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Hans Richard Weinhöppel

deutscher Kapellmeister und Komponist
(Weitergeleitet von Hannes Ruch)

Hans Richard Weinhöppel (* 29. September 1867 in München; † 10. Juli 1928 ebenda) war ein deutscher Kapellmeister und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Hans Richard Weinhöppel studierte an der Königlichen Musikschule München, wo er u. a. bei Josef Gabriel Rheinberger Unterricht in Kontrapunkt hatte,[1] und begann zunächst eine Laufbahn als Opernsänger. 1892 wurde er Theaterkapellmeister an der Opéra Française in New Orleans.[2] Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er von 1901 bis 1903[3] Mitglied, musikalischer Leiter und Coupletkomponist des Kabaretts Die Elf Scharfrichter in München. Er führte dort den „Scharfrichter-Namen“ Hannes Ruch, unter dem er auch seine für das Kabarett verfassten Lieder und Werke publizierte.[4] Mit Frank Wedekind, von dem er eine Reihe von Liedern vertonte, verband ihn eine langjährige enge Freundschaft. In Wien war er musikalischer Leiter des von Marc Henry und Marya Delvard gegründeten Kabaretts Nachtlicht (1906) und des Kabaretts Fledermaus (1907).[2] Von 1906 bis 1927 war Weinhöppel Professor für Sologesang und mimische Darstellung am Kölner Konservatorium.

Sein Grab befindet sich auf dem Münchener Waldfriedhof.[5]

WerkeBearbeiten

  • Die Laune des Verliebten. Schauspielmusik zu dem Schäferspiel von Johann Wolfgang von Goethe. 1907.
  • Zwölf neue Schelmenlieder für Gitarre oder Laute von Hannes Ruch. 1912.
  • 30 heitere Tenorlieder.
  • 30 heitere Basslieder. 1914.
  • Drei Lieder mit Klavier- oder Lautenbegleitung. 1916.
  • Jugend. Oper in 3 Aufzügen frei nach Max Halbes gleichnamigen Drama von Hans Richard Weinhöppel [Libretto]. Musik von Ignatz Waghalter. 1917.
  • 45 Lieder aus dem Rosengarten von Hermann Löns. 1921.

RadiofeatureBearbeiten

  • Monika Dimpfl: Mähneumwallter Musiker: Hans Richard Weinhöppel alias Hannes Ruch (1867–1928). Radiosendung des Bayerischen Rundfunks am 16. Dezember 2001 in Bayern 2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Michael Körner, Bruno Jahn: Große Bayerische Biographische Enzyklopädie. Band 3: P–Z. K.G. Saur, München 2005, ISBN 3-598-11460-5, S. 2071 (online über De Gruyter online).
  2. a b Mirko Nottscheid (Hrsg.): Karl Kraus – Frank Wedekind: Briefwechsel 1903 bis 1917 (= Wedekind-Lektüren: Schriften der Frank Wedekind-Gesellschaft. Band 5) Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3701-6, S. 396 (kommentiertes Personenregister).
  3. Georg W. Forcht: Frank Wedekind und die Anfänge des deutschsprachigen Kabaretts (= Reihe Sprach- und Literaturwissenschaft. Band 39). Centaurus, Freiburg 2009, ISBN 978-3-8255-0744-2, S. 84 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Josef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Wien 1926–1928, S. 236 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera, München 2016, ISBN 978-3-86906-744-5, S. 634 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).