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Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

Organisation
Abbildung von Karl Kübel auf einer Fahne vor dem Gebäude der Stiftung
Der Sitz der Stiftung in Bensheim (Darmstädter Straße)

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie ist eine im Jahr 1972 von Karl Kübel gegründete rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz im südhessischen Bensheim.

GeschichteBearbeiten

Die Stiftung wurde 1972 vom Unternehmer Karl Kübel gegründet, der den Erlös seiner 1973 verkauften 3K-Möbelwerke und den größten Teil seines Privatvermögens in die Stiftung einbrachte. Neben den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen bilden Drittmittel und Spenden die materielle Grundlage für die Stiftungsarbeit.

Gemeinsam mit Partnern setzt sich die Karl Kübel Stiftung dafür ein, dass Kinder von Anfang an durch kompetente Erwachsene in ihren Bildungs- und Entwicklungsprozessen unterstützt und gefördert werden. Die operative Tätigkeit der Stiftung bezieht im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes von "Hilfe zur Selbsthilfe" alle Akteure vor Ort mit ein, die sich präventiv und nachhaltig für die kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität von Familien einsetzen. Die Stiftung sieht Bildung als Grundlage für Empowerment, Armutsbekämpfung und als Chance für Sicherheit und Inklusion im jeweiligen Lebensraum. Sie beruft sich dabei auf den ökumenischen Glaubensgrund des Christentums.

GliederungBearbeiten

Das gemeinnützige Engagement der Stiftung gliedert sich in drei Bereiche: Inlandsarbeit, Bildung und Entwicklungszusammenarbeit.

Die Abteilung Inland und Kommunikation initiiert und begleitet bundesweit nachhaltige Vorhaben zur ganzheitlichen Bildung im Sozialraum – GaBi[1]. Sie hat zum Ziel, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die Bedürfnisse vielfältiger Familien zu sensibilisieren und im Verbund mit Partnern ein familiengerechtes Lebensumfeld zu gestalten. Ihr Engagement gilt unter anderem der modellhaften Entwicklung von Kinder- und Familienzentren und der Etablierung von Beteiligungsstrukturen.

In Deutschland gehören drei Bildungsinstitute zur Stiftung: das Odenwald-Institut[2] im hessischen Wald-Michelbach mit Tagungshäusern auf der Tromm, das Felsenweg-Institut[3] in Dresden und das Osterberg-Institut[4] in Niederkleveez, Schleswig-Holstein bieten Kurse und Veranstaltungen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Führung, persönliche und berufliche Weiterbildung und Stärkung des Familienlebens an. In Indien, dem Schwerpunktland der Entwicklungszusammenarbeit, wurde zur Schulung der Mitarbeiter der Partnerorganisationen vor Ort 1999 das Karl Kübel Institute for Development Education in Coimbatore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu eröffnet.[5] Im Mittelpunkt der Arbeit des Bereichs Entwicklungszusammenarbeit der Stiftung stehen Projekte in Indien, den Philippinen, im Kosovo, in Äthiopien und in Nepal sowie entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland.

ProjekteBearbeiten

In Deutschland verstecken sich hinter dem Obertitel "GaBi – Ganzheitliche Bildung im Sozialraum" Projekte wie "Drop In(inklusive)"[6] und die Begleitung der Entwicklung von familienfreundlichen Quartieren unter Einbezug von Familienzentren, die nach den englischen Konzepten Sure Start[7] und Early Excellence arbeiten. Die Stiftung kooperiert mit vielen Bundesländern, mit Landkreisen, Kommunen oder Städten. Bedeutende Kooperationen gibt es u. a. mit den Ländern Hessen, Sachsen, Thüringen und Berlin. Zahlreiche lokale Projekte wie Drop In(klusive), Literacy – Lernen mit Echtzeug[8], Fachtagungen zu den Themen Arbeit mit Kindern aus fluchterfahrenen Familien, Inklusion und Chancengerechtigkeit in frühkindlichen Bildungsbereichen wirken direkt vor Ort.

Die Karl Kübel Stiftung organisiert Großveranstaltungen, wie den Hessischen Familientag, der in zweijährigem Rhythmus gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und in Kooperation mit der jeweils gastgebenden Stadt veranstaltet wird und durchschnittlich 30.000 Besucher verzeichnet. Seit 2004 führt die Karl Kübel Stiftung die Geschäfte der Hessenstiftung – Familie hat Zukunft.

In den Gebieten der Entwicklungszusammenarbeit sind die Hauptziele analog zur Inlandsarbeit die Verbesserung der Lebensverhältnisse besonders bedürftiger Bevölkerungsgruppen vor Ort und die Schärfung des Bewusstseins für globale Verantwortung in Deutschland. Die Stiftung beteiligt sich am "weltwärts-Programm"[9] der Bundesregierung und entsendet junge Freiwillige in ihre Projekte nach Indien und in die Philippinen.

Karl-Kübel-PreisBearbeiten

Seit 1990 - mit zehnjähriger Unterbrechung - verleiht die Karl Kübel Stiftung den bundesweit ausgeschriebenen Karl Kübel Preis[10]. Bis 2014 wurde er für beispielhaftes und herausragendes Engagement von Organisationen und Initiativen für die Belange von Eltern und Kindern in Deutschland verliehen und war mit 50.000 Euro dotiert. Seit 2015 würdigt der Preis bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich in besonderem Maße für Kinder und Familien engagieren und ist mit 25.000 Euro dotiert.[11] Er wird durch den Dietmar Heeg Medienpreis[12] für journalistische Leistungen zu Themen von Kind und Familie ergänzt.

Zu folgenden Themen wurde der Karl Kübel Preis in den 1990er Jahren vergeben:

  • 1990: "Wenn Familien aktiv werden…"
  • 1991: "Von Familien getragen"
  • 1992: "Wie Familien – Leben gestalten"
  • 1993: "Wie Familien – Leben schützen"
  • 1994: "Miteinander leben – voneinander lernen"
  • 1995: "Familie und Arbeit"
  • 1996: "Familie und Wohnen"
  • 1997: "Familien – religiös und tolerant"
  • 1998: "Lebensmodelle des Teilens – Familien gehen neue Weg"
  • 1999: "Ohne uns geht gar nichts – Familieninitiativen in religiösen Gemeinden"

Preisträger ab 2010:

  • Preisträger 2010: Bildungsforum Mengerskirchen (Hessen)
  • Preisträger 2011: Projekt Familien lernen Zukunft in Minden (Nordrhein-Westfalen), Lernort Bauernhof Hofgut Oberfeld in Darmstadt (Hessen), Initiative kikuna in Dornstadt (Baden-Württemberg)
  • Preisträger 2012: Bildungshaus Lurup (Hamburg)
  • Preisträger 2013: REFUGIO München, die Sozialen Dienste afrikanischer Migranten, SAM (Essen), das Internationale Frauen- und Mädchenzentrum e.V. (IFMZ), (Nürnberg)[13]
  • Preisträger 2014: Familiennetzwerk Kamen e.V. (Kamen), Familienzentrum und Kinderfreizeithaus Ritterburg (Berlin)[14]
  • Preisträger 2015: Ulrich Wickert[15]
  • Preisträger 2016: Peter Maffay[16]
  • Preisträger 2017: Maria Furtwängler[11]
  • Preisträger 2018: Gerald Asamoah[17]
  • Preisträger 2019: Silvia von Schweden[18]

ZusammenarbeitBearbeiten

Gemäß der Stiftungsverfassung sind die Aktivitäten präventiv angelegt und folgen dem Grundprinzip der Nachhaltigkeit. Projekte werden in der Regel zusammen mit Partnern aus Wissenschaft, Politik und anderen Bereichen durchgeführt. Die Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), im Bundesforum Familie, im Bundesverband der Familienzentren[19], im Stiftungsnetzwerk Südhessen[20] und in der Deutschen Liga für das Kind aktiv.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten