Gregor von Burtscheid

Abt der Abtei Burtscheid (997–999)

Gregor von Burtscheid (* zwischen 930 und 940; † 4. November 999; auch: Gregor von Kalabrien) war der erste Abt der im Auftrag von Kaiser Otto III. gegründeten Reichsabtei Burtscheid.

LebenBearbeiten

Gregor von Burtscheid war unter dem Namen Gregor von Kalabrien bekannt, weil er zwischen 930 und 940 in Kalabrien geboren wurde, das damals zum byzantinischen Einflussbereich gehörte.

Kaiser Otto III. gründete im Jahr 997 die Abtei Burtscheid bei Aachen und setzte Gregor, der bis dahin Abt des griechischen Klosters St. Andreas in Cerchiara di Calabria gewesen war, als ersten Abt dieses Klosters ein. Gregor verstarb am 4. November 999 im Ruf eines heiligen Mannes. Seine Gebeine wurden zunächst in der Nikolaus-Kapelle auf dem Abteigelände beigesetzt. Ende des 12. Jahrhunderts wurden Gregors Gebeine zur Ehre der Altäre erhoben. Sein Todestag wurde bis zur Aufhebung der Reichsabtei Burtscheid in dem Kloster als Festtag begangen.

Um 1190 ließ Abt Arnold die Gebeine von der Nikolaus-Kapelle neben den Hochaltar in der neuen Abteikirche übertragen. Beim Neubau der Kirche Mitte des 18. Jahrhunderts kam der Schrein hinter den Hochaltar. 1895 wurde nach einem Entwurf von Karl Krauß ein neuer Schrein angefertigt, der auf der linken Seite des Kuppelbaus seinen Platz fand. Bei dem schweren Bombenangriff auf Burtscheid am 11. April 1944 wurde auch das Grab Gregors zerstört. Überreste der Gebeine, die aus den Trümmern geborgen werden konnten, wurden anschließend in einer Silberkassette aufbewahrt. Diese kleine Reliquientruhe wurde 1996 in den Sarkophag unter dem Berdolet-Altar übertragen, der in der Pfarrkirche St. Johann-Baptist in Aachen-Burtscheid, der früheren Abteikirche, steht.

Seit 2010 ist Abt Gregor Patron der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gregor von Burtscheid, die zum 1. Januar 2010 im Zuge der Gemeindestrukturreform im Bistum Aachen durch die Zusammenlegung der vier Burtscheider Pfarreien St. Michael-Burtscheid und St. Aposteln, St. Gregorius, Herz-Jesu und St. Johann-Baptist entstand.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Vera von Falkenhausen: Gregor von Burtscheid und das griechische Mönchtum in Kalabrien. In: Römische Quartalschrift. Band 93, 1998, S. 215–250.
  • Paolo Damiano Franzese: San Gregorio da Cerchiara. Vitae con testo latino a fronte, premessa di Filippo Burgarella, ed. Il Coscile, Castrovillari 2010
  • Paolo Damiano Franzese: San Gregorio da Cerchiara, vita e cultura di un monaco italogreco nel cuore dell'Europa ottoniana. In Rivista Storica Calabrese. Band XXIV, 2003, S. 71–123.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herz Jesu. Informationen der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gregor von Burtscheid (Abruf im Januar 2021).

WeblinksBearbeiten