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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
moderner Hausanschlusskasten, gut sichtbar: der oben herausgeführte Schutzleiter
älterer Hausanschlusskasten, mit 100 A abgesichert (etwa 40 cm breit)
älterer Hausanschlusskasten mit sichtbaren Sicherungen

Der Hausanschlusskasten[1] (HAK) ist ein vom Verteilnetzbetreiber (VNB) geforderter Kasten, mit dem ein Haus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist und der sich in größeren Gebäuden im Hausanschlussraum befindet. Er ist die Übergabestelle vom Verteilungsnetz des VNB zur Verbraucheranlage. Vom Hausanschlusskasten führt eine Leitung zur Hauptverteilung, die unter anderem einen oder mehrere Stromzähler enthält. Zwischen Hausanschlusskasten und Hauptverteilung können auch spezielle Geräte eingebaut sein, zum Beispiel Leistungsschalter und Überspannungsschutzgeräte (Blitzstromableiter Klasse B/1/I).

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und SicherungselementeBearbeiten

Der Hausanschlusskasten ist verplombt und enthält die Hauptsicherungen des Gebäudes. Sie trennen den Anschluss bei einem Kurzschluss vor der Hauptverteilung oder bei starker Überlastung vom öffentlichen Versorgungsnetz. Die früheren Hausanschlusskästen waren oft mit Diazed-Sicherungen bestückt, heutzutage verwendet man NH-Sicherungen.

Aktuelle Hausanschlusskästen in Deutschland oder Österreich enthalten NH-Sicherungen der Größen NH000 bis NH2. NH-Sicherungen dürfen nur von einer ausgebildeten Elektrofachkraft mit speziellem Werkzeug, einem sogenannten „NH-Aufsteckgriff“ (mit oder ohne „Stulpe“) und Schutzausrüstung, wie beispielsweise langärmeliger Schutzkleidung und Schutzvisier gezogen oder ausgetauscht werden, während selektive Leitungsschutzschalter den Vorteil einer „laienbedienbaren Freischaltmöglichkeit“ bieten.

EinbauortBearbeiten

In Deutschland ist der Hausanschlusskasten in der Regel im Keller an einer Außenmauer des Hauses angebracht und kann eventuell über ein zweites hereinkommendes Kabel nachfolgende Haushalte mitversorgen. In besonderen Fällen können Mehrfach-Hausanschlusskästen eingesetzt werden, zum Beispiel wenn es räumlich ungünstig ist, mehrere Zähler in einem Schrank zu konzentrieren oder wenn der Platz für einen zweiten Hausanschlusskasten fehlt (teilweise bei Doppelhaushälften).

In den deutschen alten Bundesländern kamen teilweise auch Doppel-Hausanschlusskästen zum Einsatz, wenn das Gebäude über eine Motorsirene des Zivilschutzes verfügte, da die Sirene in dem Fall ohne Zähler mit dem Stromversorgungsnetz verbunden war. Im Falle einer Freischaltung des Gebäudestromnetzes blieb zudem die Sirene weiterhin einsatzbereit. Die Hausanschlusskästen waren dafür mit der Aufschrift „ZS-Sirene“ entsprechend gekennzeichnet. Teilweise wurde aber anstatt eines Doppel-HAK auch einfach ein zweiter Hausanschluss für die Sirene gelegt.

NetzanschlussBearbeiten

Sehr weit verbreitet ist das TN-C-S-System, bei welchem vom Netzbetreiber vier Adern (drei Außenleiter und PEN-Leiter) im HAK ankommen. Nach aktuellen Normen und Richtlinien[2] soll bereits im HAK der PEN-Leiter in Neutralleiter und Schutzleiter aufgetrennt werden. Zudem sollte im Hausanschlusskasten die Einbindung in den örtlichen Potentialausgleich erfolgen. In bisher sehr seltenen Fällen wird vom Netzbetreiber ein fünfadriger Hausanschluss bereitgestellt, in welchem der PEN-Leiter schon in Neutralleiter und Schutzleiter aufgetrennt ist.

Es gibt jedoch auch das TT-System, bei welchem ebenfalls vier Adern im HAK ankommen. Jedoch kommen hier die drei Außenleiter sowie der Neutralleiter im HAK an. Für den Schutzleiter in der Anlage ist hier ein örtlicher Potentialausgleich nötig.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Begriff „Hausanschlusskasten“ und dessen Ausführung bezieht sich hauptsächlich auf die in Deutschland geübte Praxis für elektrische Hausanschlüsse. In anderen Ländern (z. B. Österreich) ist es auch gängig dass der Übergabepunkt des Energieversorgers im untersten Feld (vor den Zählerfeldern) der Niederspannungsverteilung liegt. In den USA und in verschiedenen südeuropäischen Ländern (z. B. Griechenland) ist der Hausanschlusskasten einschließlich Energiezähler oft auch außerhalb des Hauses zu finden.
  2. DIN VDE 0100-444:2010-10 Abschnitt 444.3.12; DIN EN 50310 VDE 0800-2-310:2011-05 Abschnitt 6.3; VdS Richtlinie 2349:2000-02 Abschnitt 4.3.1

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Günter Boy, Uwe Dunkhase: Elektro-Installationstechnik Die Meisterprüfung. 12. Auflage, Vogel Buchverlag, Oldenburg und Würzburg, 2007, ISBN 978-3-8343-3079-6
  • Winfrid Hauke, Rolf Thaele, Günter Reck: RWE Energie Bau-Handbuch. 12. Ausgabe, Energie-Verlag GmbH, Heidelberg, 1998, ISBN 3-87200-700-9

WeblinksBearbeiten

  Commons: Introduction device – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien