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Die Friedensliste

deutsche Organisation
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Die Friedensliste (FRIEDEN) war eine politische Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und ProgrammatikBearbeiten

Die Friedensliste wurde 1984 als Wahlbündnis linker Parteien und Personen gegründet. Laut Angaben des Verfassungsschutzes war sie von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bzw. dieser nahestehenden Gruppierungen wie der Deutschen Friedensunion (DFU) dominiert. Dazu arbeiteten aber auch bekannte Einzelpersonen wie die Theologin Uta Ranke-Heinemann und der Fußballer Ewald Lienen sowie Splittergruppen wie die Demokratischen Sozialisten in ihr mit. Das Programm war pazifistisch geprägt und wandte sich beispielsweise gegen die Stationierung von NATO-Mittelstreckenraketen in Europa. Des Weiteren trat man für eine Verständigung der beiden Machtblöcke des Kalten Krieges ein.

Mit dem personellen und finanziellen Niedergang der DKP Ende der 1980er Jahre beschloss der Bundesvorstand nach einer Mitgliederumfrage bereits 1988, nicht mehr bei der Wahl zum Europäischen Parlament von 1989 zu kandidieren. Ab 1989 trat die Friedensliste allgemein nicht mehr in Erscheinung. Lokale linke Wahlbündnisse, die heute den Namen Friedensliste tragen, stehen nicht unbedingt in einer direkten Kontinuität zur historischen Friedensliste.

ParteivorstandBearbeiten

Sprecher des Bundesvorstandes der Friedensliste waren ab 1984 Uwe Knickrehm und Horst Trapp. Von 1984 bis 1986 füllten ferner Mechtild Jansen, Manfred Coppik und Hans Mausbach dieses Amt aus, ab 1986 traten Hans-Wilhelm Confurius, Helga Genrich und Karl-Heinz Hansen an ihre Stelle.[1]

WahlenBearbeiten

Die Friedensliste trat bei der Europawahl in Deutschland 1984 an und erreichte 1,3 %. Bei der Bundestagswahl von 1987 kandidierte sie in fast allen Wahlkreisen mit Direktkandidaten, stellte allerdings keine Listen auf und rief stattdessen zur Wahl von SPD und Grünen mit der Zweitstimme auf. Sie erreichte hier nur noch 0,5 % der Erststimmen. Ansonsten kandidierte sie in Einzelfällen auch bei Landtags- und Kommunalwahlen.

KandidatenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Die Friedensliste: Abrüsten – das Programm für die Zukunft: Positionen zur Bundestagswahl 1987. Bonn 1986 (57 S.).

ReferenzenBearbeiten

  • Verfassungsschutzberichte des Bundesministers des Innern, 1984, S. 37, 48, 69, 75/6 (und folgende Jahrgänge).
  • Verfassungsschutzberichte des Landes NRW, 1985–1988.
  • Peter Schindler: Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages 1949 bis 1999. Band I, Nomos, Baden-Baden 1999, S. 110f.: Die Friedensliste (FRIEDEN).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peter Schindler: Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages: 1949 bis 1999. Band I, Baden-Baden 1999, S. 110.
  2. Statistisches Bundesamt Wiesbaden: Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland am 17. Juni 1984. Sonderheft. Die Wahlbewerber für die Wahl zum Europäischen Parlament aus der Bundesrepublik Deutschland, 1984, S. 69–73