Jungfraubahn Holding

Die Jungfraubahn Holding AG (JBH) ist eine Schweizerische Publikums-Aktiengesellschaft, deren Zweck in der Beteiligung an Transport- und Touristikunternehmen und damit verbundenen Geschäften (Kraftwerke, Parkhäuser, Reisebüros, Gaststätten) liegt. Die heutige Struktur entstand 1994 als Folge der Fusion zwischen Jungfraubahn und Wengernalpbahn.[1]

Jungfraubahn Holding AG

Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
ISIN CH0017875789
Sitz Interlaken, Schweiz
Leitung Urs Kessler
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Thomas Bieger
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 665 VZÄ (2020)[2]
Umsatz 125,7 Mio. CHF (2020)[2]
Branche Verkehr, Tourismus
Website www.jungfrau.ch

UnternehmenBearbeiten

Das Aktienkapital der Jungfraubahn Holding besteht aus 5'835'000 Aktien mit einem Nominalwert von 1.50 Franken.[3] Diese sind an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange und an der Berner Börse Berne eXchange kotiert.

Bedeutende Aktionäre sind die Berner Kantonalbank (14,2 %), die Gebäudeversicherung Bern (5 %), die JSP Sicherheitsdienste, Alarmempfang und Intervention (Schweiz) AG, Zollikofen (4,7 %), Erwin Reinhardt, Muri b. Bern (4,4 %) und Martin Haefner, Horw (4,2 %).[3] Das Unternehmen erzielte 2009 mit rund 500 Mitarbeitern einen konsolidierte Betriebsertrag von 134,3 Millionen Franken, davon 102 Millionen aus Verkehrserlösen und 8 Millionen aus Abgeltungen der öffentlichen Hand für die ganzjährige Verkehrserschliessung von Wengen und Mürren.[4]

Im August 2020 gab das Unternehmen bekannt, den Verwaltungsrat von sieben auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Zudem würde der derzeitige Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger im Jahr 2022 zurücktreten.[5]

BeteiligungenBearbeiten

Die Struktur im Jahr 2020 der JBH präsentierte sich wie folgt[3]:

  • Konzerngesellschaften (voll konsolidiert)
    • Jungfraubahn AG, 100 %
    • Wengernalpbahn AG, 100 %
    • Firstbahn AG, 100 %
    • Bergbahn Lauterbrunnen–Mürren AG, 94,8 %
    • Harderbahn AG, 88,7 %
    • Parkhaus Lauterbrunnen AG, 100 %
    • Grindelwald Grund Infrastruktur AG (GGI), 80 %
    • Jungfrau Gastronomie AG, 100 %
    • Jungfraubahnen Management AG, 67 %, agiert seit 2000 als Betriebsführerin der oben genannten JBH-Konzerngesellschaften sowie der beiden Bahnen der Berner Oberland-Bahnen AG (BOB)
    • Sphinx AG Jungfraujoch, 57,1 %, Eigentümerin des Observatoriums mit Forschungslabors auf dem Sphinxfelsen
  • Assoziierte Gesellschaften (at equity konsolidiert)
  • Sonstige Beteiligungen (nicht konsolidiert)
    • Intersport Rent-Network Jungfrauregion AG, 12,5 %
    • Berner Oberland-Bahnen AG, 8,1 %, (siehe auch Jungfraubahn Management AG)

KritikBearbeiten

Die Jungfraubahnholding wird kritisiert dass sie zu sehr auf den Massentourismus, vor allem aus Übersee, setzt und damit ein wirtschaftliches Klumpenrisiko hat. Dies Zeigte sich während der Corona-Pandemie als die Gästezahlen ihr Unterstellter Unternehmen einbrachen. Ausserdem sei die Gesellschaft mächtig, denn sie sei ein wichtiger Arbeitgeber. So kritisierte der Marketingchef der Jungfrau Region Marketing AG das Geschäftsmodell mit Asientouristen. Dieser erhielt darauf hin die Kündigung. Es kam der Vorwurf auf dass Urs Kässer Druck auf die, von der Jungfrauholding unabhängige, Jungfrau Region Marketing AG gemacht hätten. Urs Kässer, Geschäftsführer beziehungsweise Thomas Bieger Verwaltungsratspräsident der Holding weisen von sich dass die Jungfrauholding sich in Personalfragen anderer Unternehmen einmischen.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Eintrag der «Jungfraubahn Holding AG» im Handelsregister des Kantons Bern
  2. a b Jungfraubahn-Gruppe verzeichnet für 2020 einen Verlust, erzielt aber ein positives EBITDA. Jungfraubahn Holding AG, 9. April 2021, abgerufen am 9. April 2021.
  3. a b c https://www.jungfrau.ch/geschaeftsbericht-2020/de_finanzbericht.html
  4. Geschäftsbericht 2009 der Jungfraubahn Holding AG@1@2Vorlage:Toter Link/www.jungfrau.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Heinz Karrer soll neuer Jungfraubahn-Präsident werden. Abgerufen am 2. September 2020.
  6. Barbara Achermann: Wer falsch fragt, fliegt. Die Jungfraubahnen setzten jahrelang auf Touristen aus Fernost und machten damit Millionengewinne. Nun bleiben die Chinesen und Inder wegen Corona zu Hause. Aber anstatt umzudenken, versucht man im Berner Oberland, die Kritiker mundtot zu machen. In: Die Zeit. 13. Dezember 2021, abgerufen am 14. Dezember 2021.