Helmut Petri

deutscher Ethnologe

Helmut Petri (* 7. November 1907 in Köln; † 21. Juni 1986 ebenda) war ein deutscher Ethnologe.

LebenBearbeiten

Er begann sein Universitätsstudium im Jahr 1928 (Wirtschaft, Geschichte und Philosophie sowie Studienleistungen in Vorgeschichte und Anthropologie). Studien führten ihn auch nach Rom und Wien, wo er bei Wilhelm Schmidt, Wilhelm Koppers und Robert von Heine-Geldern studierte. In dieser frühen Phase wurde Petri besonders von mesoamerikanischen Kulturen eingenommen, welche er unter der Leitung von Fritz Röck studierte und Nahuatl lernte. Er promovierte mit einer Arbeit über Geldformen der Südsee.

Seine erste berufliche Ernennung fand in Wien statt, wo er Kurator am Ethnologischen Museum und am Naturhistorischen Museum war. 1935 zog er nach Frankfurt am Main, um eine Stelle beim Forschungsinstitut für Kulturmorphologie anzunehmen. Von 1938 bis 1939 begann er seine erste ethnografische Feldforschung, die ihn in die Region Kimberley in Westaustralien führte. Dort arbeitete er insbesondere mit den Worrorra, Ngarinjin und anderen Stämmen des Dampier-Archipels zusammen.

Bei seiner Rückkehr wurde er in die Wehrmacht eingezogen und diente als Funker in Frankreich, Griechenland, Nordafrika und Italien. Am Ende des Krieges wurde er gefangen genommen und mehrere Monate in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager festgehalten. Nach seiner Freilassung nahm er seine frühere Tätigkeit am Frobenius-Institut unter der Leitung von Adolf Ellegard Jensen als Ethnologe wieder auf. Nach einer weiteren Feldarbeit in Australien in den Jahren 1953–1954, wurde er 1956 auf eine ordentliche Professur berufen und zwei Jahre später an den Lehrstuhl für Sozial- und Kulturanthropologie der Universität zu Köln. 1959 heiratete er eine Ethnologin, Gisela Odermann, die ihn 1953/54 auf seiner Feldforschungsexpedition begleitet hatte. Er ging 1971 in den Ruhestand.

Petri starb in Köln nach 6 Wochen auf einer Intensivstation, nachdem er nach einem Autounfall im Mai 1986 ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten