Kalkwerk Flandersbach

Das Kalkwerk Flandersbach der Rheinkalk beim Wülfrather Ortsteil Rohdenhaus wurde im Jahr 1903 gegründet und wird seitdem ununterbrochen betrieben. Es ist das größte Kalkwerk Europas.[1]

Das Kalkwerk und Bruch Prangenhaus
Rheinkalk-Werk Flandersbach
Grube Rohdenhaus

Betriebsbereiche im Werk FlandersbachBearbeiten

SteinbruchBearbeiten

 
Kalksteinbruch und See, im Hintergrund die Werksgebäude Flandersbach

Auf dem Werksgelände liegen die zwei momentan im Abbau befindlichen Steinbrüche Grube Rohdenhaus und Silberberg. Es gibt weitere Gruben, in denen nicht mehr abgebaut wird, dieses sind die Brüche Dachskuhle und Prangenhaus. Die Grube Prangenhaus wird von der Wasserhaltung des Werks als Sedimentationsbecken genutzt.

Aufbereitung und SteinmahlanlagenBearbeiten

Das im Steinbruch gewonnene Material wird in mehreren Brechern zerkleinert und in einer Gesteinswäsche von anhaftendem Beibruch gereinigt. Ein Teil wird in Mühlen zu verschiedenen Körnungen zwischen 0,09 und 5 mm weiter zerkleinert. Ein weiterer Teil wird als Vormaterial für die Brennöfen auf Steinlagern gesammelt oder als Splitt verkauft.

BrennbetriebBearbeiten

Zur Herstellung von gebranntem Kalk mit unterschiedlicher Reaktivität werden vier Drehrohröfen und sechs Schachtöfen eingesetzt. Als Brennstoff werden Erdgas und Braunkohlestaub eingesetzt.

Veredelung und VerladungBearbeiten

Der gebrannte Kalk wird nach einer Siebung in verschiedene Korngrößen entweder direkt als Stückkalk per LKW oder Waggon verladen oder in Kalkmühlen zu Feinkalk aufgemahlen. Der Feinkalk wird direkt in Behälterkraftwagen verkauft oder erst in Mischanlagen mit Zuschlagsstoffen versehen, um spezielle Eigenschaften des Kalks, z. B. die Absorption von Schadstoffen in Kraftwerksabgasen zu verstärken. Zum Transport des Kalks zu den Stahlwerken und Braunkohletagebauen des Rhein-/Ruhrgebiets dient die Angertalbahn, die wegen der Kalktransporte auch Kalkbahn genannt wird.

EmissionenBearbeiten

Die Emissionen des Werkes werden seit 2008 an das EU-Schadstoffemissionsregister gemeldet, wenn ihre Menge die Berichterstattungs-Schwellenwerte überschreitet. Die Daten können bei Eingabe von "Wülfrath" im Feld "Ort" unter "Daten → Betriebe → Suche" abgerufen werden.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Peter: Wülfrath: Ein Blick auf Europas größtes Kalkwerk. In: Rheinische Post. 22. August 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  2. Schadstoffemissionsregister Deutschland. Umweltbundesamt, abgerufen am 15. Mai 2019.

Koordinaten: 51° 17′ 52,1″ N, 7° 0′ 53,3″ O