Holztrompete

Musikinstrument

Holztrompete bezeichnet allgemein Naturtrompeten, deren konische oder zylindrische Blasröhre aus Holz besteht und die von einem halben Meter bis fünf Meter lang sein können. Die bekannteste Holztrompete ist das Schweizer Alphorn. In ihrer Bauart und traditionellen Funktion als Signal- und Warninstrument der Hirten und teilweise für rituelle Anlässe sind neben vielen anderen mit dem Alphorn verwandt: der Schweizer Büchel, das in Teilen von Norddeutschland und den Niederlanden vorkommende Middewinterhorn, die bucium in Rumänien, die trembita in der Ukraine, die fakürt in Ungarn, die lur in Schweden, die bazuna in Polen und die rikalo in Serbien.

Das ausgestorbene sächsische Pechhorn wurde aus Brettern rechteckig zusammengefügt.

Eine andere Blastechnik wird beim australischen Didgeridoo angewandt. In Sibirien kamen regional den Holztrompeten baugleiche sucked trumpets vor, die eine eigene Instrumentenkategorie bilden, weil die Töne durch Ansaugen von Luft produziert werden.

Tonumfang von Wagners Holztrompete

Eine besondere Holztrompete entwickelte Johann Adam Heckel eigens für Richard Wagners Fröhliche Hirtenweise im 3. Akt von Tristan und Isolde. Bis 1897 wurde dieses Instrument genutzt. Wagners Holztrompete wird mit einem Trompetenmundstück gespielt und besteht aus einer geraden, zylindrischen oder konischen Holzröhre mit dem Schallstück des Englischhorns und einem Ventil. Hierdurch konnten zusätzlich zur Skala vom 2. bis zum 6. Oberton der C-Stimmung auch ein D und ein F erzeugt werden. Laut Wagner sollte ein kraftvoller natürlicher Klang erzeugt werden, für den ein hölzernes Instrument als Ersatz für das Englischhorn von Vorteil sei. Heute wird die Holztrompete häufig durch Heckel-Clarina oder Tárogató ersetzt.

LiteraturBearbeiten