Institute for Advanced Sustainability Studies

Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (so seit 2017 sein deutscher Name, englisch weiterhin: Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Potsdam und hat das Ziel, Entwicklungspfade für die globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen. Das IASS folgt einem transdisziplinären, dialogorientierten Ansatz zur gemeinsamen Entwicklung des Problemverständnisses und von Lösungsoptionen in Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein nationales und internationales Partnernetzwerk unterstützt die Arbeit des Instituts. Zentrale Forschungsthemen sind u. a. die Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation im Anthropozän.[1]

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung / Institute for Advanced Sustainability Studies
Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung / Institute for Advanced Sustainability Studies
Logo
Kategorie: Forschungseinrichtung
Bestehen: 2. Februar 2009
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Standort der Einrichtung: Potsdam
Fachgebiete: Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, Bodenschutz, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation im Anthropozän, gesellschaftliche Transformation, nachhaltige Entwicklung
Grundfinanzierung: Bund (85 %), Land (15 %)
Leitung: Mark Lawrence, Ortwin Renn, Jakob Meyer
Mitarbeiter: > 120 (ca. 145 VZÄ)
Homepage: www.iass-potsdam.de
Der Hauptsitz des Vereins in der ehem. Villa von Kleist in Potsdam

StrukturBearbeiten

Das Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. wurde am 2. Februar 2009 in Potsdam gegründet. Gründungsdirektor war Klaus Töpfer. Er leitete das Institut bis September 2015 als Exekutivdirektor, zusammen mit den wissenschaftlichen Direktoren Carlo Rubbia (Juni 2010 bis Mai 2015) und Mark G. Lawrence (seit Oktober 2011). Von 2016 bis 2021 war Patrizia Nanz wissenschaftliche Direktorin am IASS.[2][3]

Aufgabe und LeitungBearbeiten

Das Institut soll Spitzenforschung zu den Themen wie dem Klimawandel und nachhaltiger Ökonomie leisten und mehr als 50 Wissenschaftlern Arbeitsmöglichkeiten geben. Es wird über Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Landes Brandenburg finanziert und hat einen zugesagten Etat von 6,6 Millionen Euro über sieben Jahre.[4] Der Bundesrechnungshof stellte 2016 fest, dass das IASS bis dahin rund 83 Millionen Euro vom BMBF für dessen 14 jährige Anlauffinanzierung, d. h. bis 2023, bereitgestellt bekommen hat.[5] 2019 beschloss der Bundestag eine Sonderförderung in Höhe von 11 Millionen Euro.[6] Bei der Gründungsveranstaltung sagte die Bundesforschungsministerin Schavan: „Das Institut kann unter der Leitung von Professor Töpfer internationale Strahlkraft erlangen und die starke Position Deutschlands in diesem Bereich unterstreichen“.[7]

Das Institut kooperiert eng mit den Geoforschungseinrichtungen in Potsdam, dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ), der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die wissenschaftlichen Direktoren sind derzeit Mark G. Lawrence und Ortwin Renn; Administrativer Direktor ist Jakob Meyer. Die Geschäftsführung des Instituts rotiert unter den wissenschaftlichen Direktorinnen und Direktoren alle zwei Jahre.

RezeptionBearbeiten

Im Global Go To Think Tank Index 2019 der University of Pennsylvania belegt das Institut Platz 109 in der Kategorie „Top Think Tanks in Western Europe“.[8] Eine Evaluation des Wissenschaftsrates 2021 bezeichnete das gleichermaßen auf Forschung und Beratung ausgerichtete Profil des IASS als eines, „das es in Deutschland so in keiner anderen Einrichtung“ gebe.[9] Manja Schüle bezeichnete die Einrichtung als „Solitär in der deutschen Forschungslandschaft“.[10]

Zukünftige EntwicklungBearbeiten

Die Bundesregierung gab Ende Mai 2021 bekannt, das IASS bis 2023 ins GFZ eingliedern zu wollen.[11] Dies fand Kritik fand durch Mitglieder der grünen Bundestagsfraktion.[12] Direktor Ortwin Renn hatte zuvor eine eigenständige Institutionalisierung als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft erwogen,[13] begrüßte aber letztlich die Entscheidung.[10]

PublikationenBearbeiten

Das IASS nutzt verschiedene Veröffentlichungsformate, um neben der Organisation von und Teilnahme an Veranstaltungen eigene Arbeitsergebnisse und Empfehlungen zu teilen:

  • IASS Policy Briefs – Handlungsempfehlungen und Einschätzungen zu politischen Maßnahmen
  • IASS Fact Sheets – Sammlung aktueller Kennzahlen und Übersichten zum jeweiligen Thema
  • IASS Studies – Ausführlichere Untersuchungsergebnisse entlang einer Leitfrage oder einer Arbeitsgruppe
  • IASS Working PaperDiskussionspapiere für Zwischenstände oder kurzzeitige Interventionen

Daneben erscheinen wissenschaftliche Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften, Stellungnahmen, Monographien und Sammelwerke, sowie einführende Dossiers. Es existiert ein hauseigener Blog.[14]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IASS Potsdam | MWFK. In: www.mwfk.brandenburg.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  2. Patrizia Nanz wird wissenschaftliche Direktorin am IASS. Neues Führungsteam stellt sich vor. In: Institute for Advanced Sustainability Studies. 31. März 2016, abgerufen am 27. Mai 2021.
  3. BASE gewinnt Partizipationsexpertin Prof. Dr. Patrizia Nanz als neue Vizepräsidentin. In: Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. 2. Dezember 2020, abgerufen am 27. Mai 2021.
  4. Töpfers Elite-Institut ist gegründet und soll in die Speicherstadt ziehen@1@2Vorlage:Toter Link/www.maerkischeallgemeine.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – Artikel bei der MAZ, vom 3. Februar 2008
  5. Bundesrechnungshof: 2016 Bemerkungen Band I Nr. 54 - 83 Mio. Euro Bundesmittel für den Aufbau einer Forschungseinrichtung ohne gesicherte Perspektive. (PDF) Bundesrechnungshof, 2016, abgerufen am 24. Februar 2021.
  6. Jan Kixmüller: Millionenförderung für Potsdamer Institut. Elf Millionen für Töpfer-Institut. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 15. November 2019, abgerufen am 16. Februar 2020.
  7. Pressemeldung der dpa, am 2. Februar 2008
  8. James G. McGann: 2019 Global Go To Think Tank Index Report. Hrsg.: University of Pennsylvania. Think Tanks and Civil Societies Program. The Lauder Institute. Band 17. Philadelphia 2020, S. 107 (upenn.edu).
  9. Wissenschaftsrat (Hrsg.): Stellungnahme zum Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS), Potsdam (Drs. 8956-21). Köln April 2021, S. 60 (wissenschaftsrat.de [PDF]).
  10. a b Jan Kixmüller: Zukunft des Töpfer-Instituts gesichert. Potsdamer IASS wird Teil des GFZ. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 25. Juni 2021, abgerufen am 12. Juli 2021.
  11. Bundesregierung: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage [...] 19/29469. Zukunft des Institute for Advanced Sustainability Studies. Hrsg.: Deutscher Bundestag. Band 19, Nr. 30103. Berlin 21. Mai 2021, S. 2 (bundestag.de [PDF]).
  12. Jan Kixmüller: Zukunft des Töpfer-Instituts weiter ungewiss. In: Der Tagesspiegel. 27. Mai 2021, abgerufen am 5. Juni 2021.
  13. Jan Kixmüller: Töpfer-Institut ringt um seine Zukunft. In: Der Tagesspiegel. 19. Mai 2021, abgerufen am 5. Juni 2021.
  14. Blog. Institute for Advanced Sustainability Studies IASS, abgerufen am 18. Juni 2018.

Koordinaten: 52° 24′ 22″ N, 13° 4′ 24″ O