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Intelligenter persönlicher Assistent

Sprachassistent (Software)
(Weitergeleitet von Intelligenter Persönlicher Assistent)

Ein Intelligenter persönlicher Assistent, auch Sprachassistent oder Mobiler Assistent, ist eine Software, die aufgrund von Spracherkennung eine Sprachanalyse vollzieht, diese semantisch interpretiert, logisch verarbeitet und als Ergebnis durch Sprachsynthese eine Antwort formuliert. Verbreitung fanden solche Anwendungen ab ca. 2012 vor allem auf Smartphones.

Inhaltsverzeichnis

Verwendete SoftwaretechnikBearbeiten

Damit eine sprachliche Eingabe durch den Nutzer erfolgen kann, muss diese erst erkannt und verstanden werden. Dabei kommen Spracherkennungs- und Parsingalgorithmen zum Einsatz. Ein erkannter Begriff wird anschließend an eine entsprechende Anwendung delegiert. Fortgeschrittenere Assistenten können bei Unklarheiten Rückfragen an den Nutzer stellen oder ihn um Bestätigungen bitten. Ziel der Entwicklung ist es, einen möglichst nahtlosen und vertrauenswürdigen Sprachdialog zwischen Mensch und Maschine herzustellen. Semantische Technologien können eingesetzt werden, um einem Computer sprachliche Zusammenhänge verständlich zu machen, sodass dieser relevante Schlüsselwörter als spezifische Befehle erkennen kann. Um möglichst schnelle Reaktionszeiten zu ermöglichen, werden die meisten Daten auf Servern der Anbieter verarbeitet, d. h. eine Internetverbindung ist notwendig. Ebenso wird meist eine Anmeldung über ein Benutzerkonto vorausgesetzt.

Kommerzielle ProdukteBearbeiten

Derzeit (Ende 2018) gehören Google Assistant, Siri, Alexa (Amazon Echo) und Cortana zu den bekannten Produkten. Von LOUPVENTURES wurden diese vier Sprachassistenten miteinander verglichen. Dies geschah auf folgende Art: An jedes System wurden 800 Fragen gestellt. Bewertet wurden folgende zwei Kriterien: Hat das System die Frage verstanden? War die Antwort korrekt? Der Google Assistant war im Herbst 2018 klarer Testsieger.[1][2]

AbgrenzungBearbeiten

Intelligente persönliche Assistenten sind angewandte Technologie aus Bereichen der Künstlichen Intelligenz, v. a. der maschinellen Sprachverarbeitung bzw. Computerlinguistik. Sie funktionieren meist als Applikation auf einem Betriebssystemen oder sind in dieses integriert. Ein Virtueller Assistent bezeichnet eine Form des Outsourcing durch externes Personal. Intelligente virtuelle Agenten können solche Systeme als visuelle Verkörperung ergänzen, um eine persönliche und emotionale Verbindung zu ermöglichen. Sie stellen ggf. eine Weiterentwicklung der Sprachassistenten dar, denen es an Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation fehlt.

Ergänzende EndgeräteBearbeiten

Die persönlichen Assistenten waren anfangs primär noch auf die Nutzung via PCs bzw. Smartphones begrenzt, aber verschiedene Hersteller haben damit begonnen, für die persönlichen Assistenten auch eigene Hardware-Produkte anzubieten. Diese als Smart Speaker bezeichneten Geräte werden in der Regel kabellos mit dem Internet und einem Benutzerkonto verbunden und können dann den Dienst aufnehmen. Derzeitige Angebote umfassen beispielsweise Geräte wie Amazon Echo und Amazon Echo Dot, Google Home und Apples HomePod. Weitere Anbieter haben Endgeräte angekündigt oder vorgestellt, darunter auch neue Gerätekategorien (Fernseher, Kühlschränke, Autos und sonstige Geräte).[3] Die Leistungen der Endgeräte sind meist noch (Stand Februar 2018) begrenzt auf die Software-Dienste des jeweiligen Anbieters, was die Flexibilität der Nutzer in der Auswahl begrenzt und somit auch kritisch betrachtet werden kann.

Bots und Conversational CommerceBearbeiten

Durch Interaktion von Assistenten mit firmeneigenen Bots können Bestell- und Kaufvorgänge durch bloße Spracheingabe erledigt werden. Dazu müssen keine zusätzlichen Apps installiert werden. Diese Art des E-Commerce wird auch als Conversational Commerce (dt. Dialoghandel) bezeichnet. Durch Stimm- bzw. Sprechererkennung soll dabei ungewollten Bestellvorgängen vorgebeugt werden, was von Herstellern von "Smart Speakers" zu Beginn versäumt wurde.[4] Moderatoren und Werbespots hatten (zum Teil absichtlich) für solche Fälle gesorgt.[5] Umstritten ist auch der Einsatz solcher Lautsprechergeräte für plötzliche Werbedurchsagen.[6] Patente von Amazon weisen auch auf die akustische Erkennung von Erkältungen der Anwender hin, wodurch ein Angebot für Erkältungsmedikamente durchgesagt werden könnte.[7]

RisikenBearbeiten

Seitens der Nutzer von IPAs ist das Vertrauen in den Anbieter wesentlich für die Entscheidung, wie sie den Assistenten nutzen. Vor möglichem Missbrauch derartiger Software wird gewarnt.[8] Das erleichterte Erfassen personenbezogener Daten zu Werbezwecken wird ebenfalls kritisch gesehen.[9]

TriviaBearbeiten

Sowohl die Stimme als auch der Name derartiger Assistenzsysteme sind überwiegend weiblich.[10] Ausnahmen sind beispielsweise die Sprachversionen von Siri auf Arabisch, Französisch, Niederländisch und in Britischem Englisch, da hier die voreingestellte Standardstimme männlich ist.[11]

In verschiedenen Science-Fiction-Filmen werden derartige Assistenten gezeigt, wobei die oben genannten Grenzen nicht klar bestimmbar sind, u. a:

Besonders HAL-9000 hat durch den Erfolg des Films "2001: Odyssee im Weltraum" Popularität erlangt. Als erste sprachlich-interaktive künstliche Intelligenz in einem Blockbuster, wurde der Satz berühmt: "Tut mir leid Dave, ich fürchte das kann ich nicht tun." (im englischen Original: "Sorry Dave, I'm afraid I can't do that.") Als Meme kursiert er oft heute noch u. a. in Foren.

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Gene Munster, Will Thompson: Annual Smart Speaker IQ Test. In: LATEST RESEARCH. loupventures, 20. Dezember 2018, abgerufen am 22. Dezember 2018 (amerikanisches Englisch).
  2. Jörg Breithut: Vergleich mit Alexa, Cortana und Siri: Googles Sprachassistent toppt Konkurrenten. In: Spiegel Online. 21. Dezember 2018 (spiegel.de [abgerufen am 22. Dezember 2018]).
  3. Tobias Költzsch: Samsung will Sprachassistenten auf viel mehr Geräte bringen. In: golem.de. 19. Oktober 2017, abgerufen am 19. Februar 2018.
  4. Stimmerkennung einrichten und aktivieren. In: giga.de. Abgerufen am 21. Januar 2019.
  5. Amazon Echo bestellt massenweise Puppenhäuser von allein. In: noz.de. Abgerufen am 21. Januar 2019.
  6. Die Sprachassistenten werden aufdringlich. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 21. Januar 2019.
  7. Alexa hört dich husten. Amazon erhält Patent für Kranke. In: heise.de. Abgerufen am 21. Januar 2019.
  8. Gavin Kenny: I know everything about you! The rise of the Intelligent Personal Assistant. In: securityintelligence.com. 12. August 2015, abgerufen am 29. Dezember 2017 (englisch).
  9. Tom Simonite: Geld verdienen mit Assistenten. In: Technology Review Online. 3. Juni 2016.
  10. Marie Kilg: Geschlecht von Künstlichen Intelligenzen: „Siri, ficken?“: Alexa, Siri, Cortana und Jenn – Computerstimmen werden grundsätzlich weiblich programmiert. Das sagt einiges über unseren Umgang mit Frauen aus. In: taz.de. 15. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.
  11. Unesco-Bericht: Sprachassistenten haben Sexismus-Problem. Abgerufen am 24. Mai 2019.