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Gunnar Martinsson

schwedischer Landschaftsarchitekt

Leben und WirkenBearbeiten

 
Schlossgarten Rastatt

Nach einer Gärtnerlehre und der Ausbildung an der Gartenbauschule in Stockholm absolvierte Martinsson Praktika bei den Gartenarchitekten Otto Valentien in Stuttgart, Robert Feller in Bern und Michele Busiri-Vici in Rom. Anschließend war er Mitarbeiter im Büro des Stockholmer Gartenarchitekten Sven Hermelin. Von 1958 bis 1960 studierte er an der Kunstakademie in Stockholm, eröffnete aber bereits 1957 ein eigenes Planungsbüro in Stockholm. Internationales Ansehen erlangte Gunnar Martinsson mit seinem Beitrag auf der Internationalen Gartenbauausstellung IGA 1963 in Hamburg, wo er den schwedischen Pavillon und Garten gestaltete. Damit sicherte er sich einen Platz in der Geschichte der Gartenarchitektur neben international bekannten Landschaftsarchitekten wie Roberto Burle Marx aus Brasilien, Pietro Porcinai aus Italien, Ernst Cramer aus der Schweiz oder Meto Vroom aus den Niederlanden, die alle an der IGA 63 beteiligt waren.

 
Villa in Norrköping

1965 wurde Martinsson an die Universität Karlsruhe auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Landschaft und Garten der Fakultät für Architektur berufen. Durch seine Lehrtätigkeit, seine ausgeführten Projekte und die Mitwirkung in zahlreichen Preisgerichtsgremien erlangte er in den 1970er und 1980er Jahren beachtlichen Einfluss und brachte mit seinem besonderen Verständnis von Garten- und Landschaftsarchitektur einen wichtigen Impuls aus Skandinavien nach Deutschland. Nach seiner Emeritierung 1992 zog sich Gunnar Martinsson nach Malmö und in sein Landhaus auf der im Öresund gelegenen Insel Ven zurück. Der Schweizer Landschaftsarchitekt Dieter Kienast trat die Nachfolge von Martinsson an der Universität Karlsruhe an.

Zu den bekanntesten Werken Martinssons zählt der 1979–1988 neu gestaltete Garten von Schloss Rastatt.[1][2]

 
Petershausen Innenhof

1990 entwarf Martinsson den Innenhof des ehemaligen Klosters Petershausen in Konstanz, jetzt Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, in Anlehnung an die Gartengestaltung barocker Klosterkreuzgänge. 2018 wurde die Nordhälfte dieser Anlage beseitigt, um eine Fläche für urbanen Gartenbau zu gewinnen.

EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.Schloss-Rastatt.de: Der Schlossgarten (Offizielle Webpräsenz der SSG zum Raststatter Schloss)
  2. Karl Ludwig: Schlossgarten Rastatt. 100 Jahre Landschaftsarchitektur. Bund deutscher Landschafts-Architekten, abgerufen am 28. Februar 2018.