2020.
  13. Cinestar eröffnet zweites Kino in Österreich. In: Blickpunkt:Film. 1. Juni 2001, abgerufen am 23. Juli 2020.
  14. CineStar Praha – Anděl. In: Prague.eu The Official Tourist Website for Prague. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).