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LebenBearbeiten

Grossarth wuchs in Osnabrück auf, wo er bis zum Abitur das Gymnasium Carolinium besuchte. Bereits als Schüler arbeitete er als Reporter für die Zeitung Osnabrücker Nachrichten, deren Niedergang er 20 Jahre später zum Thema einer Reportage machte.[1] Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Diplom-Volkswirt 2007). Während des Studiums arbeitete er für vier Jahre als freier Mitarbeiter beim Lokalteil der Süddeutschen Zeitung in München. 2008 wurde er Volontär bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2010 ist er Redakteur im Wirtschaftsressort. Er verantwortet seit 2013 die Reportageseite „Menschen und Wirtschaft“.[2] Im Jahr 2018 promovierte er mit einer kulturwissenschaftlichen Arbeit über die Metaphern agrarpolitischer Diskurse an der Universität Regensburg zum Dr. phil.

VeröffentlichungenBearbeiten

2016 veröffentlichte er den Reportageband Vom Land in den Mund, in dem er das Spannungsfeld moderner Nahrungsproduktion zwischen emotionalen Verbraucherwünschen, ökologischen Grenzen und ökonomischen Realitäten schildert.[3] Die Verbraucherorganisation Foodwatch nannte es „ein Lesevergnügen voller feiner Ironie und überraschender, kluger Beobachtungen.“[4] Eckhard Fuhr schrieb in der Literarischen Welt, das Buch führe „mitten hin […] ins ideologische, politische, ökonomische und kulturelle Getümmel um unser Essen“, Grossarth träume von einem „grünen“ Industrialismus.[5]

2011 erschien eine Reisereportage über Aussteiger.[6] Tobias Becker hob auf Spiegel Online die tolerante Haltung des Autors hervor: „Grossarths Verdienst ist es, denen zuzuhören, denen sonst keiner zuhört, erst Recht kein Wirtschaftsredakteur der FAZ.“[7] Die Süddeutsche Zeitung stellte Ähnliches fest: „Nur einmal glaubte Grossarth, bei einem ‚Irren‘ gelandet zu sein, lässt sich aber belehren und revidiert sich.“[8]

AuszeichnungenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Vom Aussteigen und Ankommen. Besuche bei Menschen, die ein einfaches Leben wagen. Riemann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-570-50123-8.
  • Nord & Süd: Leben, Arbeit, Wirtschaft in Südtirol (Hg.). Edition Raetia, Bozen 2015, ISBN 978-88-7283-541-8.
  • Vom Land in den Mund. Warum sich die Nahrungsindustrie neu erfinden muss. Nagel & Kimche Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-312-00692-2.
  • Heidelbeeren aus der Oberpfalz in: Nadja Mayer (Hrsg.): Nichts wie raus! Geschichten vom Glück im Grünen. Insel Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-458-36145-9.
  • Die Vergiftung der Erde, Metaphern und Symbole agrarpolitischer Diskurse seit Beginn der Industrialisierung. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2018, ISBN 978-3-593-50881-8 (zugleich Dissertation Universität Regensburg)
  • Future Food. Die Zukunft der Welternährung WBG Theiss Verlag, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8062-3971-3.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jan Grossarth: Der letzte Reporter. Der Journalismus wird schwieriger, aber Werner sucht weiter gute Geschichten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 227, 29. September 2017, S. 18.
  2. Profil bei der FAZ
  3. Internetseite Hanser Literaturverlag
  4. Internetseite Foodwatch
  5. Eckhard Fuhr: Jan Grossarth plädiert für den Wandel der Agrarindustrie. In: welt.de. 8. März 2016, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. Internetseite Randomhouse
  7. Tobias Becker: Aussteiger-Buch: Last Exit Ökodorf. In: Spiegel Online. 30. Mai 2011, abgerufen am 10. Juni 2018.
  8. Elfen auf dem Plumpsklo. In: sueddeutsche.de. 9. Mai 2011, abgerufen am 15. August 2018.
  9. Preisverleihung 2017 » Ludwig Erhard Stiftung. In: Ludwig Erhard Stiftung. (ludwig-erhard.de [abgerufen am 20. März 2018]).
  10. Internetseite Ernst-Schneider-Preis
  11. Reporter Forum
  12. Internetseite Deutscher Bundestag
  13. Internetseite Reporter-Forum
  14. Internetseite Axel-Springer-Verlag