Gottschalk von Aachen

Mönch

Gottschalk von Aachen, lat. Godescalcus, (* 11. Jh.; † nach 1099 bzw. 1107) war ein Chorherr, der im 11. Jahrhundert sowohl als Hymnendichter als auch als Mitglied der Kanzlei Kaiser Heinrichs IV. bekannt wurde.

LebenBearbeiten

Das Leben Gottschalks lässt sich nur in wenigen gesicherten Stationen umreißen. Aufgrund inhaltlicher und stilistischer Überlegungen kommt Dreves[1] zu dem Schluss, dass Gottschalk als Mönch dem Kloster Limburg an der Hardt angehörte (daher bisweilen auch: Gottschalk von Limburg), was von der späteren Forschung allerdings in Zweifel gezogen wird.[2] Bestätigt ist dagegen der Aufenthalt Gottschalks als Mönch in Klingenmünster.[2] Um 1087 war er Propst des Servatiusstifts in Maastricht. Auch dass er das Amt des Propstes am Aachener Marienstift bekleidete, geht aus Urkunden hervor.[3] Diese Tätigkeit endete jedoch zwischen 1099 und 1107. In den Jahren von 1071 bis 1084 war er Mitglied der Kanzlei Kaiser Heinrichs IV. Das Jahr seines Todes an einem 24. November ist unbekannt.

Mitglied der kaiserlichen KanzleiBearbeiten

Belege für die Arbeit Gottschalks am kaiserlichen Hof finden sich über mehr als 30 Jahre hinweg zwischen 1071 und 1104. Die feste Zugehörigkeit als Notar der Kanzlei des Kaisers kann – mit einigen zum Teil mehrjährigen Unterbrechungen – auf die Zeit von 1071 bis 1084 datiert werden. Politische Bedeutung erlangte Gottschalk im sogenannten Investiturstreit, in dessen Verlauf er mehrere wichtige Schreiben verfasste, darunter am bekanntesten das Absetzungsschreiben Heinrichs an Papst Gregor VII. auf dem Hoftag in Worms im Januar 1076 mit dem abschließenden Aufruf: Descende, descende – „Steige herab, steige herab“. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung hat Gottschalk als erster das Bild von den zwei Schwertern (Zwei-Schwerter-Lehre) auf den Streit zwischen kaiserlicher und päpstlicher Macht angewandt.[4]

Gottschalk als DichterBearbeiten

Gottschalk gilt nach Notker Balbulus als einer der bedeutendsten Sequenzendichter des früheren Mittelalters; mehrere von ihm selbst vertonte Werke sind überliefert. Zudem verfasste er verschiedene Traktate vornehmlich religiösen Inhalts.

LiteraturBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Guido Maria Dreves, Godescalcus Lintpurgensis. Gottschalk - Mönch von Limburg an der Hardt und Propst von Aachen, Leipzig, 1897, S. 19.
  2. a b Carl Erdmann, Dietrich von Gladiß: Gottschalk von Aachen im Dienste Heinrichs IV. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 3 (1939), S. 115–174, hier: S. 118.
  3. Carl Erdmann, Dietrich von Gladiß: Gottschalk von Aachen im Dienste Heinrichs IV. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 3 (1939), S. 115–174, hier: S. 116
  4. Carl Erdmann, Dietrich von Gladiß: Gottschalk von Aachen im Dienste Heinrichs IV. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 3 (1939), S. 115–174, hier: S. 115.