International Celestial Reference Frame

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Der International Celestial Reference Frame (ICRF) ist ein Quasi-Bezugssystem mit dem Baryzentrum des Sonnensystems als Mittelpunkt. Es wird definiert durch die mit Radioteleskopen gemessenen Positionen von Quasaren und anderen extragalaktischen Objekten mit starker Radiostrahlung.

Obwohl die Allgemeine Relativitätstheorie impliziert, dass es keine richtigen Referenzsysteme um gravitative Körper geben kann, ist das ICRF von Nutzen, da es seit seiner Erstellung zu keiner messbaren Verschiebung der extragalaktischen Objekte kam, weil sie extrem weit entfernt sind. Der ICRF ist momentan das Bezugssystem, mit dem die Positionen der Planeten, der Sterne und anderer astronomischer Objekte definiert werden.

ICRF1Bearbeiten

Die erste Version ICRF1 wurde am 1. Januar 1998 von der Internationalen Astronomischen Union angenommen. Der ICRF1 hat ein Grundrauschen von ca. 250 Mikrowinkelsekunden (µas) und eine Achsenstabilität von ca. 20 µas, das stellt eine Verbesserung von mehreren Größenordnungen im Vergleich zum Fundamentalkatalog 5 (FK5) dar.[1] Er enthält in der ersten Version von 1998 212 extragalaktische Objekte, die zur Festlegung des Bezugssystems genutzt wurden, ebenso die Positionen von 396 weiteren Objekten, die aber nicht für das Bezugssystem genutzt werden. Deren Positionen wurden in späteren Erweiterungen teilweise angepasst. Der ICRF stellt die erste Realisierung des International Celestial Reference System (ICRS) im Radiobereich dar.

Eine erste Erweiterung erfolgte 1999 mit ICRF-Ext.1. Es kamen dabei 59 neue Objekte hinzu, bereits vorhandene Objekte bekamen verbesserte Positionsdaten. 2004 folgte ICRF-Ext. 2 eine zweite Erweiterung mit 109 zusätzlichen Objekten und verbesserten Positionsdaten.

ICRF2Bearbeiten

2009 wurde der ICRF2 erstellt.[1] ICRF2 wird durch die Position von 295 Radioquellen definiert, wovon nur 97 auch im ICRF1 als definierende Quellen enthalten sind. Zusammen mit den nicht zur Definition verwendeten Quellen umfasst er 3.414 Objekte, vermessen per Very Long Baseline Interferometry, er hat ein Grundrauschen von 40 µas und eine Achsenstabilität von 10 µas.

ICRF3Bearbeiten

Am 30. August 2018 wurde bei der Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Wien entschieden, ab dem 1. Januar 2019 den neuen himmelfesten Referenzrahmen ICRF3 als internationales Referenzsystem zu verwenden, um Richtungen im Weltraum genauer als bisher angeben zu können. Er basiert auf der Vermessung von 4.536 extragalaktischer Radioquellen mittels VLBI und hat eine Genauigkeit bis auf ca. 30 µas.[2][3] Die Objekte wurden in verschiedenen Frequenzbändern untersucht: 4.536 in S/X, 824 im K und 678 im X/Ka Band.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b IERS Technical Note No. 35: The Second Realization of the International Celestial Reference Frame by Very Long Baseline Interferometry. International Earth Rotation and Reference Systems Service (IERS). Archiviert vom Original am 25. Juli 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ww2.iers.org Abgerufen am 5. April 2014.
  2. MVS Import: Neues Koordinatensystem für das Weltall. In: scinexx | Das Wissensmagazin. 3. September 2018 (scinexx.de [abgerufen am 1. Dezember 2018]).
  3. Julien Frouard, Megan C. Johnson, Alan Fey, Valeri V. Makarov, Bryan D. Dorland: Towards the ICRF3: astrometric comparison of the USNO 2016A VLBI solution with ICRF2 and Gaia DR1. 25. April 2018, arxiv:1804.10240 (arxiv.org [PDF]).
  4. IERS ICRS Center. Abgerufen am 1. Dezember 2018.

WeblinksBearbeiten