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Internationale Konferenz der Beauftragten für den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre

Die Internationale Konferenz der Beauftragten für den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre, kurz Internationale Konferenz der Datenschutzbeauftragten oder Internationale Datenschutzkonferenz (engl. International Conference of Data Protection & Privacy Commissioners, abgekürzt ICDPPC), ist eine alljährlich stattfindende internationale Konferenz, die sich seit 1979 mit Fragen des Datenschutzes beschäftigt.[1]

Der Teilnehmerkreis umfasst neben 115 Vertretern nationaler Datenschutzbehörden auch Vertreter von Staaten ohne unabhängige Datenschutzkontrollorgane, internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter aus Wissenschaft und Industrie. Die nach einem bestimmten Verfahren durch ein fünfköpfiges Exekutiv-Komitee akkreditierten Datenschutzbehörden[2] erarbeiten Entschließungen zu aktuellen datenschutzpolitischen und datenschutzrechtlichen Fragen mit dem Ziel, die internationale Gesetzgebung zu beeinflussen und zu vereinheitlichen. Besonders bedeutsam war etwa die Entschließung über Internationale Standards zum Schutz der Privatsphäre im Jahr 2009.[3]

Auf der 26. Konferenz (2004) wurden die koreanische Informationssicherheitsbehörde, die katalanische Agentur für Datenschutz und der Europäische Datenschutzbeauftragte als neue Mitglieder aufgenommen.

Internationale und supranationale Organe haben dabei nur Stimmrecht, wenn ihnen dies im Akkreditierungsverfahren gegeben wurde. Das ist etwa beim Europäischen Datenschutzbeauftragten der Fall.

Auf der 27. Konferenz (2005) wurden zudem die luxemburgische Datenschutzbehörde Commission Nationale pour la Protection des Données (CNPD), der Informations- und Datenschutzbeauftragte von Saskatchewan (Kanada), der Datenschutzbeauftragte des Schweizer Kantons Basel-Landschaft und der Datenschutzbeauftragte des Baskenlandes (Spanien) zur Aufnahme vorgeschlagen.

Innerhalb der internationalen Datenschutzkonferenz gibt es Arbeitsgruppen, die sich bestimmten Themenbereichen widmen, wie etwa die International Working Group on Data Protection in Telecommunications dem Bereich der Telekommunikation.

Auf europäischer Ebene agiert die Artikel-29-Datenschutzgruppe, in Deutschland die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder.

Konferenztermine und TagungsorteBearbeiten

Die erste Konferenz fand 1979 in Bonn statt. Sie tagte in den nächsten 20 Jahren überwiegend in anderen europäischen Städten und Nordamerika. Die 21. Konferenz fand erstmals in Asien statt und nahm damit endgültig einen globalen Charakter an.[4]

Nr. Datum Tagungsort Leitthema
23. 24. bis 26. September 2001 Paris "One World, One Privacy"[5]
24. 9. bis 11. September 2002 Cardiff [6][7][8]
25. 10. bis 12. September 2003 Sydney "Practical Privacy for People, Government and Business"
26. 14. bis 16. September 2004 Breslau "Das Recht auf Privatsphäre – das Recht auf Würde"[9]
27. 14. bis 16. September 2005 Montreux “The protection of personal data and privacy in a globalised world: A universal right respecting the diversities”
Gastgeber war der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür
28. 2./3. November 2006 London "Surveillance Society?"[10]
29. 25. bis 28. September 2007 Montreal “Privacy Horizons: Terra Incognita”
30. 15. bis 17. Oktober 2008 Straßburg "Protecting Privacy in a borderless World"[11]
31. 4. bis 6. November 2009 Madrid "Privacy: Today is Tomorrow"[12]
32. 27. bis 29. Oktober 2010 Jerusalem “Privacy: Generations”
33. 2./3. November 2011 Mexico City "Privacy: The Global Age"[13]
34. 23./24. Oktober 2012 Punta del Este "Privacy and Technology in Balance"[14]
35. 23. bis 26. September 2013 Warschau "Privacy: A Compass in Turbulent World"[15]
36. 13. bis 16. Oktober 2014 Fort Balaclava/
Mauritius
"A World Order for Data Protection: - Our Dream comming true?"[16]
37. 26./27. Oktober 2015 Amsterdam "Privacy Bridges"[17][18]
38. 17. bis 20. Oktober 2016 Marrakesh "Opening new territories for privacy"[19]
39. 25. bis 29. September 2017 Hongkong

EntschließungenBearbeiten

Im Jahr 2003 etablierte die Konferenz ein Regelwerk zur regelmäßigen Verabschiedung von Resolutionen. Zuvor waren nur gelegentliche Erklärungen veröffentlicht worden.[20][21]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Internationale Datenschutzkonferenz Webseite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, abgerufen am 19. März 2017
  2. Rules and Procedures - Executive Committee Mexico City, 2011
  3. Entschließung der 31. Konferenz vom 4.-6. November 2009 in Madrid über Internationale Standards zum Schutz der Privatsphäre deutsche Übersetzung
  4. History of the Conference Webseite der International Conference of Data Protection & Privacy Commissioners ICDPPC, abgerufen am 19. März 2017
  5. Mozelle W. Thompson: One World, One Privacy Redebeitrag, 26. September 2001 (englisch)
  6. Roger Clarke: The Mythology of Consumer Identity Authentication Statement for a Panel Session on 'Understanding e-Business: Can we remain anonymous in the marketplace?' 24th International Conference of Data Protection & Privacy Commissioners, Cardiff UK, 9-11 September 2002
  7. Raymond Tang: Data Protection, Freedom of Expression and Freedom of Information - Conflicting Principles or Complementary Rights? Short Paper at Workshop 8 of the 24th International Conference of Data Protection and Privacy Commissioners
  8. Erklärung der europäischen Datenschutzbeauftragten auf der Internationalen Konferenz in Cardiff (9.-11. September 2002) zur obligatorischen systematischen Aufbewahrung von Verkehrsdaten im Bereich der Telekommunikation Abgerufen am 21. März 2017.
  9. Einladung der polnischen Generalinspekteurin für Personaldatenschutz 2004 (Memento des Originals vom 23. November 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/26konferencja.giodo.gov.pl Abgerufen am 20. März 2017.
  10. Webseite der 28. Konferenz 2006 Abgerufen am 20. März 2017 (englisch).
  11. Press Release Strasbourg, October 17, 2008 (englisch), abgerufen am 21. März 2017
  12. Webseite der 31. Konferenz 2009 Abgerufen am 20. März 2017 (englisch).
  13. Webseite der 33. Konferenz 2011 Abgerufen am 20. März 2017 (englisch).
  14. Webseite der 34. Konferenz 2012 (Memento des Originals vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/privacyconference2012.org Abgerufen am 20. März 2017 (englisch).
  15. 35th International Conference of Data Protection and Privacy Commissioners Abgerufen am 21. März 2017
  16. Programme Overview (Memento des Originals vom 20. März 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.privacyconference2014.org 36. Internationale Datenschutzkonferenz 2014 (englisch)
  17. Dutch DPA host of International Privacy Conference 2015 Abgerufen am 21. März 2017.
  18. John Tomaszewski: The 37th International Conference of Data Protection & Privacy Commissioners – Some Observations 12. November 2015 (englisch)
  19. 38th International Conference of Data Protection and Privacy Commissioners: Program (Memento des Originals vom 9. November 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.privacyconference2016.org Marrakesh 2016
  20. Adopted Resolutions Webseite der International Conference of Data Protection & Privacy Commissioners ICDPPC, abgerufen am 19. März 2017 (englisch)
  21. Entschließungen der Internationalen Datenschutzkonferenz 2004-2016. Webseite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, abgerufen am 19. März 2017