Hauptmenü öffnen

Goldenes Buch

Buch, in dem sich Ehrengäste während eines Besuchs eintragen dürfen
Johann Maria Farina (rechts) trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Köln ein. Oberbürgermeister Fritz Schramma (links).
Goldenes Buch der Stadt Hamburg
Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Köln

Ein Goldenes Buch ist ein in Gemeinden, Städten und Landkreisen verwendetes Buch, in dem sich Ehrengäste während eines Besuchs eintragen dürfen. Die Bezeichnung ist sinnbildlich, aber auch wörtlich in Bezug auf den Goldschnitt der Seiten und Vergoldungen am Einband zu verstehen.

Oftmals sind die Bücher schwere, in Leder gebundene Folianten. Die Einträge der Gäste werden von Kalligraphen vorgestaltet, indem diese Namen des Gastes, Datum und Umstand des Besuchs auf ein Vorblatt schreiben.

UrsprungBearbeiten

Als „Goldenes Buch“ (Libro d’Oro) wurden seit dem Mittelalter Adelsregister italienischer Städte und Staaten bezeichnet. Am bekanntesten ist das Verzeichnis der venezianischen Nobilhòmini.

Goldenes Buch der Stadt HamburgBearbeiten

Das Goldene Buch der Stadt Hamburg ist kein Buch im eigentlichen Sinne. Es handelt sich lediglich um eine Kassette, in der sich einzelne lose Seiten aus Büttenpapier befinden. Die Kassette entstand in der kunstgewerblichen Werkstatt Georg Hulbe (1851–1917). Auf dem Vorderdeckel findet sich das Hamburger Staatswappen, darunter die Devise „Gott mit uns“. Die Ecken bestehen aus handgetriebenen und vergoldeten Silberbeschlägen, der Rückdeckel trägt den deutschen Reichsadler. Gestiftet wurde die Lederschnittarbeit durch die Familie des damaligen Bürgermeisters Carl Friedrich Petersen zur Einweihung des Rathauses im Jahre 1897.

Goldenes Buch der Stadt HannoverBearbeiten

Das Goldene Buch der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde durch Kaiser Wilhelm II.[1] 1913 eröffnet anlässlich der Einweihung des Neuen Rathauses.[2] Es liegt mittlerweile in mehreren Bänden vor.[1]

Stahlbuch der Stadt EssenBearbeiten

Eine Besonderheit stellt die Stadt Essen dar. Diese hat seit dem Jahr 1934 ein „Stahlbuch“ als offizielles Gästebuch, was aufgrund der Bekanntheit Essens als Stahlstandort einen passenderen Eindruck machte. Da der Einband aus Kruppstahl lediglich das Stadtwappen und keine nationalsozialistischen Symbole zeigt, wurde das Stahlbuch auch in der Bundesrepublik weiterverwendet. Lediglich die alten Seiten wurden entfernt und ins Stadtarchiv übernommen.[3]

Goldenes Buch der Stadt Frankfurt am MainBearbeiten

Goldenes Buch von MagdeburgBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Goldenes Buch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Klaus Mlynek: Goldenes Buch. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 225.
  2. Dieter Brosius: 1913. In: Hannover Chronik, S. 149
  3. Das Historische „Stahlbuch“ der Stadt Essen Informationsseite auf der Website der Stadt Essen, abgerufen am 2. Juni 2014