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Die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (bis zum 28. Juni 2019: Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit, ENISA; englisch European Network and Information Security Agency) ist eine 2004 von der Europäischen Union gegründete Agentur. Sitz der seit September 2005 voll geschäftsfähigen ENISA ist Iraklio auf Kreta. Direktor der Behörde ist Udo Helmbrecht.

Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit
ENISA

Logo der ENISA
 
 
Englische Bezeichnung European Union Agency for Cybersecurity
Französische Bezeichnung Agence de l’Union européenne pour la cybersécurité
Griechische Bezeichnung Οργανισμός της Ευρωπαϊκής Ένωσης για την Κυβερνοασφάλεια
Organisationsart Agentur der Europäischen Union
Status Einrichtung des europäischen öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit
Sitz der Organe Iraklio, Griechenland Koordinaten: 35° 18′ 22,7″ N, 25° 4′ 29,1″ O
Vorsitz Udo Helmbrecht (Geschäftsführender Direktor)
Gründung

10. März 2004

ENISA

ZweckBearbeiten

  Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit Juli 2019 nicht mehr aktuell zu sein: Mit dem Inkrafttreten des Rechtsakts zur Cybersicherheit[1] hat sich der Aufgabenzuschnitt der ENISA verändert.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

In der Verordnung Nummer 460/2004 des Europäischen Parlamentes und Rates vom 10. März 2004 sind Zuständigkeitsbereich, Ziele und Aufgaben der Agentur beschrieben:[2]

ZuständigkeitsbereichBearbeiten

ZieleBearbeiten

  • Verbesserung der Fähigkeit der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten, Probleme im Bereich der Netz- und Informationssicherheit zu verhüten, zu bewältigen und zu beheben
  • Unterstützung und Beratung der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten in Fragen der Netz- und Informationssicherheit
  • Durch Fachkompetenz die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des öffentlichen und des privaten Sektors fördern.
  • Unterstützung der Europäischen Kommission bei den technischen Vorarbeiten für die Aktualisierung und Weiterentwicklung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften im Bereich der Netz- und Informationssicherheit.

AufgabenBearbeiten

  • Analyse von Risiken
  • Unterstützung des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission, europäischer Stellen und Einrichtungen und Stellen der Mitgliedstaaten
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren
  • Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten
  • Beiträge zur Sensibilisierung und Informationsvermittlung
  • Unterstützung der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten in ihrem Dialog mit der Industrie
  • Verfolgen der Entwicklung von Standards und Normen
  • Beratung der Europäischen Kommission in Bezug auf Forschungsarbeiten
  • Förderung von Risikobewertungsmaßnahmen, Risikomanagement und Präventionsmanagement
  • Beitrag zur Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen
  • Formulierung eigener Schlussfolgerungen, Leitlinien und Ratschläge

OrganisationBearbeiten

ENISA verfügt über zirka 50 Mitarbeiter.

DirektionBearbeiten

Die Agentur wird von einem geschäftsführenden Direktor geführt. Der erste geschäftsführende Vertreter war Andrea Pirotti, dessen Nachfolge 2009 Udo Helmbrecht antrat.

VerwaltungsratBearbeiten

ENISA wird von einem Verwaltungsrat (Management Board) überwacht, der sich aus Delegierten der Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und Interessenvertretern der Wirtschaft, des Verbraucherschutzes und aus der Forschung zusammensetzt.[3]

Zu den deutschsprachigen Verwaltungsräten für den Mitgliedsstaat Deutschland zählten Martin Schallbruch (Bundesministerium des Innern) und Michael Hange (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

Für Österreich ist Reinhard Posch Vertreter im Verwaltungsrat, der diesen bis 2010 als Vorsitzender geleitet hat.

Bei den Interessenvertretern waren für die akademische Seite Kai Rannenberg (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main) und für die Verbraucherseite Markus Bautsch (Stiftung Warentest) seit Beginn von 2004 bis 2014 Mitglied im Verwaltungsrat.[4] Kai Rannenberg ist 2015 in die Permanente Gruppe der Interessenvertreter aufgenommen worden.[5]

Permanente Gruppe der InteressenvertreterBearbeiten

Die Permanente Gruppe der Interessenvertreter (Permanent Stakeholders' Group) wird für die Vorbereitung von Projekten gebildet und setzt sich ebenfalls aus Vertretern der Wirtschaft, des Verbraucherschutzes und aus der Forschung zusammen.[6]

Mögliche KonflikteBearbeiten

Mit der Gründung des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität unter dem Dach der Europol werden durch die Überschneidung von Kompetenzen der beiden Organisationen Konflikte möglich.[7] Die Ursache liegt in der mangelnden Abstimmung der Aufgabenbereiche.[7]

KooperationBearbeiten

ENISA kooperiert auf nationaler Ebene der Europäischen Union mit allen zuständigen Ministerien, Regulierungsbehörden und vielen weiteren nachgeordneten Behörden (CERT, police) und Institutionen, wie zum Beispiel:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verordnung (EU) 2019/881 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über die ENISA (Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit) und über die Zertifizierung der Cybersicherheit von Informations- und Kommunikationstechnik und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 526/2013
  2. Verordnung (EG) Nr. 460/2004
  3. Management Board of ENISA
  4. List of ENISA Management Board Representatives and Alternates (PDF; 177 kB)
  5. The Permanent Stakeholders’ Group - Term of office - March 2015 - September 2017, abgerufen am 18. Dezember 2015
  6. Permanent Stakeholders' Group of ENISA
  7. a b Günther K. Weiße, Bekämpfung der Cyber-Kriminalität durch EUROPOL - Folgen für die deutsche Wirtschaft; auf Sicherheitsmelder; abgerufen am 5. März 2014.