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Ernst Klett (Verleger, 1911)

deutscher Verleger
Ernst Klett 1973

Ernst Klett, auch Ernst Klett der Jüngere (* 7. Juli 1911 in Stuttgart; † 28. Januar 1998 ebenda) war ein deutscher Verleger und Autor. Er war wesentlich am Aufbau des Ernst Klett Verlags beteiligt.

LebenBearbeiten

Ernst Klett wurde als jüngstes Kind des Verlegers Ernst Klett des Älteren in Stuttgart geboren. Er hatte sechs Geschwister.[1]

1930 begann Klett ein Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Königsberg, später folgte eine Buchhändlerlehre bei der Buchhandlung Hinrichs in Leipzig. Er absolvierte Volontariate und ging kleineren Anstellungen in Buchhandlungen und Verlagen nach. 1936 trat er in das Familienunternehmen ein, das zum damaligen Zeitpunkt vor allem eine Druckerei mit einem kleinen Verlag war. Er begann den Verlagsbereich schrittweise auszubauen und leitete damit die Entwicklung zum späteren Ernst Klett Verlag ein.

Während der Kriegsjahre lagen die Verlagsgeschäfte brach. Klett wurde Anfang des Zweiten Weltkriegs bei der Panzerersatzabteilung in Böblingen zum Dienstantritt eingezogen und an die russische Front versetzt. Die Kriegserlebnisse beeinflussten ihn stark in seiner persönlichen Entwicklung. Dem Nationalsozialismus stand er kritisch gegenüber, weshalb er kein Mitglied der NSDAP geworden war.

Nach Kriegsende im Jahr 1945 widmete sich Ernst Klett schnell wieder dem Verlagswesen. Als eines der ersten Unternehmen bekam die Firma Klett mit Sitz in der Rotebühlstraße im November 1945 die Lizenz der amerikanischen Militärregierung, die Verlags- und die Druckereigeschäfte wieder aufzunehmen.

Klett baute das Unternehmen in vielen Zweigen aus und prägte es von innen wie nach außen. Als Verleger war er offen für Neues, vertrat liberale Ansichten und machte so Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Autoren. Sein Auswahlprinzip war die Qualität, nicht die Gesinnung:

„Der Katalog eines publizierenden Hauses ist ein untrüglicher Spiegel des Mannes, der ihn verantwortet.“

Ernst Klett[2]
 
Klett und Ernst Jünger 1984

Enge Freundschaften pflegte er unter anderem zu Alexander Mitscherlich, Hartmut von Hentig, Golo Mann und Ernst Jünger, unter anderem Autor des Klett-Cotta Verlags. Mit Jünger hielt er eine jahrelange Brieffreundschaft. Von 1971 bis 1974 war Klett Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und Beirat des Verbands der Schulbuchverlage, dessen stellvertretender Vorsitzender er bis 1981 war.

Zu seinem 65. Geburtstag im Jahre 1976 zog sich Klett vom Verlagsgeschäft zurück und übergab die Führung des Verlags an seine beiden Söhne Thomas und Michael Klett.

Ernst Klett der Jüngere starb am 28. Januar 1998 in Stuttgart. Sein Unternehmen, die heutige Klett Gruppe, ist mittlerweile ein in vierter Familiengeneration geführtes, international tätiges Bildungsunternehmen.

EhrungenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Ernst Klett: Was verdanke ich meiner schwäbischen Heimat, wie weit hat sie mich geprägt? In: Schwaben unter sich über sich. Wolfgang Weidlich Verlag, Frankfurt am Main (ohne Jahresangabe).
  • Ernst Klett: Ansprache zur Verleihung des Friedenspreises 1973. ISBN 3-7657-0476-8 (als Vorsteher des Börsenvereins).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ernst Klett der Jüngere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Soweit nicht ausdrücklich andere Quellen angegeben sind, stammen die Angaben aus Michael Klett: Ernst Klett. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-902990-7.
  2. Michael Klett: Ernst Klett. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-902990-7.