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Hornbergbecken

Stausee in Deutschland, Oberbecken des Kraftwerks Wehr

Das Hornbergbecken ist das Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks Wehr, dessen Unterbecken die Wehratalsperre ist. Es liegt bei Herrischried (Ortsteil Hornberg) und bei der Stadt Wehr im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg auf der Kuppe des Langen Ecks, dem höchsten Berg des Hotzenwaldes. Es wurde 1975 in Betrieb genommen, dient allein der Stromerzeugung im Pumpspeicherbetrieb und wird betrieben von der Schluchseewerk AG.

Hornbergbecken
Hornbergbecken – Oberer Speichersee des Pumpspeicherkraftwerks Wehr
Hornbergbecken – Oberer Speichersee des Pumpspeicherkraftwerks Wehr
Lage: Landkreis Waldshut
Größere Orte in der Nähe: Wehr (Baden)
Hornbergbecken (Baden-Württemberg)
Hornbergbecken
Koordinaten 47° 39′ 33″ N, 7° 57′ 40″ OKoordinaten: 47° 39′ 33″ N, 7° 57′ 40″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1970–1975
Höhe über Talsohle: 65 m
Höhe über Gründungssohle: 65 m
Höhe der Bauwerkskrone: 1050 m ü. NHN
Bauwerksvolumen: 2 200 000 m³
Kronenlänge: 1 715 m
Kronenbreite: 5 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:1,6
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1,6
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 1048 m ü. NHN
Wasseroberfläche 17 ha
Stauseelänge 700 m
Stauseebreite 300 m
Speicherraum 4,4 Mio. m³
Das Hornbergbecken auf einer Luftaufnahme vom 31. Januar 2015
Hornbergbecken während seiner Sanierung im November 2008

Wenige hundert Meter südlich des Hornbergbeckens sollte als Teil des zukünftigen Pumpspeicherkraftwerks Atdorf bis 2021 das Hornbergbecken II entstehen. Mit fast 1 km Länge und 9 Millionen m³ Speicherraum sollte es deutlich größer ausfallen als das bereits bestehende Hornbergbecken. Am 11. Oktober 2017 teilte die EnBW mit, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.[1]

BauwerkBearbeiten

Das Hornbergbecken ist mit seinem Stauziel auf 1048 m ü. NHN die höchstgelegene Stauanlage Deutschlands. Das 700 m lange, 300 m breite und 46 m tiefe Becken hat einen Ringdamm mit einer Grundrissform wie ein Stadion (Halbkreise mit Geradenstücken). Der Staudamm besteht aus Fels- und Erdmassen. Er ist auf der Innenseite durch Asphaltbeton abgedichtet und die Außenseite ist durch die Begrünung vor Erosion geschützt. Im Becken stehen zwei Türme, der Einlaufturm und der Aufzugturm. Beide Türme sind an ihrem Kopfende miteinander verbunden. Der Zugang zum Aufzugsturm erfolgt über einen Gang, welcher unter der Beckensohle verläuft.

PumpspeicherbetriebBearbeiten

Das Wasserkraftwerk mit dem Wasserschloss ist als Kavernenkraftwerk ausgeführt. Die elektrische Nennleistung der vier Turbinen beträgt zusammen 910 MW,[2] beim Pumpen 980 MW. Im Pumpbetrieb wird ein Volumenstrom von bis zu 144 m³/s erzielt, womit 7,9 Stunden benötigt werden, um 4,1 Millionen m³ Wasser aus dem 625 m tiefer gelegenen Unterbecken in das Hornbergbecken zu befördern. Sein Gesamtfassungsvermögen reicht aus, um im Volllast-Turbinenbetrieb Strom für 6,8 Stunden zu erzeugen (Ausbauwassermenge 180 m³/s[2]). Der Wasserspiegel im Staubecken senkt sich dadurch um 36 m.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Festschrift Hornbergstufe der Schluchseewerk AG. November 1976
  • Peter Franke, Wolfgang Frey: Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland. DNK – DVWK 1987, ISBN 3-926520-00-0.

EinzelnachweiseBearbeiten