Habermann (Film)

Film von Juraj Herz (2010)

Habermann (tschechisch Habermannův mlýn) ist ein tschechisch/deutsch/österreichischer Historienfilm aus dem Jahr 2009. Er erzählt die Geschichte des Unternehmers August Habermann während des Zweiten Weltkriegs und basiert auf der Romanvorlage Habermanns Mühle (Habermannův mlýn) von Josef Urban.

Filmdaten
OriginaltitelHabermann
ProduktionslandTschechien, Deutschland, Österreich
OriginalspracheTschechisch, Deutsch
Erscheinungsjahr2010
Länge104 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieJuraj Herz
DrehbuchWolfgang Limmer
ProduktionKarel Dirka
MusikElia Cmíral
KameraAlexander Šurkala
SchnittMelanie Werwie
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der junge Unternehmer August Habermann lebt Anfang der 1930er-Jahre als angesehener Bürger in einem kleinen Dorf im Norden Mährens. Seit vier Generationen betreibt seine Familie dort das größte Mühlen- und Sägewerk im Umkreis. Als er seine hübsche Frau Jana, eine „Halbjüdin“, die im Kloster aufwuchs, heiratet, freut sich zunächst jeder mit dem Paar. Aber die friedlichen Zeiten enden jäh: Die Deutschen holen das SudetenlandHeim ins Reich“. Anfangs zeigt sich nur Augusts jüngerer Bruder Hans vom Nationalsozialismus begeistert. Doch schon bald geht ein tiefer Riss durch die gesamte Gemeinde. Der intrigante SS-Sturmbannführer Koslowski herrscht im Dorf mit einer perfiden Mischung aus Willkür und Gewalt, und Habermanns Gattin Jana bedrängt er massiv. Der unpolitische Habermann gerät unversehens zwischen alle Fronten – den Nazis gilt er als Tschechenfreund, für die Tschechen ist er plötzlich kein Mitbürger mehr, sondern ein verhasster Besatzer.

Erzählt wird die Geschichte von 1937 bis 1945.

KritikenBearbeiten

„Es geht in diesem aufrührerischen Film nicht so sehr darum, ein analytisches oder zumindest tragisches Verständnis von Geschichte zu entwickeln, es geht einzig und allein um den ältesten aller Erzähltricks: Dass man nur den Pöbel loslassen muss, und schon wird ein Held aufstehen. Dass dieser auch aus sich heraus von Interesse sein müsste, hat bei ‚Habermann‘ niemand bemerkt, weil die entfesselten Massen das Geschichtsbild der Macher am Besten dokumentieren. Denn in der Massenszene kommt das Ausstattungskino zu sich, auch wenn darin die Geistlosigkeit geradezu handgreiflich wird. ‚Habermann‘ gibt sich den Anschein kontroversen Geschichtskinos, ist aber intellektuell wie ästhetisch unter jedem dafür angebrachten Niveau.“

Bert Rebhandl: Berliner Zeitung[2]

AuszeichnungenBearbeiten

VeröffentlichungBearbeiten

Produktionsjahr war 2009 und Kinostart am 25. November 2010.[6] Seit Juni 2011 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Habermann. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2010 (PDF; Prüf­nummer: 121 814 K).
  2. Bert Rebhandl: Man muss nur den Pöbel loslassen.Und schon wird ein Held aufstehen: „Habermann“. In: Berliner Zeitung. Nr. 276/2010, 25. November 2010, Kulturkalender. Film, S. 3.
  3. Bayerischer Filmpreis 2010: Die Gewinner stehen fest. Abgerufen am 30. Juni 2017.
  4. Jewish Eye – World Jewish Film Festival (2010). Abgerufen am 2. Juli 2017.
  5. Keith D. Cohen, Contributing Writer: Kansas International Film Festival offers Jewish flavor – Kansas City Jewish Chronicle. Abgerufen am 1. Juli 2017 (britisches Englisch).
  6. a b Habermann. Abgerufen am 30. Juni 2017.