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Grugabad

Freibad in Essen, Nordrhein-Westfalen
Grugabad 2006, Sicht von der Tribüne

Das 1964 errichtete Grugabad ist mit einer Gesamtfläche von rund 58.000 Quadratmetern[1] das größte Freibad der Stadt Essen. Im Stadtteil Rüttenscheid, südlich der Essener Innenstadt gelegen, bildet es einen Teil des Gruga-Komplexes, zu dem der Grugapark, die Grugahalle und die Messehallen der Messe Essen gehören.

GeschichteBearbeiten

Architektur und AusstattungBearbeiten

Der Architekt Gerd Lichtenhahn plante im Auftrag der Stadt Essen und im Rahmen der geplanten Bundesgartenschau 1965 das Grugabad. Die Baukosten betrugen 19 Millionen D-Mark. Nach dreijähriger Bauzeit[2] wurde es am 17. Juni 1964 eröffnet.[1]

Alle vier großen Schwimmbecken sind auf zwei unterschiedlichen Ebenen insgesamt höher als das umliegende Gelände angelegt, was die Wartung erleichtert und die Geräuschbelastung auf dem gesamten Gelände reduziert.

Auf der oberen Ebene befindet sich ein für Wettkämpfe geeignetes und beheizbares Sportbecken mit zehn Bahnen auf einer Größe von 25 mal 50 Metern. Daneben befindet sich ein 4,50 Meter tiefes und 20 mal 20 Meter großes Springerbecken mit Zehn-Meter-Sprungturm, der an einen Förderturm erinnert.

In der unteren Plattform befindet sich ein 22 mal 63 Meter großes und beheizbares Wellenbad, das 1964 als eines der ersten Wellenbäder gebaut wurde. Dazu kommt auf dieser Ebene ein 25 mal 80 Meter umfassendes, nicht beheizbares Nichtschwimmerbecken mit der sogenannten Elefantenrutsche, die wie eine Skulptur wirkt. Bei einem auf dieser Ebene befindlichen Kiosk kann man durch Glasscheiben unterhalb der Wasseroberfläche in das höher gelegene Sprungbecken sehen. Verbunden sind die beiden Ebenen zentral durch eine großzügige Wendeltreppe, in deren unmittelbarer Nähe sich die Aussichtsplattform des Bademeisters befindet.

Das Bad ist mit einer 700 Plätze fassenden Tribüne ausgestattet und bietet rund 25.000 Quadratmeter Liegefläche. Es gibt auf insgesamt rund 1500 Quadratmetern Kinderspielplätze sowie ein rundes Planschbecken mit 20 Metern Durchmesser. Zu den Grünanlagen im Grugabad gehören zwei Beachvolleyballfelder.

In den ersten Betriebsjahren wurden bis zu 350.000 Besucher pro Saison gezählt. Bis heute ging die Zahl auf 124.000 Badegäste pro Saison zurück (Stand: 2015). Damit liegt das Grugabad nach Besucherzahlen an zweiter Stelle von allen 49 Bädern des Regionalverbands Ruhr.[3]

Im Jahr 2012 erhielt das Grugabad eine neue Chlorungsanlage. Die alte Grugabad-Heizanlage ist inzwischen außer Betrieb, da das Bad seit Mitte 2012 mit dem Biomasse-Heizwerk des Grugaparks verbunden ist. Dennoch wurde für die Badeanlage aus den 1960er Jahren im September 2012 ein Sanierungsstau in zweistelliger Millionenhöhe angegeben.[3]

Umbau des ehemaligen Grugabad-RestaurantsBearbeiten

Zum Grugabad wurde in den 1960er Jahren ein Restaurant errichtet, das später geschlossen wurde und mehrere Jahre größtenteils leer stand. Wenige Räume wurden zwischenzeitlich von der Verkehrswacht genutzt.

Im August 2009 wurde im für 2,3 Millionen Euro kernsanierten Gebäude eine Kindertagesstätte für 50 Kinder eröffnet, die vom Kinderschutzbund betrieben wird. Der Umbau wurde durch das Arbeitsmarktprojekt Essener Konsens ermöglicht, einem Netzwerk, das mithilfe von Langzeitarbeitslosen soziale und gemeinnützige Projekte angeht. Das ermöglichte 2012 auch einen Erweiterungsbau, um jetzt mit einer zweiten Kita des DKSB insgesamt 80 Kindern Platz zu bieten. Dazu zog die Verkehrswacht aus.

In der oberen Etage befand sich zwischen Juni 2010 und Mai 2013 das Gaseum, eine Ausstellung der E.ON Ruhrgas AG zur Erlebniswelt Gas und Energie.[4]

Erhalt und möglicher DenkmalschutzBearbeiten

Das Rheinische Amt für Denkmalpflege hat ein Gutachten erstellt, und damit bei der Stadt Essen am 10. September 2014 den Antrag gestellt, das Grugabad samt Außenanlagen in die Denkmalliste aufzunehmen. Die Stadt Essen hat das Vorhaben nicht umgesetzt (Stand: 21. Juli 2018). Es sollte zunächst eine laufende Befragung der Bevölkerung und Experten vom 29. Juni und 15. September 2017 abgewartet werden, die Ideen sammeln soll, um das Bad möglicherweise attraktiver und kostengünstiger zu betreiben.[5]

Am 17. Juli 2018 wurde das Grugabad zum Big Beautiful Building ernannt, eine Auszeichnung der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.[6]

Sportveranstaltungen (Auszug)Bearbeiten

Vom 8. bis 15. September 2002 fand im Grugabad die fünfte Kanupolo-Weltmeisterschaft, und am 17. und 18. September 2005 die deutsche Kanupolo-Meisterschaft statt.

Am 16. und 17. Mai 2009 wurde hier die erste Deutsche Meisterschaft im Splashdiving ausgetragen, gefolgt von der vierten Splashdiving-Weltmeisterschaft am 15. und 16. August 2009.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Das Grugabad verfügt über kostenpflichtige Parkplätze, die auch direkt von der A 52 erreicht werden können. Mit dem Nahverkehr in Essen können die U-Bahn-Linie U11 und der Buslinie 142 genutzt werden.

TriviaBearbeiten

2007 wurde über das Grugabad die ProSieben-Reportage Rimini im Ruhrpott - Das größte Freibad im Revier gedreht.

LiteraturBearbeiten

  • Nadja Fröhlich: Das Grugabad in Essen. Eine Inkunabel moderner Freibadanlagen. In: Denkmalpflege im Rheinland. Nr. 3, 2014, ISSN 0177-2619, S. 154–160.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Das Grugabad im Online-Architekturführer Ruhrgebiet (Memento des Originals vom 20. Februar 2005 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fh-bochum.de; abgerufen am 2. April 2014, offline
  2. Frank Stenglein: Grugabad erhält Preis für gute Architektur-Qualität; In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 21. Juli 2018
  3. a b DerWesten.de vom 2. Mai 2013: Sanierungsstau im Grugabad in Essen ist auf 13,6 Mio Euro angewachsen; abgerufen am 21. Juli 2018
  4. Eine Kita auf dem Startblock; in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 29. Juni 2009
  5. Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 20. Juni 2017: Stadt Essen verzögert Denkmalschutz fürs Grugabad; abgerufen am 21. Juli 2018
  6. Pressemeldung der Stadt Essen vom 18. Juli 2018; abgerufen am 21. Juli 2018

Koordinaten: 51° 25′ 28″ N, 6° 59′ 17″ O