Henning Türk

deutscher Historiker
Henning Türk, 2015.

Henning Türk (* 1974) ist ein deutscher Historiker.

LebenBearbeiten

Türk absolvierte von 1995 bis 2000 ein Magisterstudium der Fächer Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Angewandte Kulturwissenschaft an der Universität Münster. Von 2002 bis 2006 war er Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Duisburg-Essen. 2005 erfolgte die Promotion an der Universität Duisburg-Essen mit einer Dissertation über „Die Europapolitik der Großen Koalition 1966–1969“. Seit 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. 2013 und 2018 erhielt er ein Karl-Ferdinand-Werner-Fellowship am Deutschen Historischen Institut in Paris. 2015 erfolgte seine Habilitation an der Universität Duisburg-Essen. Danach war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2016 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. 2017/18 nahm er eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Mainz wahr, 2018/19 vertritt er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Für seine Habilitationsschrift „Ludwig Andreas Jordan und das Pfälzer Weinbürgertum. Bürgerliche Lebenswelt und liberale Politik im 19. Jahrhundert“ erhielt er 2015 den Wolf-Erich-Kellner-Preis und 2017 den Kurfürst-Karl-Theodor-Preis.[1]

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Bürgertums- und Liberalismusgeschichte sowie der Wandel des Verhältnisses von Parlament und Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert. Zudem beschäftigt er sich mit der Geschichte internationaler Organisationen im 19. und 20. Jahrhundert und der europäischen Integration auf deutsch-französischer Grundlage. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Forschungen stellt die Energiepolitik dar.

VeröffentlichungenBearbeiten

Monographien

  • Ludwig Andreas Jordan und das Pfälzer Weinbürgertum. Bürgerliche Lebenswelt und liberale Politik im 19. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2016 (= Bürgertum, Neue Folge, Studien zur Zivilgesellschaft, Bd. 12).
  • Die Europapolitik der Großen Koalition 1966–1969, München: Oldenbourg 2006 (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 93).

Herausgeberschaft

  • (gemeinsam mit Claudia Hiepel, Christian Henrich-Franke, Guido Thiemeyer): Grenzüberschreitende institutionalisierte Zusammenarbeit von der Antike bis zur Gegenwart, (= Historische Dimensionen der europäischen Integration, Bd. 30), Baden-Baden: Nomos 2019.
  • (gemeinsam mit Claudia Hiepel und Michaela Bachem-Rehm): Teilungen überwinden. Europäische und internationale Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Wilfried Loth, München: De Gruyter 2014.
  • (gemeinsam mit Carine Germond): From „Hereditary Enemies“ to Partners – A History of Franco-German Relations in Europe, New York: Palgrave/Macmillan 2008.

Aufsätze (Auswahl)

  • Liberalismus und Region im 19. Jahrhundert. Die Konstruktion liberaler Räume und ihre institutionelle Verankerung, in: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 30 (2018), S. 7–27.
  • Reducing dependence on OPEC-oil – The International Energy Agency's energy strategy between 1976 and the mid-1980s, in: Giuliano Garavini/Duccio Basosi/Massimilian Trentin (Hrsg.): Countershock. The oil counter-revolution of the 1980s, London/New York 2018, S. 241–258.
  • „Ich gehe täglich in die Sitzungen und kann die Politik nicht lassen“ – Frauen als Parlamentszuschauerinnen und ihre Wahrnehmung in der politischen Öffentlichkeit der Märzrevolution 1948/49, in: Geschichte und Gesellschaft 43 (2017), Heft 4, S. 497–525.
  • The Oil Crisis of 1973 as a Challenge to Multilateral Energy Cooperation among Western Industrialized Countries, in: Historical Social Research 39 (2014), Heft 4, S. 209–230.

WeblinksBearbeiten

  • Webseite beim Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
  • Webseite an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite des Bayerischen Landtags zur Preisverleihung des „Bundes der Pfalzfreunde“ 2017.