Karl-Hermann Hübler

deutscher Raumplaner

Karl-Hermann Hübler (* 22. Juli 1933 in Leubsdorf (Sachsen)) ist ein deutscher Raumplaner und Hochschullehrer.

LebenBearbeiten

Karl-Hermann Hübler studierte nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung und dem Abitur ab 1952 Landwirtschaftswissenschaften an der Universität Leipzig. 1953 wechselte er an die Humboldt-Universität zu Berlin. 1955 entzog er sich seiner bevorstehenden Verhaftung durch Flucht in den Westen und setzte sein Studium an der Justus-Liebig-Hochschule in Gießen fort. 1958 folgte ebenda die Promotion.[1] Nach Stationen bei der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation in Kaiserslautern sowie dem Verband der Landwirtschaftskammern in Bonn kam Hübler 1963 zum Bundesministerium für Raumordnung, Städtebau und Bauwesen in Bonn. Mit der Abteilung Raumordnung war er von 1966 bis 1972 im Bundesministerium des Innern angesiedelt, danach als Ministerialrat im Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Hübler war federführend für das erste Bundesraumordnungsprogramm (1969) sowie für das erste Umweltprogramm (1971) der Bundesregierung verantwortlich.[2] Er hatte in dieser Zeit einen Lehrauftrag an der Universität Stuttgart für Raumordnung und Landesplanung.

1975 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor an der Technischen Universität Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1999 den Lehrstuhl für Sozialökonomie der Landschaftsentwicklung am Vorgängerinstitut des heutigen Instituts für Management in der Umweltplanung innehatte.[2] Er war Fachbereichsleiter (Dekan) des Fachbereiches Landschaftsentwicklung. Als Vorsitzender der Kommission für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Berlin initiierte er eine tiefgreifende Strukturreform.[1] Er war Mitglied verschiedener Enquetekommissionen und Beiräte verschiedener Bundes- und Landesministerien.[1] Hübler hatte besonderen Anteil an der Etablierung des ökologischen Bodenschutzes sowie der Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) in Deutschland.[1] Eine veröffentlichte umfangreich zu den Schwerpunkten Bodennutzung und -schutz, Verwaltung, Planung, Raumplanung, Ökologie und Umweltpolitik, Institutionen und Planungsprozesse.

Seit 1979 ist Hübler Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover, deren Vizepräsident er von 1993 bis 1994 war.[2] 1988 wurde er Mitgesellschafter im Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, Berlin.[1] Hübler ist verheiratet und hat zwei Söhne.[1]

WerkeBearbeiten

  • Raumordnungspolitik und Wertewandel: Überlegungen zur Fortentwicklung der Raumordnungspolitik. Vincentz, Hannover 1987, ISBN 3-87870-914-5.
  • mit Ulrike Weiland (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung: eine Herausforderung für die Forschung? VWF, Berlin 1996, ISBN 3-930324-81-4.
  • mit Martin Lendi (Hrsg.): Ethik in der Raumplanung: Zugänge und Reflexionen. Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover 2004, ISBN 3-88838-050-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Ulrike Weiland (Hrsg.): Perspektiven der Raum und Umweltplanung angesichts Globalisierung, Europäischer Integration und Nachhaltiger Entwicklung. Festschrift für Karl-Hermann Hübler. VWF Verlag Berlin 1999, ISBN 3-89700-227-2, S. 1–6: Grußwort des Präsidenten der TU Berlin sowie Vorwort von Hellmut Wollmann
  2. a b c ARL (Akademie für Raumforschung und Landesplanung): 50 Jahre ARL in Fakten, Hannover 1996.