Jörg von Halspach

Münchner Baumeister und Architekt der Spätgotik

Jörg von Halspach (* vor 1441 vermutl. in Halsbach bei Altötting; † 6. Oktober 1488 in München)[1], auch Halsbach, Ganghofer oder ‚Jörg von Polling‘ genannt, war ein Münchner Baumeister und Architekt der Spätgotik.

Jörg Ganghofer († 1488), Maurermeister aus Halspach oder Haslbach, Baumeister der Münchner Frauenkirche.[2]

Jörg von Halsbach erhielt seine Ausbildung vermutlich in Braunau oder Wasserburg am Inn, wo eine gute Tradition spätgotischer Baukunst vorherrschte. 1441 ist er zum ersten Mal bei Umbauarbeiten am Chor der Klosterkirche in Ettal nachgewiesen. Er war außerdem an der 1450 vollendeten Pfarrkirche in Polling beteiligt.[3]

Sein Hauptwerk ist die Frauenkirche in München, die von 1468 bis 1494 entstand. Für ihre Einwölbung hatte er Reisen nach Ulm und Augsburg unternommen, wo er die Ulrichskirche und den Dom studierte.[4] 1470 begann er in München mit Umbauarbeiten am Alten Rathaus im spätgotischen Stil, 1478 mit der Allerheiligenkirche am Kreuz (Kreuzkirche). Zwischen 1479 und 1484 wurde er zum Bau des Turmes der Kirche in Hall in Tirol herangezogen.[3] Daneben war er u. a. für die Freisinger Fürstbischöfe tätig. Bei seinem Tod 1488 war der Münchner Dom im Wesentlichen vollendet, die beiden „welschen“ Hauben – italienischen Renaissancekuppeln nachempfunden – wurden allerdings erst fast vier Jahrzehnte später hinzugefügt. In einer Stadtansicht von 1524 wurden sie erstmals abgebildet. Meister Jörg liegt unter dem nördlichen Turm begraben.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Jörg von Halsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Carola Wenzel: Jörg von Halsbach. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 78, de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-023183-0, S. 130.
  2. Joachim Sighart: Die Frauenkirche zu München. Ihre Geschichte und Schilderung, zunächst vom kunsthistorischen Standpunkt aus entworfen. Landshut 1853, S. 100 ff. (books.google.de).
  3. a b Wolf Stadler: Lexikon der Kunst. 1994, S. 11.
  4. Victor Alexander Carus: Ganghofer, Jörg. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 159–160 (Textarchiv – Internet Archive).