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Der Forum Wiedenest e. V. (bis 2009 Missionshaus Bibelschule Wiedenest, noch früher Allianz-Bibelschule) ist ein christlich-evangelikales Werk mit drei Arbeitsfeldern: Weltweite Mission, Biblisch-Theologische Akademie sowie Jugend- und Gemeindeforum[2]. Es arbeitet besonders mit Brüdergemeinden und Baptisten zusammen.

Forum Wiedenest
Logo
Rechtsform gemeinnütziger Verein
Gründung 1905
Gründer Christoph Köhler
Sitz Bergneustadt-Wiedenest
Ursprung Gegründet in Berlin-Steglitz
Personen Ulrich Neuenhausen (Leiter Forum Wiedenest), Frank Braselmann (Vorstandsvorsitzender)
Aktionsraum Deutschland und weltweit
Schwerpunkt Theologische Ausbildung, Jugend- und Gemeindeförderung, Mission
Budget 8,38 Mio. Euro (2017)[1]
Freiwillige 400
Angestellte 60
Motto Christliche Impulse für Gemeinden. Weltweit.
Website wiedenest.de

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Das Gelände von Forum Wiedenest.
 
Das Schulungs- und Begegnungszentrum von Forum Wiedenest
 
Kurzlogo von Forum Wiedenest

Die Biblisch-Theologische Akademie wurde 1905 in Berlin-Steglitz als „Allianz-Bibelschule“ unter anderem gegründet, um Christen aus Russland und Osteuropa eine theologische Ausbildung zu ermöglichen. Diese Christen hatten sich vorher baptistisch taufen lassen und waren deshalb von der Bibelschule der von Johannes Lepsius geleiteten Deutschen Orient-Mission in Berlin entlassen worden.[3] Gleichzeitig hatte es von Seiten der Bad Blankenburger Allianzarbeit schon seit 1904 Bestrebungen gegeben, ein Allianz-Brüderhaus zu gründen.[4]

Noch im selben Jahr zog sie in die Räume der „Christlichen Gemeinschaft“ in der Hohenstaufenstraße in Berlin-Schöneberg um. Erste Leiter und Dozenten waren die ehemaligen Pfarrer Christoph Köhler und Johannes Warns.

Da nach Ende des Ersten Weltkrieges die Versorgung der Schüler in der Großstadt ein immer größeres Problem darstellte, zog die Bibelschule im Jahr 1919 nach Wiedenest, einem Stadtteil von Bergneustadt um, wo sie zunächst eine ehemalige Gaststätte für ihre Zwecke erwarb. Bereits in den ersten Wochen konnte zusätzlich ein weiteres Haus direkt gegenüber erworben werden, wodurch die Grundlage für ein Missionshaus und die Bibelschule gelegt war. Am 5. Oktober 1919 fand die Einweihungsfeier statt. Bis zum Jahr 1928 hatten bereits einige hundert Brüder vor allem aus Russland und Deutschland, aber auch aus zahlreichen anderen europäischen Ländern am Unterricht der Bibelschule teilgenommen. Die Absolventen wurden in den Missionsdienst in Länder auf allen Kontinenten ausgesandt.

1930 wurde ein neues Brüderhaus für die Unterbringung der Bibelschüler eingeweiht. 1938 begann die Bibelschule – neben der zwei- bis dreijährigen Ausbildung – Bibelwochen durchzuführen. Ab 1943 war das ausgebombte baptistische Predigerseminar für einige Jahre zu Gast in den Räumen der Wiedenester Bibelschule.

1952 wurde das neue Missionshaus gegründet, ein Jahr später begann die Bibelschule auch Schülerinnen auszubilden. 1958 wurde ein Unterrichts- und Versammlungshaus mit 900 Sitzplätzen eingeweiht. 1970 entstand ein Schülerinnenwohnheim, 1977 ein Brüderwohnheim. 1982 begann der Neubau eines Unterrichts- und Tagungshauses, 1999 wurde das neue Schulungs- und Begegnungszentrum eingeweiht.

Im September 2009 wurde der Name von Missionshaus Bibelschule Wiedenest e. V. in Forum Wiedenest e. V. geändert, um nach Auskunft des ehemaligen Leiters Gerd Goldmann das 1999 gegründete Gemeindeforum im Namen vorkommen zu lassen und den Namen an heutige Sprachgewohnheiten anzupassen. Als neuer Slogan wurde „Christliche Impulse für Gemeinden. Weltweit.“ gewählt.

Frank Braselmann aus Ennepetal ist Vorstandsvorsitzender.[5]

Seit der Gründung des Vereins werden alljährlich Glaubens-, Jugend- und Missionskonferenzen sowie Seminare und Workshops durchgeführt.

GesamtleitungBearbeiten

Seit 1. Dezember 2010 ist Ulrich Neuenhausen Leiter des Gesamtwerkes.[6]

ArbeitsbereicheBearbeiten

Weltweite MissionBearbeiten

Der Bereich Weltweite Mission arbeitet derzeit mit etwa 170 Missionaren weltweit zusammen[7], die meisten Missionare sind derzeit in Tansania (ca. 35). Leiter ist Horst Engelmann.

Jugend- und GemeindeforumBearbeiten

Das Jugend- und Gemeindeforum beschäftigt ca. 15 Personen, die verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Seminare und Workshops planen und durchführen. Der Schwerpunkt liegt auf der Schulung von Leitern und verantwortlichen Mitarbeitern der Gemeinden, Seelsorgern, Gemeindemusikern sowie Mitarbeitern in der Frauen- und Männerarbeit und der Kinder- und Jugendarbeit. Weiterhin werden Gemeindeberatungen (z. B. in Konfliktfällen) durchgeführt. Leiter ist Martin Schneider.

Biblisch-Theologische AkademieBearbeiten

An der Biblisch-Theologischen Akademie (BTA) sind ca. 150 Studierende eingeschrieben, davon ca. 120 im regulären Ausbildungsprogramm und ca. 30 im akademischen Aufbauprogramm. Von 1905 bis 2013 wurden etwa 4.000 Studierende ausgebildet. Die Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland im BEFG betrachtet die BTA als ihre Ausbildungsstätte, deren Absolventen in ihren Gemeinden arbeiten.[8] Seit 2019 ist die BTA korporatives Mitglied des Arbeitskreis für evangelikale Theologie.[9]

Aufbau der AusbildungBearbeiten

Während des regulären Ausbildungsjahres ist ein Jahr in drei Trimester eingeteilt. Die einzelnen Ausbildungsjahre sind aufeinander aufbauend, können aber auch mit Unterbrechungen durchgeführt werden. Das Unterbrechen während eines Jahres ist nicht vorgesehen.

Das Curriculum ist relativ festgelegt, allerdings gibt es pro Trimester derzeit zwei Wahlpflichtfächer, wo aus einer Auswahl von verschiedenen Fächern gewählt werden kann, und zusätzlich gibt es auch noch Wahlfächer, in denen Wissen und Fertigkeiten weiter vertieft werden können.

Neben den Theologischen Schwerpunkten sind während der gesamten Ausbildungszeit verschiedene Praktika, teilweise parallel und teilweise in Blöcken abzuleisten. Außerdem gibt es ein Persönlichkeitsentwicklungsprogramm, in dem die Festigung der eigenen Persönlichkeit gefördert werden soll.

AbschlussBearbeiten

In Deutschland besitzt die Biblisch-Theologische Akademie keine staatliche Akkreditierung, doch ist der Abschluss bei der Europäischen Evangelikalen Akkreditierungsvereinigung (EEAA) anerkannt. Des Weiteren ist es möglich, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa im Akademischen Aufbaustudium (AAS) einen Bachelor in Theology (BTh Hons) und über die Universität von Südafrika einen Master of Theology (MTh) zu erwerben. In Kooperation mit der Akademie für Weltmission (AWM) können Absolventen der BTA einen BA oder MA in Intercultural Studies erwerben.[10]

Leiter der Biblisch-Theologischen AkademieBearbeiten

Bekannte Lehrer und Studenten (Auswahl)Bearbeiten

DozentenBearbeiten

  • Johannes Warns (1847–1937), ab 1905 Dozent für Dogmatik, 1919–1937 Leiter
  • Erich Sauer (1898–1959), ab 1920 theologischer Mitarbeiter, 1937–1952 Studienleiter, ab 1952 Leiter
  • Ernst Schrupp (1915–2005), seit 1948 Dozent, 1959–1980 Leiter
  • Bernd Brockhaus (* 1946), 1981–2009 Dozent für Altes Testament und Hebräisch
  • Helge Stadelmann (* 1952), 1982–1986 Dozent für Neues Testament, Homiletik und Heilsgeschichte
  • Horst Afflerbach (* 1953), 1985–1993; und wieder seit 1998 Dozent für Systematische Theologie (Dogmatik und Ethik); seit 2010 Leiter
  • Eckhard J. Schnabel (* 1955), 1989–1998 Dozent für Neues Testament
  • Ulrich Bister (1948–2008), Dozent
  • Christoph Stenschke (* 1966), seit 2001 Dozent für Neues Testament

StudentenBearbeiten

  • Johann Peters (1865–1945), Studierender 1907–1910 (?), Prediger der Gemeinde Kronsweider in der Kolonie Chortitza[12]
  • Anton Schulte (1925–2010), Studierender 1949–1951, Gründer des Missionswerkes Neues Leben
  • Johannes Osberghaus (1932–2017), Studierender 1956–1959, Autor[13]
  • Johannes Reimer (* 1955), Studierender 1976–1979, Professor für Missionswissenshaften der Universität von Südafrika
  • Dieter Hinz (1955–2012), Studierender 1975–1977, Künstler und Gründer der Künstlergruppe Freiraum
  • André Wilkes (* 1964), Studierender 1989–1992, Autor und Evangelist
  • Tobias Faix (* 1969), Studierender 1992–1995, Dozent für Praktische Theologie und Missionswissenschaft am Marburger Bildungs- und Studienzentrum

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Forum Wiedenest: 300.000 Euro Defizit im Jahr 2017. In: idea.de. 16. Februar 2018, abgerufen am 26. Mai 2016.
  2. Missionshaus Bibelschule Wiedenest jetzt „Forum Wiedenest“. Forum Wiedenest, archiviert vom Original am 7. November 2009; abgerufen am 25. Oktober 2015.
  3. Stephan Holthaus: Die Entstehung der Bibelschule Wiedenest: Einige Nachgedanken zum 100-jährigen Jubiläum. (pdf, 56 kB) In: bruederbewegung.de. 6. Januar 2006, S. 3, archiviert vom Original am 10. Mai 2011; abgerufen am 10. Mai 2011.
  4. Stephan Holthaus: Die Entstehung der Bibelschule Wiedenest: Einige Nachgedanken zum 100-jährigen Jubiläum. (pdf, 56 kB) In: bruederbewegung.de. 6. Januar 2006, S. 4, archiviert vom Original am 10. Mai 2011; abgerufen am 10. Mai 2011.
  5. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Frank Braselmann. In: wiedenest.de. 1. Juli 2011, archiviert vom Original am 19. Dezember 2015; abgerufen am 26. Mai 2019.
  6. Dr. Horst Afflerbach (STH-Absolvent 1978) wird Nachfolger von Ulrich Neuenhausen. Website der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel, archiviert vom Original am 29. März 2012; abgerufen am 25. Oktober 2015.
  7. . In: wiedenest.de. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  8. Die Biblisch-Theologische Akademie (BTA) in Wiedenest, in: Evangelikale Theologie – Mitteilungen, Ausgabe Dezember 2013, S. 7–9.
  9. Korporative Mitglieder des AfeT. In: afet.de. Abgerufen am 19. Januar 2019.
  10. Akademisches Aufbauprogramm: Forum Wiedenest. In: wiedenest.de. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  11. a b Tag der Biblisch-Theologischen Akademie in Wiedenest. In: oberberg-aktuell.de. 5. Oktober 2018, abgerufen am 26. Mai 2019.
  12. Prediger und Diakone in Chortitza Kolonie und deren Tochterkolonien. In: chortiza.heimat.eu. 3. Juli 2012, archiviert vom Original am 10. März 2016; abgerufen am 26. Mai 2019.
  13. Traueranzeigen: Johannes Osberghaus. In: WirTrauern. 19. Dezember 2017, abgerufen am 10. Januar 2019.

Koordinaten: 51° 1′ 19″ N, 7° 40′ 56,8″ O