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Karl H. Timmermann

Karl Heinrich Timmermann (* 19. Juni 1922 in Frankfurt am Main; † 21. Oktober 1951 in Aurora, Colorado) war ein deutschstämmiger Offizier in der US Army, der die Eroberung der Ludendorff-Brücke bei Remagen im März 1945 anführte.

LebenBearbeiten

Timmermanns Vater stammte aus Nebraska und hatte deutsche Vorfahren. Er meldete sich 1919 zur US Army und kam als Teil der amerikanischen Besatzungstruppe nach Deutschland. Dort lernte er eine Frau kennen, die er wenig später heiratete. Kurz nach Timmermanns Geburt kehrte er mit seinen Eltern in das Heimatland seines Vaters zurück.[1] Während seiner Zeit an der Highschool in West Point, Nebraska ließ er sich im Rahmen des Citizens’ Military Training Camp einer paramilitärischen Ausbildung unterziehen.

Im Juli 1940 meldete sich Timmermann zur US Army. Nach seiner Grundausbildung war er mit der 3rd Infantry Division in Fort Lewis, Washington stationiert. Während sein eigentlicher Verband im Oktober 1942 nach Nordafrika verlegt wurde, kam Timmermann auf eine Offiziersschule. Im Februar 1943 wurde er zum Second Lieutenant befördert und nahm anschließend an einem Panzerlehrgang in Fort Riley, Kansas teil. Danach wurde er Zugführer in der A Company, 27th Armored Infantry Battalion der 9th Armored Division. Nach seiner Hochzeit mit LaVera Meyer im Mai 1944 schiffte sich Timmermanns Division am 20. August 1944 nach Europa ein. Seine Division wurde nach ihrer Ankunft in Frankreich im September in die Ardennen verlegt. Dort kämpfte Timmermann nach dem Anlaufen der Ardennenoffensive u. a. bei Sankt Vith, wobei er von Schrapnellsplittern am Arm verwundet wurde. Es folgte der Durchbruch der Alliierten nach Deutschland im Frühjahr 1945. Timmermanns Tochter kam währenddessen am 28. Februar 1945 zur Welt, er erfuhr jedoch erst später davon. Nach der Verwundung seines Kompaniechefs wurde Timmermann wenig später zum Kompanieführer ernannt.

Am 7. März führte er ein Vorabkommando seiner Division, das gegen 13:00 die Ludendorff-Brücke über den Rhein erreichte. Timmermann informierte daraufhin seinen Kommandeur General William M. Hoge, der einen Angriff auf die Brücke befahl. Nachdem zwei Sprengungen durch die Deutschen nicht erfolgreich war, konnte Timmermann die Brücke mit seinen Soldaten einnehmen. Gegen 16:00 überquerte er als erster Soldat der US-Armee den Rhein.[2] Wenig später überquerten bereits zahlreiche Einheiten der 12. US-Heeresgruppe die strategisch wichtige Brücke.

Timmermann wurde nach der erfolgreichen Eroberung der Brücke nach Paris gebracht, wo er von zahlreichen Zeitungen wie The Stars and Stripes interviewt wurde. Er und 12 andere Soldaten, die sich bei der Brückeneroberung verdient gemacht hatten, erhielten das Distinguished Service Cross. Nach dem Ende des Kriegs wurde er im Dezember 1945 ehrenhaft aus der Armee entlassen.

Bereits 1947 trat er jedoch erneut als Reserveoffizier in die Streitkräfte ein und wurde als First Lieutenant einem Aufklärungstrupp der 7th Infantry Division zugeteilt. Im September 1950 landete die Division in Incheon, Südkorea, um im Koreakrieg zu kämpfen. Aufgrund schwerer Schmerzen wurde er von der Front abberufen. In einem Militärkrankenhaus in Aurora, Colorado wurde schließlich Hodenkrebs diagnostiziert. Nachdem eine Behandlung nicht erfolgreich war, verstarb Timmermann dort am 21. Oktober 1951. Er wurde auf dem Fort Logan National Cemetery im benachbarten Denver beerdigt.[3]

AuszeichnungenBearbeiten

Timmermann wurde mit folgenden Orden und Auszeichnungen dekoriert:[4]

Ihm zu Ehren wurde der Timmermann Park und die Karl Timmermann Memorial Bridge in West Point, Nebraska nach ihm benannt. Auch das Timmermann Theater in Fort Dix, New Jersey trägt seinen Namen. Die Eroberung der Ludendorff-Brücke wird zudem im Spielfilm Die Brücke von Remagen thematisiert.

LiteraturBearbeiten

  • Stars & Stripes (Pub.): The 9th: The Story of the 9th Armored Division. Paris in 1944–1945. (the history of the 9th Armored Division; engl.)
  • Wolfgang Gückelhorn: 7. März 1945. Das Wunder von Remagen. Zeitgeschichtlicher Führer zu den Ereignissen, die im März 1945 Kriegsgeschichte machten. (Dokumentation) Helios, Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-65-6.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Timmermann: From Pebble Creek to the Rhine
  2. Der unwahrscheinliche Coup
  3. Karl H. Timmermann bei Find A Grave
  4. Karl H. Timmerman Memorial Page