Jagdschloss Seidingstadt

Schloss in Deutschland
Das ehemalige Schloss um 1905 (Postkarte)

Das Schloss Seidingstadt war ein Jagdschloss der Herzöge von Sachsen-Hildburghausen in Seidingstadt, das heute zur Gemeinde Straufhain gehört. Als Sommerresidenz der herzoglichen Familie wurde es auch als „Schloss Landséjour (Landaufenthalt)“ bezeichnet.

AnlageBearbeiten

Das Schloss, ein zweistöckiger Mittelbau mit zwei Seitenflügeln, Pavillon, Park, Chaisenhalle, Hofgärtnerhäuschen und Schlosswache, bestand aus 40 Räumen, darunter das Jagdzimmer im Mittelbau, welches durch Gemälde mit Jagdszenen und einen großen Kamin aus dem Jahr 1694 ausgestattet war. Der Eingang zum Mittelbau wurde durch zwei Hirschgeweihe geziert, die Herzogin Christiane Sophie von Sachsen-Hildburghausen bei einer Jagd 1757 selbst geschossen hatte.

GeschichteBearbeiten

An der Stelle, an der schon Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg ein Schlösschen errichtete, ließ Herzog Ernst von Sachsen-Hildburghausen ab ca. 1690 ein Jagdschloss mit Park und Vorwerk bauen. Wegen der Nutzung des Schlosses als Sommerresidenz der Herzöge, wurde Seidingstadt 1717 mit einer eigenen Pfarrei ausgestattet. Im Schloss starben Herzogin Christiane Sophie 1757 und Herzog Ernst Friedrich III. Carl 1780. 1792 wurde hier Prinzessin Therese, spätere Königin von Bayern geboren. Diese erbte zusammen mit ihrem Bruder Eduard auch das Schloss.

Nach mehreren wechselnden Besitzern verfiel das Schloss zusehends und wurde nach einem Brand Ende der 1970er Jahre schließlich ganz abgerissen. Im Schlosspark finden noch regelmäßig Konzerte statt.

Seidingstadt war das wichtigste Jagdschloss der Hildburghäuser Herzöge. Die Architektur scheint nach den erhaltenen Plänen und Fotografien für ein Schloss dieser Art aufwändig gewesen zu sein. Obwohl es das Gebäude nicht mehr gibt, haben sich die Jagdgemälde erhalten.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heiko Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. uns 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 375/376

LiteraturBearbeiten

  • Dr. Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen. Kesselringsche Hofbuchhandlung, Hildburghausen 1886
  • Norbert Klaus Fuchs: Das Heldburger Land – Ein historischer Reiseführer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-349-2
  • Hans Löhner: Das „Bimmelbähnle“ von Hildburghausen nach Lindenau-Friedrichstal: Eine Thüringer Schmalspurbahn ins Heldburger Land. Verlag Michael Resch, Neustadt/Coburg 2000, ISBN 3-9805967-5-3.

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 50° 20′ 1,2″ N, 10° 41′ 47″ O