Hellmuth von Hase

deutscher Verleger

Siegfried Hellmuth von Hase (* 30. Januar 1891 in Leipzig; † 18. Oktober 1979 in Wiesbaden) war ein deutscher Verleger und Mitinhaber des Verlagshauses Breitkopf & Härtel; außerdem war er finnischer Konsul.

Das Wappen der Familie von Hase (1883)
Grabstätte der Familie Oskar von Hase auf dem Südfriedhof in Leipzig
Grabinschrift für Hellmuth von Hase

FamilieBearbeiten

Er war der Sohn des großherzoglich sächsischen Geheimen Hofrats Dr. phil. Oskar von Hase (1846–1921), Verlagsbuchhändler und Chef des Musikverlags Breitkopf & Härtel in Leipzig, und der Johanna Zarncke (1856–1911). Vater Oskar erhielt die königlich sächsische Adelsanerkennung am 31. Mai 1912 in Dresden. Hase heiratete am 4. Juni 1920 in Leipzig Elisabeth Bierey (* 25. Juni 1898 in Pirna, Sachsen; † unbekannt in Wiesbaden), die Tochter des Oberst Rudolf Bierey und der Eleonore (Leonie) Jansen. Sein Großvater war der Theologe Karl von Hase (1800–1890), der 1831 Pauline Härtel geheiratet hatte, die Tochter des Verlegers Gottfried Christoph Härtel.

LebenBearbeiten

Der promovierte Jurist Hase arbeitete seit 1919 im Leipziger Musikverlag Breitkopf & Härtel mit. Von 1927 bis 1933 war er Vorsitzender des Leipziger Vereins der Buchhändler, von 1929 bis 1935 auch Erster Schatzmeister im Börsenverein der Deutschen Buchhändler. Daneben war er bis 1933 Vorsitzender des Deutschen Musikalien-Verleger-Vereins.[1]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten unterschrieb er am 13. Mai 1933 anlässlich der Bücherverbrennung von im NS-Staat verfemten Autoren im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel folgende Erklärung:

„Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler ist sich mit der Reichsleitung des Kampfbunds für deutsche Kultur und der Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen darin einig geworden, daß die zwölf Schriftsteller Lion FeuchtwangerErnst GlaeserArthur HollitscherAlfred KerrEgon Erwin KischEmil LudwigHeinrich MannErnst OttwaltTheodor PlivierErich Maria RemarqueKurt Tucholsky alias Theobals Tiger, Peter Panter, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser – Arnold Zweig für das deutsche Ansehen als schädigend zu erachten sind“.[2]

Von 1939 bis 1941 leistete Hase als Major der Wehrmacht Kriegsdienst. 1943 gab er im Auftrag der Musikabteilung des Reichspropagandaministeriums das Jahrbuch der deutschen Musik heraus.[1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlegte Hase im Juni 1945 den Firmensitz des Breitkopf & Haertel-Verlages nach Wiesbaden. Von 1955 bis 1960 gehörte er dem Verlegerausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels an. Daneben war er von 1954 bis 1967 als Vorsitzender des Fachausschusses für Ernste Musik im Vorstand des Deutschen Musikverleger-Verbandes tätig.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Der kleine Köchel. Chronologisches und systematisches Verzeichnis sämtlicher musikalischen Werke von Wolfgang Amadé Mozart. Zusammengestellt auf Grund der 3., von Alfred Einstein bearbeiteten Auflage, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden (1951)
  • Die Kanon-Kanone (mit Gerd Sievers), Breitkopf & Härtel (1957)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 220.
  2. Zitat bei Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 220.