Ernst Henrich Berling

deutsch-dänischer Buchdrucker und Herausgeber

Ernst Henrich Berling (* 22. März 1708 in Alt Krenzlin; † 16. Oktober 1750 in Kopenhagen, geborener Ernst Heinrich Berling) war ein deutsch-dänischer Buchdrucker, Gründer und Herausgeber der dänischen Tageszeitung Berlingske Tidende.

Anwesen der Familie Berling in Witzeeze. Hier lebte Ernst Heinrich Berling seit 1716. (Das Haus ist ein Neubau von 1912.)
Grabplatte im Kräutergarten der St.-Petri-Kirche in Kopenhagen

LebenBearbeiten

Berling wurde am 22. März 1708 geboren.[1] Als Geburtsorte werden Alt Krenzlin[2] oder Lauenburg[3] genannt.

Seine Mutter war Catharina Maria Berling, geb. Hennings (* 1677 in Hornbek). Sein Vater, Melchior Christian Berling (* 9. Februar 1671 in Lauenburg), war Reitender Förster in Alt Krenzlin bei Ludwigslust. Sie heirateten 1698 und bis 1712 wurden 6 Kinder in Alt Krenzlin geboren.[4] 1716 erbte der Vater Amt und Anwesen des Bauernvogts in Witzeeze und wurde auch Reitender Förster für das Amt Lauenburg. Hier wurde 1716 der jüngste Sohn geboren.[5]

Ernst Heinrich Berling ging von 1723 bis 1727 bei seinem Vetter, dem Lauenburger Buchdrucker Albrecht Christian Pfeiffer, in die Lehre. Als Geselle zog er nach Stralsund, wo er bei dem Drucker Schindler arbeitete, und 1729 nach Hamburg zur Druckerwitwe Spieringen. 1731 ging er nach Kopenhagen und arbeitete in der Universitätsdruckerei des gleichfalls aus Deutschland stammenden Drucker Johan Jørgen Høpfner. 1732 heiratet er die Stieftochter des Meisters, Cecilie Christine Godiche (* 1713).[6]

1734 gründete er seine eigene Buchdruckerei, in der u. a. die erste dänische Ausgabe von Robinson Crusoe gedruckt wurde.

Berling wurde 1747 zum Hofbuchdrucker ernannt und die dänische Regierung übertrug ihm die einzige Schriftgießerei Dänemarks. Ein Jahr später erhielt er das Recht, Zeitungen in deutscher, dänischer sowie französischer Sprache herauszugeben. Am 3. Januar 1749 erschien die Erstausgabe der Kjøbenhavnske Danske Post-Tidender, die später dem Gründer zu Ehren in Berlingske Tidende und schließlich (2011) in Berlingske umbenannt wurde.

1750 starb seine Ehefrau mit nur 34 Jahren; ein Sohn erlag im selben Jahr den Pocken. Am 16. Oktober 1750 starb Ernst Henrich Berling vermutlich an Herzversagen. In der von ihm gegründeten Zeitung erschien keine Notiz und kein Nachruf.[7]

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Jürgensen West, William Norvin: Berlingske Tidende. Første Bind 1749-1838. København 1924, S. 15 ff. (dänisch, cld.bz [abgerufen am 19. Juni 2020]).
  • Nöthige Supplemente zu dem Großen Vollständigen UNIVERSAL LEXICON Aller Wissenschaften und Künste, Welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden. Band 3. Leipzig 1752, Sp. 848 (google.de [abgerufen am 19. Juni 2020]).
  • Lauritz Nielsen: E.H. Berling. In: Dansk Biografisk Leksikon på lex.dk. (dänisch, lex.dk [abgerufen am 19. Juni 2020]).
  • Hans Ferdinand Gerhard: DAS HERRENGESCHLECHT DER BERLINGS. Aus der Chronik einer alten lauenburgischen Familie. Nach Aufzeichnungen von Kreissyndikus Dr. BERLING-Kölleda. In: Lauenburgische Heimat. Zeitschrift des Heimatbundes Herzogtum Lauenburg e. V. 1926, S. 37–39 (homrz.de [abgerufen am 19. Juni 2020]).
  • Henry Hellssen: Foregangsmanden Ernst Henrich Berling. Berlingske Bogtrykkeri, 1958 (dänisch).
  • Bent Blüdnikow: Ernst Henrich Berling og hans fingeraftryk. In: Berlingske. 21. März 2008 (dänisch, berlingske.dk [abgerufen am 26. Juni 2020]).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dansk Biografisk Leksikon: E.H. Berling, abgerufen am 20. Mai 2014
  2. Laut Taufregister der Kirchengemeinde Picher geboren in Alt Krenzlin und getauft als Ernst Hinrich Behrling am 28. März 1708. – Auskunft der Kirchenbuchstelle Schwerin am 18. Juni 2020
  3. Bergedorfer Zeitung: Eine der ältesten Zeitungen der Welt hat ihre Wurzeln in Lauenburg, abgerufen am 20. Mai 2014
  4. Taufregister der Kirchengemeinde Picher
  5. Taufregister der Kirchengemeinde Pötrau
  6. Nöthige Supplemente zu dem Großen Vollständigen UNIVERSAL LEXICON … Band 3, Sp. 848.
  7. Bent Blüdnikow: Ernst Henrich Berling og hans fingeraftryk.