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Braunschweig International Film Festival

Jährliches Filmfestival in Braunschweig, Deutschland
Ehemaliges Logo des Festivals

Das Braunschweig International Film Festival (bis 2018 Internationales Filmfest Braunschweig) fand erstmals 1987 statt und ist damit das älteste regelmäßig stattfindende Filmfestival Niedersachsens.[1] 2018 hatte es 27.500 Besucher.[1] Träger ist der Internationales Filmfest Braunschweig e. V.

Jährlich Ende Oktober oder Anfang November zeigt das Publikumsfestival Kurz- und Langfilme aller Genres. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf aktuellen europäischen Produktionen und auf Filmmusik. Zu den Spielstätten gehören das „Astor Filmtheater“, das „Universum Filmtheater“ und das Staatstheater Braunschweig.

2018 zeigte das Festival 110 Langfilme in verschiedenen Reihen sowie etwa 160 Kurzfilme.[2]

GeschichteBearbeiten

1987 wurde das Filmfest von 20 Hochschulstudenten, Absolventen der Filmklasse und Mitgliedern der „Filmkoop“ gegründet. Grund war die Unzufriedenheit mit dem damaligen Angebot an Kinofilmen.[1]

ReihenBearbeiten

In der Reihe „Film & Musik“ stellt das Filmfest seit 2001 das Werk bekannter Filmkomponisten vor. Zur Reihe gehören Stummfilmkonzerte sowie Live-to-Projection-Konzerte mit dem Staatsorchester Braunschweig, häufig musikalische Erstaufführungen. Gäste der Reihe waren Edward Artemiev, Antoine Duhamel, Zbigniew Preisner, Craig Armstrong, Carl Davis, Michael Nyman, Alexandre Desplat, Shigeru Umebayashi, Fall On Your Sword, Ludovic Bource, Niki Reiser, Marcel Barsotti, Jean-Michel Bernard und Jan A. P. Kaczmarek

Seit 2016 vergibt das Festival in dieser Reihe den „Weißen Löwen“, einen Lebenswerk-Preis für Filmkomponisten. Preisträger waren bisher Patrick Doyle und Irmin Schmidt.

Zur Sektion „Musik & Film“ gehört auch die Reihe „Sound on Screen - Festivaledition“ mit aktuellen Musikdokumentationen. Seit 2018 fasst das Festival alle filmmusikalischen Veranstaltungen unter dem Label „FxM Film meets Music - Das Filmmusikfestival“ zusammen.

Die weiteren Reihen:

  • internationale Arthouse-Filme im „Neuen internationalen Kino“
  • „Prime Time“, eine Vorschau auf Publikumsfilme mit bevorstehendem Kinostart
  • neue deutsche Produktionen in der Reihe „Neue deutsche Filme“
  • „… at midnight“, eine jährlich wechselnde Genre-Filmreihe
  • „Green Horizons“ mit Filmen zum Thema Nachhaltigkeit
  • „Heimspiel“ mit Filmen von Braunschweiger FilmemacherInnen, Produktionen, die in Braunschweig gedreht wurden oder einen anderen Braunschweig Bezug aufweisen
  • zahlreiche Kurzfilmprogramme
  • Programme der Filmklasse der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) sowie der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Hinzu kommt eine jährlich wechselnde Reihe mit Kooperationspartnern wie dem Kunstmuseum Wolfsburg und dem Museum für Photographie Braunschweig.

Wettbewerbe und PreiseBearbeiten

Das Braunschweig International Film Festival vergibt zehn Preise:[3] im Gesamtwert von 58.500 Euro.[4]

  1. Der europäische Schauspielpreis „Die Europa“, für einen Schauspieler/eine Schauspielerin, der/die sich durch herausragende künstlerische Leistungen um die europäische Filmkultur verdient gemacht hat. Die Auszeichnung wird seit 2007 vergeben. Sie ist mit 20.000 Euro dotiert und wird mit einer Bronze-Statuette verliehen. Die Preisträger sind bisher:[5]
  2. Der Publikumspreis „Der Heinrich“, für Debüt- und Zweitwerke europäischer Regisseure und Regisseurinnen (Preisgeld 10.000 Euro)
  3. Der „Volkswagen Financial Services Filmpreis“, ein Jurypreis für den besten Debüt- oder Zweitfilm in der Wettbewerbsreihe, dotiert mit 10.000 Euro
  4. „Queerer Filmpreis Niedersachsen“ (seit 2017), dotiert mit 5.000 Euro, gefördert mit Mitteln des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“.
  5. „Green Horizons Award“ für den besten Filme zum Thema Nachhaltigkeit, mit 2.500 Euro dotiert
  6. der Frauenfilmpreis „Die TILDA“, dotiert mit 5.000 Euro, von 70 Frauen aus Braunschweig (2019 erstmals verliehen)[4]
  7. der „Braunschweiger Filmpreis“ für die oder den beste/n Nachwuchsschauspieler/in, dotiert mit 3.000 Euro
  8. Der „Heimspiel-Preis“ - Für den besten Film der „Heimspiel“-Reihe, mit 1.000 Euro dotiert, gesponsert von Volkswagen Financial Services
  9. Der mit 2.000 Euro dotierte deutsch-französische Filmpreis „KINEMA“, für den besten deutsch- und französischsprachigen Debüt- bzw. Zweitfilm, vergeben durch eine Jugendjury
  10. „Der Weiße Löwe“, Lebenswerkpreis für einen Filmkomponisten, undotiert
  11. (Bis 2014) Der Kurzfilm-Musikpreis „Leo“, Preis für die beste Verbindung von Bild und Ton in einem Kurzfilm (Preisgeld 2.000 Euro)

LiteraturBearbeiten

  • Stefan Vockrodt, Hans Roland Nuß, Edgar Merkel: Von den „lebenden Photographien“ zum Multiplex. Braunschweigs Kinos 1896 bis heute. Zelter, Braunschweig 1997.
  • Internationales filmfest Braunschweig e. V.: Science/Fiction. Von der Leinwand ins Labor. Köhler & Lippmann Medien GmbH, Braunschweig 2007.
  • Internationales filmfest Braunschweig e. V., Volker Kufahl (Hrsg.): Can a video game make you cry? Film und Games – Eine Auseinandersetzung. Braunschweig 2009.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Selbstporträt, abgerufen am 6. Dezember 2015
  2. Braunschweig ist für sechs Tage Filmhauptstadt. auf ndr.de, abgerufen am 5. Dezember 2015
  3. Preise und Preisträger. filmfest-braunschweig.de, abgerufen am 15. November 2018
  4. a b Neuer Preis beim International Film Festival Braunschweig: die Tilda. professional-production.de, abgerufen am 16. Oktober 2019
  5. Goldene Europa www.filmfest.braunschweig.de, abgerufen am 15. November 2018