Hauptmenü öffnen

Kartoffelstärke

ist aus Kartoffeln extrahierte Stärke
Kartoffelmehl

Kartoffelstärke (auch Kartoffelmehl) ist aus Kartoffeln extrahierte Stärke.

Inhaltsverzeichnis

HerstellungBearbeiten

Die Zellen von der Pflanzenknolle enthalten das Stärkekorn (Leukoplasten). Um die Stärke zu extrahieren, werden die Kartoffeln erst zerrieben, sodass die Stärkekörner aus den zerstörten Zellen austreten. Danach wird die Stärke ausgewaschen und zu Pulver getrocknet.

Bei der Gewinnung von Kartoffelstärke entsteht als Nebenprodukt Kartoffelpülpe beziehungsweise nach dem Abpressen von Wasser Kartoffelpresspülpe, die vor allem als Futtermittel für Milchkühe und Mastrinder verwendet wird.

EigenschaftenBearbeiten

Kartoffelstärke enthält typische große sphärisch-ovale Stärkekörner, ihre Größe liegt zwischen 5 und 100 μm. Kartoffelstärke ist eine sehr reine Stärke, mit einer minimalen Menge von Eiweiß oder Fett. Das Mehl hat dadurch eine klare weiße Farbe und die gekochte Stärke einen neutralen Geschmack, gute Klarheit, hohe Viskosität, lange Textur und minimale Tendenz zum Schäumen oder Gelbfärbung der Lösung.

Kartoffelstärke enthält ungefähr 800 ppm Phosphat zu Stärke gebunden; dieses Phosphat erhöht die Viskosität und gibt der Lösung einen leicht anionischen Charakter, eine niedrige Verkleisterungstemperatur (ca. 62,5 °C)[1] und hohe Quellfähigkeit.

VerwendungBearbeiten

Kartoffelstärke wird als Speisestärke beim Kochen und Backen eingesetzt. In Deutschland ist sie daher als Backzutat allgemein erhältlich, oft als Kartoffelmehl bezeichnet.

Kartoffelmehl wird als Gleitmittel im Carrom-Spiel verwendet. Aber die Kartoffel wird auch zur Bioplastiktüte verwendet. Außerdem wird Kartoffelstärke – wie Stärke aus anderen nachwachsenden Rohstoffen – als Klebstoff eingesetzt, z. B. bei der Herstellung von Wellpappe. Auch Pelikanol wurde aus Kartoffelstärke hergestellt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Starch Gelatinization at Different Temperatures as Measured by Enzymic Digestion Method. In: Agricultural and Biological Chemistry. 1983, Band 47, Nr. 11. S. 2421–2425.