Die Hydractiv ist ein auf der Hydropneumatik aufbauendes Federungssystem für Pkw des französischen Automobilherstellers Citroën. Sie realisierte erstmals eine Federung mit elektronisch kontrollierter, variabler Feder- und Dämpfungsabstimmung.

GeschichteBearbeiten

Hydractiv wurde 1988 im Konzept Citroën Activa vorgestellt und 1989 mit dem Citroën XM in Serienproduktion eingeführt. Im Jahr 1993 kam im Citroën Xantia die neue Generation Hydractiv II mit dreifacher Rechenleistung auf den Markt, die ab 1994 auch in der zweiten Serie des XM eingesetzt wurde.

FunktionBearbeiten

Das Ziel war es, eine elektronisch gesteuerte Federung zu realisieren. In den meisten Ausführungen kann die Elektronik das Auto zwischen zwei Federhärten umstellen, sodass es bei normaler Fahrt weich gefedert ist und sich trotzdem in Kurven nicht zu stark neigt.

Dazu ist an jeder Achse eine zusätzliche Federkugel eingebaut. Sie wird vom Steuergerät so oft wie möglich, bei gleichmäßiger Fahrweise und geringer Querbeschleunigung hinzugeschaltet, wodurch sich durch das so vergrößerte Gasvolumen ein weicheres Ansprechen der Federung ergibt. Durch eine größere Bypassbohrung im Dämpfungsventil dieser zusätzlichen dritten Kugel wird auch die Dämpfung verringert (vergleichbar mit dem Parallelschalten elektrischer Widerstände, durch das der Gesamtwiderstand nach dem Ohmschen Gesetz sinkt).

Dieser Zustand wird vom Steuergerät generell bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h herbeigeführt.

Wenn das Steuergerät anhand der Sensorinformationen eine Überschreitung der im Kennfeld hinterlegten Grenzwerte registriert (abrupte Lenkbewegung, starke Bremsung, Nachwippen der Karosserie, schnelle enge Kurve und so weiter), trennt es die zusätzlichen Federkugeln vom Hydrauliksystem. Das nun in den verbleibenden Federkugeln kleinere Gasvolumen wird von jetzt an stärker verdichtet und die Federung wird dadurch härter. Die kleineren Bypassbohrungen der verbleibenden Stoßdämpferelemente ergeben einen reduzierten Strömungsquerschnitt für die Hydraulikflüssigkeit und so eine straffere Dämpfung.

Hydractiv IBearbeiten

Ein Steuergerät entscheidet, ob die Federung weich oder hart ist. Ist der Hydractiv-Knopf im Innenraum gedrückt, ist die Federung hart.

Hydractiv IIBearbeiten

Ein Steuergerät entscheidet, ob die Federung weich oder hart ist. Ist der Hydractiv-Knopf im Innenraum gedrückt, werden die Kennlinien verändert, sodass der Wagen schon bei geringerer Kurvengeschwindigkeit, Beschleunigung etc. auf hart geschaltet wird.

Hydractiv IIIBearbeiten

Eingeführt mit dem Citroën C5. Hydractiv III ist die einfachste Ausführung, ohne die sonst üblichen zwei Federhärten. Ab 110 km/h wird das Fahrzeug vorne um einige Millimeter abgesenkt und auf schlechter Straße bis 40 km/h vorne und hinten um 10 mm angehoben. Außerdem ist die Hydraulikpumpe elektrisch, sodass sie auch bei stehendem Fahrzeug funktioniert und z. B. das Absenken des Hecks ermöglicht, um den Kofferraums bequemer zu be- und entladen. Ohne „Sport“-Knopf am Armaturenbrett.

Hydractiv III+Bearbeiten

Eingeführt mit dem Citroën C5. Wie Hydractiv II, zusätzlich automatische Verstellung der Fahrzeughöhe wie bei Hydractiv III. Mit „Sport“-Knopf am Armaturenbrett.

AufbauBearbeiten

Da die Federhärte der Hydropneumatik durch Druck und Volumen der Federkugeln bestimmt wird, die Dämpfung durch die Größe der Bypassbohrung in den Ventilstücken (7), lässt sich durch Hinzufügen einer (oder auch mehrerer) Federkugeln in den Hydraulikteil einer Achse eine Veränderung dieser Federungs- und Dämpfungsabstimmung erzielen.

Zu diesem Zweck wurde in die Verbindungsleitungen der Federkugelpaare einer Achse jeweils ein elektrisch angesteuertes Hydraulikventil (6) eingefügt, das auf Kommando eines elektronischen Steuergerätes (8) hin je eine zusätzliche Federkugel pro Achse in den Federungskreis einbezieht.

Das für deren Ansteuerung zuständige Steuergerät schaltet anhand hinterlegter Kennfelder auf Basis der Auswertung von 5 Sensoren (9)

  • Lenkungssensor
  • Geschwindigkeitssensor
  • Gaspedalsensor
  • Bremsdrucksensor
  • Fahrzeughöhe

jeweils zwischen den beiden möglichen Abstimmungen um.

 

Abbildung links: Weiche Federung, rechts: harte Federung

FahrzeugeBearbeiten

Citroën XM: Hydractiv I, ab Anfang 1994 Hydractiv II. Es gab auch Fahrzeuge ohne Hydractiv.

Citroën Xantia: Hydractiv II. Es gab auch Fahrzeuge ohne Hydractiv und mit Wankausgleich (nur in Verbindung mit Hydractiv).

Citroën C5: Hydractiv III, Hydractiv III+

Citroën C6: Hydractiv III+ (mit zwei Federkugeln pro Hinterrad)