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Herbert Ebersbach (* 9. November 1902 in Wildenfels; † 28. August 1984 in Bielefeld) war ein deutscher Maler und Vertreter des Expressionismus.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ebersbach studierte in den 1920er Jahren an der Kunstakademie Dresden bei Otto Gußmann und Oskar Kokoschka und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Heinrich Nauen und Heinrich Campendonk. Ebersbach war Mitglied der ASSO und der Dresdner Künstlervereinigung, 1932 schloss er sich der Dresdner Sezession 1932 an. Seine Lebensgefährtin war bis 1933 die Kunsthändlerin Hede Schönert.

1933 wurden Ebersbachs Werke von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft. Als Gegner des Nationalsozialismus kam er nach einer Durchsuchung seines Ateliers ins KZ Hohnstein, wo er rund 14 Monate lang inhaftiert war, bevor Freunde seine Freilassung erwirken konnten. Seine Familie hatte in dieser Zeit rund 70 (nach anderen Quellen 100 bzw. 150) seiner Ölbilder verbrannt, was er als Verrat empfand und nach der Entlassung 1934 zum Bruch mit der Familie führte. Ebersbach zog, nun quasi mittel- und wohnungslos, mit sechs geretteten Ölbildern im Gepäck von Dresden zu Freunden nach Bielefeld. Während des Zweiten Weltkrieges war er dienstverpflichtet. Nach 1945 nahm Ebersbach zum Broterwerb Aufträge für Wandbilder an und arbeitete als Kunsterzieher.

WerkBearbeiten

Das Gesamtwerk Ebersbachs umfasst ca. 400 Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen, davon sechs, die vor 1933 entstanden. Die durchweg figurativen Motive sind von Blumenstillleben, Landschaften und Porträts bestimmt. Speziell die Gemälde aus der Schaffenszeit in den 1960er und 1970er Jahren sind von intensiver Farbigkeit und Ausdrucksstärke geprägt.

Viele seiner Werke entstanden in der Wistinghauser Schlucht am Tönsberg bei Oerlinghausen, wo ihm die Unternehmerfamilie Haniel auf ihrem Landgut ein Atelierhaus auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt hatte. Die Kontakte zur Familie waren um 1954 entstanden.

AusstellungenBearbeiten

  • Deutsche Kunst, Kunstpalast Düsseldorf, 1928
  • Dresdner Sezession 1932, 1. Ausstellung, im Sächsischen Kunstverein Dresden, Brühlsche Terrasse, Dresden 1. September – 15. Oktober 1932
  • Gemeinsame Ausstellung 3 Künstlergruppen. Künstlervereinigung, Deutscher Künstlerverband, Dresdner Sezession, Dresden 17. August – 15. Oktober 1933
  • Sächsische Kunstausstellung Dresden 1934, Dresden, 16. Juni – 19. August 1934
  • Herforder Kunstverein, 1986
  • Herbert Ebersbach: Anerkannt. Verfemt. Wiederentdeckt. Ein Expressionist der Zweiten Generation, Kunstmuseum Ahlen, 2014

LiteraturBearbeiten

  • Christiane Reipschläger, Burkhard Leismann (Hg.): Herbert Ebersbach. Transformation der Farbe. Verzeichnis der Gemälde, 2014, ISBN 978-3-86206-349-9
  • Karin Müller-Kelwing: Die Dresdner Sezession 1932 – Eine Künstlergruppe im Spannungsfeld von Kunst und Politik. Hildesheim (u. a.) 2010, zugleich: Dissertation, TU Dresden 2008, ISBN 978-3-487-14397-2, S. 196–197, 367.