Karlheinz Geißler

deutscher Wirtschaftspädagoge und Zeitforscher

Karlheinz A. Geißler (* 20. Oktober 1944 in Deuerling; † 9. November 2022 in München[1]) war Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität der Bundeswehr in München und Zeitforscher.

Leben und WerkBearbeiten

Geißler absolvierte in München ein Studium der Philosophie, der Ökonomie und der Pädagogik und promovierte zum Dr. rer. pol. (Doktor der Wirtschaftswissenschaften). Nachdem er kurze Zeit als Lehrer an berufsbildenden Schulen tätig war, folgten Forschungs- und Lehrtätigkeiten an den Universitäten in Karlsruhe, Augsburg und München. In München war er von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2006 an der Universität der Bundeswehr tätig. Geißler erhielt Gastprofessuren an Universitäten im In- und Ausland.

Geißler war Mitgründer und Leiter des Projekts Ökologie der Zeit der Evangelischen Akademie Tutzing und Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik. Er leitete das Institut für Zeitberatung timesandmore.[2] Er war als Autor, Vortragender und Zeitberater tätig. Er hatte keinen Führerschein[3] und lebte etwa 36 Jahre lang ohne Uhr.[4] Er war verheiratet. Der Ehe entstammen zwei Kinder. Geißler wohnte in Perlach.[3]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Es muss in diesem Leben mehr als Eile geben. Herder-Verlag, Freiburg 2001.
  • Vom Tempo der Welt – und wie man es überlebt. Herder-Verlag, Freiburg 2004.
  • Anfangssituationen. Was man tun und besser lassen sollte. Verlagsgruppe Beltz, Weinheim u. Basel 2005.
  • Schlußsituationen. Die Suche nach dem guten Ende. Verlagsgruppe Beltz, Weinheim u. Basel 2005.
  • Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort. Unsere Suche nach dem pausenlosen Glück. Herder-Verlag, Freiburg 2005.
  • Wart’ mal schnell. Wie wir der Zeit ein Schnippchen schlagen. Herder-Verlag, Freiburg 2005.
  • Alles Espresso. Kleine Helden der Alltagsbeschleunigung. Hirzel-Verlag, Stuttgart 2006.
  • Zeit – verweile doch … Lebensformen gegen die Hast. Herder-Verlag, Freiburg 2008.
  • Lob der Pause. Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind. oekom verlag, München 2010, ISBN 978-3-86581-200-1.
  • Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine. oekom verlag, München 2011, ISBN 978-3-86581-250-6.
  • Enthetzt Euch! Weniger Tempo – mehr Zeit. S. Hirzel, 2012, ISBN 978-3-7776-2283-5.[5]
  • Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine. oekom verlag, München 2014, ISBN 978-3-86581-465-4.
  • Time is honey: Vom klugen Umgang mit der Zeit. (zusammen mit Jonas Geißler) oekom verlag, München 2015, ISBN 978-3-86581-706-8.
  • Die Uhr kann gehen: das Ende der Gehorsamkeitskultur, S. Hirzel-Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-7776-2788-5.
  • mit Harald Lesch: Alles eine Frage der Zeit. Warum die »Zeit ist Geld«-Logik Mensch und Natur teuer zu stehen kommt. Oekom Verlag, 2021, ISBN 978-3-96238-248-3.

InterviewsBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Marlene Knobloch: Moment mal. Zeit ist Macht, gerade jetzt, wo die Welt ein wenig anders tickt. Aber verpassen wir nicht mit jedem Termin ein bisschen mehr? Herumtrödeln mit dem Zeitforscher Karlheinz Geißler. In: Süddeutsche Zeitung, Jg. 2022, Nr. 88, Ostern, 16./17./18. April 2022, S. 3. (Digitalisat auf sueddeutsche.de, abgerufen am 18. April 2022, Bezahlschranke.)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nachruf auf den Forscher Karlheinz Geißler: Verfechter der Muse und der Entschleunigung. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 11. November 2022]).
  2. Politik und der Faktor Zeit: Merkel und die Flucht vor der Pseudoaktivität. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Juni 2010.
  3. a b Ein Leben ohne Uhr. In: sueddeutsche.de. 31. März 2013, abgerufen am 24. August 2018.
  4. Lars von der Gönna: Der Zeitforscher lebt ohne Uhr, Interview, DerWesten (WAZ-Mediengruppe) vom 25. März 2011
  5. Wieviel Zeit haben wir noch, Herr Geißler? In: FAZ. 27. August 2011, S. Z 6 (faz.net).