Grüner Kugelfisch

Art der Gattung Tetraodon

Der Grüne Kugelfisch (Dichotomyctere nigroviridis, Synonym: Tetraodon nigroviridis) ist ein Vertreter der Kugelfische, der in küstennahen Süßgewässern und Brackwasserhabitaten von Sri Lanka bis Südostasien verbreitet ist.

Grüner Kugelfisch
Tetraodon nigroviridis (Wroclaw zoo).JPG

Grüner Kugelfisch (Dichotomyctere nigroviridis)

Systematik
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Kugelfischartige (Tetraodontiformes)
Familie: Kugelfische (Tetraodontidae)
Gattung: Dichotomyctere
Art: Grüner Kugelfisch
Wissenschaftlicher Name
Dichotomyctere nigroviridis
(de Procé, 1822)

MerkmaleBearbeiten

Der Grüne Kugelfisch wird maximal 17 cm lang. Er hat die typische plumpe Gestalt aller Kugelfische. Kopf und Rumpf sind mit winzigen, dicht stehenden Stacheln bedeckt, die in seltenen Fällen auch ganz fehlen können und sich beim Aufblähen aufrichten. In Färbung und Zeichnung ist er recht variabel. Die Rücken und Seiten sind gelbgrün bis smaragdgrün und dicht mit großen, braunen bis schwarzen, runden Flecken bedeckt. Sie sind oft hell umrandet und können auf dem Rücken zu balkenartigen Strukturen verschmelzen. Der Bauch ist weiß, bei älteren Fischen grau oder gelblich und nur gelegentlich gefleckt. An den Nasenöffnungen befinden sich zwei gegabelte kurze Tentakel. Der Grüne Kugelfisch wird leicht mit Dichotomyctere fluviatilis verwechselt und wurde in älteren Aquaristikfachbüchern unter diesem Namen ebenfalls als Grüner Kugelfisch[1] beschrieben. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist die Augenfarbe, die bei Dichotomyctere nigroviridis gelb und bei Dichotomyctere fluviatilis rot ist.

LebensweiseBearbeiten

Grüne Kugelfische ernähren sich von Weich- und Krebstieren, anderen wirbellosen Tieren und pflanzlichem Material. Sie laichen im Brackwasser. Das Weibchen heftet die Eier an Steine. Sie werden bis zum Schlupf der Jungfische vom Männchen bewacht.

AquaristikBearbeiten

Der Grüne Kugelfisch gehört zu den am meisten importierten und in Aquarien gehaltenen Kugelfischen. Er wird meist im Süßwasser gehalten und eingesetzt, um Schneckenplagen zu bekämpfen. Gegenüber anderen Fischen kann er unverträglich sein und sich zum Flossenbeißer entwickeln. Artgerecht ist eine Haltung in einem großen Brackwasseraquarium. Die Fische benötigen hartschalige Nahrung, um ihre Zähne abzuwetzen.

Karyotyp und GenomBearbeiten

Die genetische Information von D. nigroviridis liegt im Zellkern in 21 Chromosomen sowie im Kern der Mitochondrien vor. Das Genom wurde im Jahr 2004 erstmals vollständig analysiert; es besteht aus 340 Millionen Basenpaaren und geschätzten 28.000 Genen. Es ist damit das kleinste bekannte Genom eines Wirbeltiers. Der Grüne Kugelfisch ist daher ein genetischer Modellorganismus.[2][3][4]

LiteraturBearbeiten

  • Neale Monks: Brackish Water Fishes. TFH 2006, ISBN 0793805643.
  • Günther Sterba (Hrsg.), Gert Brückner: Enzyklopädie der Aquaristik und speziellen Ichthyologie. Neumann-Neudamm, Melsungen u. a. 1978, ISBN 3-7888-0252-9.
  • Helmut Stallknecht: Lebendgebärende Zahnkarpfen. Neumann Verlag, 1989, ISBN 3-7402-0055-3.
  • Marion de Procé: Sur plusieurs espèces nouvelles de poissons et de crustacés observées dans un voyage de France à Manille. In: Bulletin de la Société Philomathique de Paris Sci. 1822: 129–134. [Offenbar auch als J. Phys. Paris, v. 95: 235–240.] (Erstbeschreibung)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. auch Manfred Klinkhardt: Tetraodon fluviatilis (Hamilton, 1822). Grüner Kugelfisch. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. 2 Bände, Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, Band 2, S. 932.
  2. NCBI-Eintrag Genomprojekt
  3. Integr8 entry
  4. Jaillon O, Aury J, Brunet F et al.: Genome duplication in the teleost fish Tetraodon nigroviridis reveals the early vertebrate proto-karyotype. In: Nature. 431, Nr. 7011, 2004, S. 946–57. doi:10.1038/nature03025. PMID 15496914.

WeblinksBearbeiten

Commons: Tetraodon nigroviridis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien