Erich Kliefert

deutscher Maler, Ehrenbürger Stralsunds

Erich Kliefert (* 20. Juni 1893 in Berlin; † 30. Januar 1994 in Stralsund; vollständiger Name: Erich Hugo Fritz Kliefert[1]) war ein deutscher Maler.

Leben und KarriereBearbeiten

Kliefert wurde im Juni 1893 als Sohn eines Töpfermeisters in Berlin geboren.[1] Von 1909 bis 1910 absolvierte er eine Lehre in der Berliner Glasmalereiwerkstatt von Gottfried Heinersdorff. Von 1910 bis 1914 studierte er am Königlichen Kunstgewerbemuseum Berlin bei Max Kutschmann, Hermann Gehri und Emil Orlik.

 
Wandbild „Rügen“ im Stralsunder Hauptbahnhof
 
Stralsund, KHM, Erich Kliefert, Alter Markt im Winter, 1940

Im Ersten Weltkrieg diente er von 1914 bis 1918 als Soldat in Polen und Frankreich. Nach Kriegsende besuchte Kliefert von 1919 bis 1921 die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und der Staatlichen Kunstschule Berlins.

Ab 1921 war Erich Kliefert als Kunsterzieher, Grafiker und Maler tätig. Im Jahr 1924 zog er mit seiner Frau nach Stralsund.

1928 unternahm er mit Herbert Tucholski Studienreisen nach Italien. 1935 malte er in der Haupthalle des Stralsunder Bahnhofs großformatige Ansichten seiner Wahlheimatstadt Stralsund sowie der Insel Rügen.[2] Diese Werke sind heute noch erhalten. 1939 wurde er zum Studienrat ernannt. Im Februar 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen, geriet er im April 1945 für elf Wochen in sowjetische Gefangenschaft. Heimgekehrt nach Stralsund, war er zunächst als kunstgewerblicher Arbeiter in einer Spielzeugfabrik und später als Restaurator tätig.

Nach 1946 war Erich Kliefert als Leiter von Kunstzirkeln beim Kulturbund sowie auf der Volkswerft Stralsund tätig. Er war bis 1961 zudem Abteilungsleiter an der Volkshochschule Stralsund und wirkte als Maler, Grafiker und Restaurator im Auftrag des „Instituts für Denkmalpflege Schwerin“. In dieser Zeit fertigte er u. a. Wand- und Deckenmalereien, Sgraffiti, Kachel- und Glasmalereien für öffentliche Gebäude in Stralsund sowie Buchillustrationen. Mit dem Eintritt ins Rentenalter war er ab 1961 freischaffend tätig. Bis 1973 betreute er weiter für die Denkmalpflege restauratorische Arbeiten.

Seine letzten Arbeiten waren in den Jahren 1990 bis 1992 die „Berliner Skizzen“.

Seine Heimatstadt ernannte Kliefert im Jahr 1993 zum Stralsunder Ehrenbürger.[3]

Kliefert starb 1994 in Stralsund. Werke von ihm befinden sich u. a. im Kulturhistorischen Museum Stralsund.

AusstellungenBearbeiten

Das Kulturhistorische Museum Stralsund widmete ihm Ausstellungen in den Jahren 1978, 1983 und 1993.

1986 widmete ihm die Stadt im Scheelehaus eine Ausstellung. Im Dielenhaus (Stralsund) wurde zu seinem 95. Geburtstag eine Ausstellung eröffnet.

Die Berliner „Kleine Humboldtgalerie“ stellte 1989 Werke von Kliefert aus. Ebenso war er an Ausstellungen in Halle an der Saale, Rostock, Köln und anderen Städten Deutschlands beteiligt.

Zu seinem 125. Geburtstag zeigt das Stralsund Museum vom 27. Oktober 2018 bis 3. März 2019 eine umfangreiche Sonderausstellung, um so an das vielfältige Schaffen des Künstlers zu erinnern. Gezeigt werden rund 150 Bilder unterschiedlichster Techniken, Skizzenbücher, Spielsachen die er für seine Kinder anfertigte sowie Fotos und Dokumente.

FamilieBearbeiten

Erich Kliefert war seit dem 1. Oktober 1923 mit der Malerin Mathilde Kliefert-Gießen (* 14. Juli 1887 in Kiel; † 15. Januar 1978 in Stralsund) verheiratet. Mit ihr hatte er zwei Kinder, Brigitte Köhler-Kliefert (1924–2001) und Martin Kliefert (1928–2016), beide geboren in Stralsund.[4]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Personalbogen von Erich Kliefert in der Personalkartei der Gutachterstelle des BIL in der Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF)
  2. Hauptbahnhof. hansestadt-stralsund.de, abgerufen am 3. November 2014.
  3. Marlies Walther: Erinnerung an den Bahnhofsmaler. In: Ostsee-Zeitung vom 20. Juni 2018.
  4. Ausstellungskatalog Kiel, im April 2000, Mathilde Kliefert-Gießen, Biographie der Künstlerin von Wieland Barthelmess, Geleitwort von Prof. Dr. Dieter Lohmeier, Einführung von Martin Kliefert