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Safari

Reise mit dem Ziel Großwild zu jagen, zu beobachten oder zu fotografieren
(Weitergeleitet von Großwildjagd)
Gepard aufgenommen bei einer Fotosafari im Tsavo-East-Nationalpark, Kenia

Eine Safari (zaˈfaːri, von arabisch سفر, DMG safar ‚Reise‘) ist eine Reise, deren Ziel es ist, Großwild zu jagen (Jagdsafari) oder – in neuerer Zeit – zu beobachten und zu fotografieren (Fotosafari). Bei beiden Formen der Safari spielen die sogenannten „Big Five“ – Büffel, Elefant, Löwe, Leopard und Nashorn – eine große Rolle.

Etymologie und BegriffsverwendungBearbeiten

 
Fotosafari in der Serengeti

Das Wort Safari stammt aus der Swahili-Sprache und steht dort für eine Reise jeglicher Art. Beispielsweise kann auch ein einfacher längerer Spaziergang eine Safari sein. Es fand seit der Kolonialzeit Eingang in die deutsche und englische Sprache der einstmaligen Kolonialherren und wurde damals vor allem zur Bezeichnung einer Jagdreise in Ostafrika verwendet, bei der gewöhnlich Großwild erlegt wurde. Später wurde der Begriff dann auch auf andere Teile Afrikas und der Welt ausgedehnt, etwa wildreiche Gebiete im südlichen Afrika oder in Indien.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Begriff gewandelt und bezieht sich heute oft auf den Fototourismus in Nationalparks, in denen man Tiere in freier Wildbahn sehen und fotografieren kann, der mittlerweile auch für weniger betuchte Reisende erschwinglich ist. Dazu hat sich geradezu eine Safari-Industrie entwickelt, mit Lodges und professionallen Führern.

Der Begriff Safari wird auch im Zusammenhang mit Tauchkreuzfahrten gebraucht, wo sich der Begriff Tauchsafari durchgesetzt hat. Es handelt sich dabei meist um eine mehrtägige Fotosafari im Meer.

GroßwildjagdBearbeiten

 
Ernest Hemingway mit erlegtem Kaffernbüffel in Afrika (1953)

Neben den Fotosafaris ist aber die koloniale Form der Safari im Sinne der Großwildjagd nicht ausgestorben. Ursprünglich waren Safaris in diesem Sinne nur wohlhabenden Jägern möglich, die sich die Ausrüstung sowie die Kosten für die zahlreich benötigten Träger leisten konnten. Bekannte Großwildjäger auf Safari waren zum Beispiel die beiden britischen Könige Georg VI. und Eduard VIII., sowie bereits vor ihnen der US-amerikanische Präsident Theodore Roosevelt.[1] Bis heute kann man in vielen Gebieten Afrikas, zum Teil gegen hohe Summen, Großwild erlegen. Auch diese Art der Safari ist zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden. In manchen Teilen Afrikas stellten Bauern den Anbau von Pflanzenkulturen oder die Rinderhaltung, die auf den immer unfruchtbarer werdenden Böden kaum noch Gewinn einbrachten, auf sogenanntes „game farming“ um. Hierbei werden die üblicherweise in dieser Region vorkommenden Wildarten geschützt und nur der „Überhang“ gegen hohe Summen von Trophäenjägern erlegt.

RezeptionBearbeiten

Das Thema Safari regte viele Schriftsteller und Regisseure zu Werken an, so beispielsweise den leidenschaftlichen Safari-Gänger Ernest Hemingway zu Die grünen Hügel Afrikas und Die Wahrheit im Morgenlicht.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Peet van der Merwe, Lindie du Plessis: Game farming and hunting tourism. 1. Auflage. African Sun Media, 2014, ISBN 978-0-9922359-1-8.
  • Barney Dickson, Jonathan Hutton, William A. Adams (Hrsg.): Recreational Hunting, Conservation and Rural Livelihoods: Science and Practice (= Conservation Science and Practice). Wiley-Blackwell, 2009, ISBN 978-1-4443-0318-6.
  • Bernhard Gissibl: The conservation of luxury: Safari hunting and the consumption of wildlife in twentieth-century East Africa. In: Luxury in Global Perspective. Cambridge University Press, 2016, ISBN 978-1-316-25791-3, S. 263–300, doi:10.1017/9781316257913.011.
  • Brent Lovelock (Hrsg.): Tourism and the consumption of wildlife: hunting, shooting and sport fishing. Routledge, London 2007, ISBN 978-0-203-93432-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Safari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Safari – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richard Leakey: Wildlife – Ein Leben für die Elefanten. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-10-043208-8, S. 47