Isidor Scheftelowitz

Indologe, Iranist, Volkskundler und Rabbiner

Isidor Isaak Scheftelowitz (* 1. Mai 1875 in Sandersleben/Anhalt; † 17. Dezember oder 18. Dezember 1934 in Oxford[1]) war ein deutscher Indologe, Iranist, Volkskundler und Rabbiner.

Von 1908 bis 1926 war er Rabbiner in Köln. Sein Studium des Sanskrits und der Iranistik und der Volkskunde schloss er 1914 ab mit der Dissertation Das stellvertretende Huhnopfer, mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volksglaubens.[2] Nach Aufenthalten am British Museum und der Bodleian Library in Oxford kehrte er nach Köln zurück mit einem Lehrauftrag ab 1919 an der neu gegründeten Universität zu Köln.[3] Von 1923 bis 1933 war er Honorarprofessor in Köln. 1933 erhielt er Vorlesungsverbot[4] und emigrierte nach England, wo er an der Universität Oxford lehrte.

Sein Sohn ist der Klassische Archäologe Brian B. Shefton.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Arisches im Alten Testament. 2 Bde., 1901–1903 (zunächst Dissertation Königsberg i. Pr.).
  • Die Apokryphen des Rgveda. 1906.
  • Das Schlingen- und Netzmotiv im Glauben und Brauch der Völker. 1912.
  • Das stellvertretende Huhnopfer. Mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volksglaubens. 1914.
  • Die altpersische Religion und das Judentum. 1920.
  • Die Entstehung der manichäischen Religion und des Erlösungsmysteriums. 1922. Digitalisat
  • Alt-palästinensischer Bauernglaube. 1925.
  • Die Zeit als Schicksalsgottheit in der indischen und iranischen Religion. 1929.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BBKL weißt auf die differierenden Angaben hin. Die Todesanzeige derSynagogengemeide Köln weist den 18. Dezember aus.
  2. Diss online (Zugriff März 2012)
  3. Scheftelowitz in der Encyclopaedia Judaica (Memento vom 12. Januar 2016 im Internet Archive) (Zugriff März 2012)
  4. Brief von Scheftelowitz zu seinem Vorlesungsverbot