Hans Weiditz

deutscher Graphiker für Holzschnitte

Hans Weiditz (* um 1500 in Straßburg; † 1536 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Graphiker für Holzschnitte.

Hans Weiditz: Karl V. als König von Spanien, 1518

LebenBearbeiten

Ob eine verwandtschaftliche Beziehung von Weiditz und seinem Bruder Christoph Weiditz zu dem Bildhauer Hans Wydyz besteht, ist nicht geklärt. In einigen Beiträgen wird der Bildhauer als möglicher Vater genannt.[1] Er stammte aus Straßburg und lernte in der Werkstatt Hans Burgkmairs des Älteren in Augsburg, wo er später viele Buchillustrationen für klassische, wissenschaftliche und religiöse Bücher schuf. Seine Drucke waren meist unterzeichnet; sie verraten hohes Können und einen eigenen, persönlichen Stil.

Die Kräuterbücher des Vaters der Botanik Otto Brunfels wurden ab 1530 von Weiditz illustriert. 1930 entdeckte Walther Rytz im Berner Botanischen Institut Pflanzenaquarelle, die er Weiditz zuschreiben konnte. Sie waren 1529 angefertigt worden und dienten als Vorlagen für die Holzschnitte in Brunfels Kräuterbüchern.

Heinrich Röttinger identifizierte ihn 1904 mt dem unbekannten Petrarcameister, was sich aber nicht durchgesetzt hat.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Georg Kaspar Nagler: Weyditz, Hans, auch Widitz und Wyditz. In: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, …. Band 21: Vouillemont–Witsen vielm. Witig . Fleischmann, München 1851, S. 364–365, urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259 (uni-weimar.de).
  • Heinrich Röttinger: Hans Weiditz, der Petrarkameister. J. H. E. Heitz, Strassburg 1904 (archive.org).
  • Handschriften und Drucke des Mittelalters & der Renaissance : Katalog 500 anlaesslich des 120jaehrigen Bestehens des Antiquariates. Joseph Baer, Frankfurt am Main 1908, S. 344–366 (Textarchiv – Internet Archive – Mit Abbildungen).
  • Heinrich Röttinger: Weiditz, Hans. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 35: Waage–Wilhelmson. E. A. Seemann, Leipzig 1942, S. 269–271.
  • Walther Rytz: Die Pflanzenaquarelle des Hans Weiditz aus dem Jahre 1529. Die Originale zu den Holzschnitten im Brunfels’schen Kräuterbuch. Haupt, Bern 1936.
  • Lottlisa Behling: Die Pflanze in der mittelalterlichen Tafelmalerei. Böhlaus Nachfolger, Weimar 1957, S. 157–163 (Das Kräuterbuch des Otto Brunfels und die Pflanzenaquarelle des Hans Weiditz).
  • Wilhelm Fraenger: Hans Weiditz. In: Wilhelm Fraenger: Von Bosch bis Beckmann. Ausgewählte Schriften. DuMont, Köln 1985, S. 85–111.

WeblinksBearbeiten

Commons: Hans Weiditz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Hans Weiditz – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Max J. Friedländer: Hans Burgkmair und seine Genossen in Augsburg. In: Der Holzschnitt. Vereinigung Wissenschaftlicher Verleger, Berlin 1921, S. 84–95, hier S. 90 (Textarchiv – Internet Archive): „Hans Weiditz scheint einer westdeutschen Familie anzugehören und ein Sohn des in Freiburg tätigen Bildhauer. Hans Weiditz zu sein.“
  2. Heinrich Röttinger: Hans Weiditz, der Petrarkameister. Heitz, Straßburg 1904. Zur Identifizierungsgeschichte mit Weiditz s. Hans-Joachim Raupp: Die Illustrationen zu Franceso Petrarca »Von der Artzney bayder Glueck des guten und widerwertigen« (Augsburg 1532). In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. 45, 1984, S. 59 ff.