Die GBU-15 ist eine Gleitbombe der Vereinigten Staaten mit Fernseh- oder Infrarotsuchkopf, die seit 1977 eingesetzt wird.

GBU-15


Die EGBU-15

Allgemeine Angaben
Bezeichnung: Guided Bomb Unit - 15
Typ: optisch gelenkte Gleitbombe
Herkunftsland: Vereinigte Staaten
Hersteller: Rockwell International
Entwicklung: 1973
Indienststellung: 1977
Einsatzzeit: bis Heute
Stückpreis: 274.354 USD (Beschaffung), 195.000 USD (Produktionskosten)[1]
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 1140 kg (2500 Pfund)[1]
Länge: 3940 mm (12 ft, 10,5 in)[1]
Durchmesser: 460 mm (18 in)[1]
Spannweite: 1500 mm (4 ft, 11 in)[1]
Reichweite: mehr als 5 nm[1]
Ausstattung
Gefechtskopf: 424 kg (934 lbs.) Tritonal (entspricht Mark-84); 243 kg (535 lbs.) Tritonal in der Variante mit BLU - Sprengkörper
Lenkung: optoelektronisches TV-System
Zünder: FMU-124A/B[1]
Waffenplattformen: MDD F-4E „Phantom II“
MDD F-15E/S „Strike Eagle“
GD F-16C/D
GD F-111C/F
Boeing B-52D „Stratofortress“
Liste von Bomben nach Herkunftsnation

EntwicklungBearbeiten

Aus der GBU-8 HOBOS entwickelte Rockwell aufgrund der Defizite der GBU-8 bei der Zielerfassung die GBU-15. Im Jahr 1973 begann das Air Force Development Test Center (Eglin Air Force Base) mit der Entwicklung der GBU-15, einer ursprünglich TV-gelenkten Gleitbombe. Die beiden Flügelpaare (vorne, hinten) sind in X-Form angeordnet. Während die hinteren und größeren Flügel positiv gepfeilt sind, weisen die vorderen eine negative Pfeilung auf. Die Gleitbombe ist mit einer Zwei-Wege-Kommunikationsanlage ausgerüstet. Dadurch kann ihr ein Ziel auch noch nach dem Abwurf zugewiesen werden und es können Aufnahmen des Ziels bis zum Einschlag der Bombe übertragen werden.

VersionenBearbeiten

Die GBU-15 wurde in den drei Versionen GBU-15(V) 1/B, GBU-15(V) 2/B und EGBU-15 gebaut, bis sie von der AGM-130 abgelöst wurde.

GBU-15(V) 1/BBearbeiten

 
Abwurf einer GBU-15(V)1/B mit der ursprünglichen Flügelkonfiguration

Die GBU-15(V)1/B wurde 1977 bei der israelischen Luftwaffe in Dienst gestellt. Sie war mit einem TV-Suchkopf ausgestattet und erlaubte die Wahl zwischen einem Mk-84- oder einem BLU-109-Gefechtskopf. Die GBU-15 wurde unter anderem während der Operation Desert Storm eingesetzt. Alle 71 dort eingesetzten GBUs wurden von F-111F abgeworfen.

GBU-15(V) 2/BBearbeiten

Bei der GBU-15(V)2/B handelt es sich um eine mit einem IR-Suchkopf ausgestattete Variante der GBU. Ansonsten ist sie baugleich mit dem Original. Sie wurde im Jahr 1985 bei der Air Force in Dienst gestellt.

Insgesamt wurden über 2823 GBU-15(V)1/B und 2/B hergestellt.[1]

EGBU-15Bearbeiten

Im Jahr 1999 wurde bei der Air Force entschieden, die GBU-15 weiter zu verbessern. Die Gleitbombe sollte mit GPS/INS ausgestattet werden. Die Firma Raytheon wurde mit der Entwicklung dieser Modifikationen und der Serienproduktion beauftragt. Der gesamte Auftrag über die Umrüstung von 1500 GBU-15 zur EGBU-15 (Enhanced GBU-15) hat einen Wert von etwa 57 Millionen US-Dollar. Die EGBU-15 unterscheidet sich äußerlich durch die vorderen trapezförmigen und hinteren quadratischen Flügel. Des Weiteren ist die EGBU-15/A mit dem ITAG (Inertial Terrain-Aided Guidance) ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein Trägheitsnavigationssystem, das mit einem Radarhöhenmesser gekoppelt ist, das die Höhenlinien des Terrains mit einer gespeicherten Karte vergleicht. Es soll der EGBU-15/A eine CEP von drei Metern ermöglichen.

WeiterentwicklungBearbeiten

Aus der GBU-15(V)21/B Gleitbombe wurde die AGM-130 Luft-Boden-Rakete abgeleitet. Diese ist weitgehend baugleich, besitzt aber zusätzlich einen Raketenmotor, wodurch sich die Reichweite auf 60 km erhöht.

NutzerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h GBU-15. In: Globalsecurity.org. Abgerufen am 26. März 2010 (englisch).